Neuigkeiten aus dem WTT


Oktober 2018

Logo Arbeitskreis Grundwasserbeobachtung in Sachsen Der Arbeitskreis Grundwasserbeobachtung der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Bayern sowie dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig/Halle lud vom 27.09.2018 bis 29.09.2018 zur 10. Weiterbildung auf dem Schloss Hartenfels ein.

Die Veranstaltung knüpfte an die bisherigen Lehrgänge an. Erstmals wurden molekularbiologische Methoden beleuchtet. Weitere Schwerpunkte waren:

  • Abgrenzung von diffusen Belastungen
  • Funktionsprüfung von Grundwassermessstellen
  • Probennahme
  • Grundwasserdynamik
  • Grundwasserfauna

Der Vortragsteil ist im Anschluss durch ein Praktikum im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie) ergänzt worden. Zum Angebot mit Präsentation von Technik standen folgende Stationen:

  • N-min Probennahme auf Ackerschlägen
  • Bodendauerbeobachtungsfläche
  • Grundwasserprobennahme in Kombination mit Altersbestimmung
  • Geophysikalischen Messverfahren
  • Agrarmeteorologische Messstation

Der Lehrgang richtete sich an Probennehmer, Auftraggeber für Grundwasserprobennahmen, Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörden, der jeweiligen Landesbehörden und Landeslabore, Bergbehörden sowie Mitarbeiter von Ingenieurbüros und Bergbaubetrieben, die Grundwasserprobennahmen durchführen und deren Qualität absichern.

Flyer zur Veranstaltung "Grundwassermonitoring und -probenahme"

Lehrerkongress an der Universität Leipzig, Foto: UFZ Dr. Torsten Lange, Leiter des UFZ-Schülerlabors, im Workshop "Naturstoffe und Solarenergie", Foto: UFZ Das Team des UFZ-Schülerlabors richtete zum Lehrerkongress der Nordostchemie an der Universität Leipzig am 28. September einen Workshop zum Thema „Naturfarbstoffe und Solarenergie“ aus.

Beginnen mit einem spannenden Vortrag von Prof. Dr. Dieter Sicker zum Thema Naturfarbstoffe schlossen sich verschiedene weitere didaktische und Fachvorträge an, bevor die Teilnehmer sich auf die unterschiedlichen Workshops verteilten.

Im UFZ-Workshop konnten die Lehrerinnen und Lehrer unter verschiedenen Färberpflanzen auswählen. Für die Isolierung der Farbstoffe standen mehrere Extraktionsverfahren und Apparaturen zur Verfügung. Die jeweiligen Methoden waren vorher besprochen und diskutiert worden.
Mit den extrahierten Farbstoffen wurden dann die Farbstoffsolarzellen bestückt und unter Belichtung getestet.

Dieser Workshop stand somit auch unter dem großen Überbegriff Solare Materialien - wie kann die Energieversorgung der Zukunft aussehen?

Info-Flyer zum Lehrerkongress

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an schuelerlabor@ufz.de .

Falk Harnisch auf der ISMET-Jahrestagung in Newcastle; Foto: J.Kretzschmar Falk Harnisch auf der ISMET-Jahrestagung in Newcastle; Foto: J.Kretzschmar Die International Society for Microbial Electrochemistry and Technology (ISMET) ist die weltweite Dachorganisation aller Forschenden der Mikrobiellen Elektrochemie und darauf basierenden elektrobiotechnologischen Verfahren. PD Dr. Falk Harnisch (Department Umweltmikrobiologie) wurde nun für drei Jahre als Vertreter Europas in den Vorstand gewählt.

Die ISMET gliedert sich in drei weltweite Regionalverbände (Asien, Amerika und Europa). In jedem dieser Verbände wird jährlich in geheimer und allgemeiner Wahl eine VertreterIn in den Vorstand gewählt. Wie jetzt auf der europäischen Jahrestagung (4th EU-ISMET) in Newcastle/ England bekannt gegeben wurde, wird Falk Harnisch Europa in den nächsten drei Jahren als Member of the Board of Directors vertreten.

