Department Naturschutzforschung

Arbeitsgruppe - Biodiversitäts- und Naturschutz-Governance - BioGov

Gruppenbild AG BioGov
September 2022; Foto: Y. Zinngrebe/UFZ

Ziel unserer Forschung

BioGov wendet sozialwissenschaftliche Methoden an, um zu erforschen, wie Governance-Systeme zu einem transformativen Wandel hin zu mehr Schutz von Biodiversität und Natur beitragen können. Unsere Forschungsgruppe untersucht, wie die Ursachen des Biodiversitätsverlustes mit der Dynamik des globalen Marktes und komplexen politischen Interdependenzen zusammenhängen. Dabei wird berücksichtigt, dass die politischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf diese Entwicklungen über verschiedene Akteursgruppen, Ebenen und Sektoren hinweg organisiert sind.

Durch eine Vielzahl interdisziplinärer Kooperationen können wir die Zusammensetzung und die Auswirkungen von Governance-Systemen analysieren. Wir arbeiten an einer Vielzahl von Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik, z. B. im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD), der zwischenstaatlichen Plattform für Biodiversität und Ökosystemleistungen (IPBES) und der Entwicklung und Umsetzung nationaler und subnationaler Biodiversitätsstrategien. Diese transdisziplinären Aktivitäten ermöglichen es BioGov, lösungsorientierte Forschung mit Praxisbezug zu betreiben.

Die Forschung von BioGov konzentriert sich auf drei zentrale Themen:

  1. Multi-Level-Governance und kohärente Umsetzung. Unsere Gruppe analysiert, wie Biodiversitätsziele in internationalen Vereinbarungen sowie in nationalen und subnationalen Strategien über verschiedene Ebenen und Sektoren hinweg entwickelt und umgesetzt werden. Mit analytischen Ansätzen wie Biodiversity Policy Integration (BPI) und Transformative Biodiversity Governance (TBG) bewertet BioGov die Kohärenz und Effektivität der Umsetzung dieser Ziele in Politik und Institutionen.

  2. Die Wissenschaft als Akteur in der transdisziplinären Biodiversitäts-Governance. Durch den Aufbau des deutschen Netzwerk-Forums für Biodiversitätsforschung (NeFo) und das direkte Engagement in IPBES und CBD fördert BioGov die transdisziplinäre Forschung mit partizipativen Prozessen unter Einbeziehung von Entscheidungsträgern, Vertretern von Interessengruppen, Praktikern und anderen Stakeholdern.

  3. Akteursnetzwerke und Rechenschaftspflicht in der globalen Biodiversitäts- und Landnutzungspolitik. Der Verlust der biologischen Vielfalt und die damit zusammenhängenden sozial-ökologischen Triebkräfte sind mit den Interessen von Interessengruppen und Regulierungssystemen auf verschiedenen Ebenen und Maßstäben verknüpft - manchmal sogar mit anderen Orten (z. B. durch Handelsbeziehungen oder politische Zusammenarbeit). BioGov spürt den Triebkräften des Biodiversitätsverlustes und ihren Governance- und Akteursnetzwerken nach, um mögliche Hebel für eine Transformation nicht-nachhaltiger Pfade zu identifizieren.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter