Saaleemündung in die Elbe Foto: A. Künzelmann/UFZ
Saaleemündung in die Elbe (Foto: A.Künzelmann/UFZ)

ElBiota

Einfluss der Konnektivität auf die Biodiversität und Schadstoffverteilung in den Elbauen

Projektbeschreibung

Die (Wieder-)Herstellung der lateralen Fluss-Aue-Konnektivität – zu verstehen als hydrologische, morphologische und biologische Anbindung von Ufer und Aue an den Fluss – ist eine zentrale Maßnahme in vielen Programmen zur Gewässer- und Auenrenaturierung. Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist, besser zu verstehen, wie diese laterale Konnektivität Tier- und Pflanzengemeinschaften sowie die Schadstoffverteilung in Fluss-Ufer-Aue-Systemen beeinflusst und steuert.

Elbe Flutrinne
Nasse Flutrinne an der Elbe bei Schönberg Deich (Foto: C. Hecht)

Im Bereich der Erosionsstrecke der Elbe zwischen Torgau und der Saalemündung ist eine intakte hydrologische Anbindung kaum noch gegeben. Durch die Gewässersohleneintiefung der letzten 150 Jahre tritt der Fluss hier nur noch selten über die Ufer. Im Gegensatz dazu finden sich an der unteren Mittelelbe Bereiche mit einer naturnahen Anbindung. Im Projekt werden die Pflanzen-, Weichtier- und Laufkäfergemeinschaften sowie die Verteilung und Konzentration von Nähr- und Schadstoffen der beiden Bereiche verglichen.

Ziele des Projektes sind:

  • Quantifizierung und Bewertung der Auswirkungen unterschiedlicher Konnektivität auf die Artengemeinschaften und Diversität typischer Auenarten sowie der Muster und Intensität der Schadstoffdeposition in Auen
  • Modellierung für ausgewählte Tier- und Pflanzengruppen zur Vorhersage der Auswirkungen von Änderungen der Konnektivität
  • Entwicklung von Modellen für ausgewählte partikuläre Schadstoffe zur Vorhersage der Auswirkungen von Änderungen der Konnektivität

Untersuchungsgebiete

Zur Untersuchung dieser Zusammenhänge wurden vier Gebiete ausgewählt: Zwei im Bereich der Erosionsstrecke nahe Torgau (Sachsen) bzw. Bösewig (Sachsen-Anhalt), wo sich die Elbe besonders stark eingetieft und von ihrer Aue entkoppelt hat, sowie zwei Gebiete weiter stromabwärts unterhalb der Havelmündung bei Schönberg-Deich (Altmärkische Wische/Sachsen-Anhalt) bzw. Jasebeck (Niedersächsische Elbtalaue), wo Fluss und Aue mit sehr geringer bis fehlender Erosionsproblematik noch stärker vernetzt sind. In diesen Untersuchungsgebieten wurden jeweils mindestens 20 repräsentative Untersuchungsflächen in unterschiedlichen Höhen- bzw. Überflutungslagen ausgewählt, in denen fachübergreifende biologische Felderfassungen durchgeführt und Bodenproben genommen wurden. Die gewählten Flächen werden überwiegend als Grünland genutzt, das den größten Flächenanteil an der Mittleren Elbe darstellt.

Ergebnisse

Mit Hilfe der Ergebnisse ist geplant, statistische Zusammenhänge zwischen lateraler Konnektivität, Biodiversität, hydrologischen Einflussgrößen und Bodenparametern abzuleiten. Diese fließen in vorhandene Flussauen- und hydrologische Stofftransportmodelle ein. Damit wird das Projekt zum besseren Verständnis auenökologischer Zusammenhänge und somit zur Optimierung von Gewässer- und Auenrenaturierungsprogrammen beitragen.