Hauptaufgabe des Boards ist neben der Vertretung gegenüber anderen Fachgesellschaften und der Politik, die interne Kommunikation und Vernetzung der Forschungsgemeinde sowie die Vergabe der jeweils zweijährlich stattfindenden Regionalkonferenzen bzw. des weltweiten Meetings. Weiterhin ist die ISMET eine basisdemokratische Gemeinschaft mit zahlreichen Aktivitäten, u.a. die Anpflanzung eines Waldes (in Alcalá, Spanien) zur Kompensation der CO2-Emmissionen der Konferenzen.

Weitere Informationen zur ISMET

Betreuer Dr. Matthias Koschorreck und BUW-Preisträgerin Isabel Hentschel; Foto: UFZ Betreuer Dr. Matthias Koschorreck und BUW-Preisträgerin Isabel Hentschel; Foto: UFZ Die Abiturientin Isabel Hentschel aus Zwickau hat beim Bundesumweltwettbewerb 2018 den Hauptpreis der Sekundarstufe 2 gewonnen. Mit Unterstützung von Magdeburger Seenforschern hat die Schülerin im Rahmen einer besonderen Lernleistung (BELL) untersucht, welche Gase in welcher Menge aus stehenden Gewässern austreten. Der Preis in Höhe von 1.500 Euro wird vom BMBF gestiftet.

Überreicht wurde der Preis am 21. September im feierlichen Ambiente im Bremer Rathaus. Das Grußwort hat die Senatorin für Kinder und Bildung Dr. Claudia Bogedan gesprochen.

Gewässer setzen in einer natürlichen „Biogasbildung“ Treibhausgase, insbesondere Kohlendioxid und Methan, frei. Isabel Hentschel wollte aufklären, wieviel Methan zwei flache Seen in der Umgebung ihrer Heimat Kirchberg freisetzen – also inwieweit diese Gewässer zum Treibhauseffekt beitragen.

Dafür hat die Schülerin in zwei nährstoffreichen Flachseen in Sachsen (Talsperre Wolfersgrün und ein Fischteich) insgesamt acht selbstgebaute Blasenfallen ausgebracht und diese monatlich über ein Jahr lang beprobt. Die Blasenfallen sind im Prinzip einfache im Wasser aufgehängte Folientrichter, an denen jeweils ein Sammelgefäß (eine PET-Flasche) befestigt war. Die Idee für das Blasenfallendesign hat sie bei einem Citizen Science-Projekt aus Alaska gefunden. Die Idee für die BELL-Arbeit kam von UFZ-Gewässerforscher Matthias Koschorreck.

Die Zusammensetzung der gesammelten Gasproben hat Isabel Hentschel während ihres zweiwöchigen Paktikums am UFZ in Magdeburg genau analysiert. Anhand der ermittelten Daten konnte sie daraus die jährliche Methan-Freisetzung der beiden Gewässer berechnen, die jahreszeitliche Dynamik erfassen und mit anderen gemessenen Gewässerparametern (Temperatur, Sichttiefe, Nährstoffgehalte, Wassertiefe) in Beziehung setzen. Ergebnis: „Ihre“ beiden Gewässer setzen pro Jahr 1300 kg Methan (CH4) frei. Das entspricht der Methan-Menge, die elf Kühe in einem Jahr freisetzen, oder – in CO2-Äquivalente umgerechnet – dem Klimaeffekt von 21 Diesel-PKW´s mit einer jährlichen Fahrleistung von je 15.000 km.

Weil ihre Gasproben teilweise überraschend wenig Methan enthielten, haben die Magdeburger Wissenschaftler gemeinsam mit Isabel Hentschel untersucht, welche Gase die aufgefangenen Gasproben noch enthielten. Dabei haben sie einen bisher übersehenen Prozess im Sauerstoffkreislauf von Seen entdeckt und zum ersten Mal quantifiziert: die Sauerstofffreisetzung über Gasblasen. Daraus ist eine wissenschaftliche Publikation entstanden. Außerdem hat Matthias Koschorreck einen DFG-Antrag für dieses neue Forschungsthema eingereicht.

Weitere Informationen erhalten Sie von Dr. Matthias Koschorreck , Department Seenforschung


September 2018

Aufgrund der EU-Grundnorm zum Strahlenschutz und dem deutschen Strahlenschutzgesetz besteht ab dem 01.01.2019 eine neue Überwachungspflicht für Innenräume (inkl. Kindertagesstätten, Schulen etc.) und gewerbliche Nutzflächen, damit ab einem Grenzwert von 300 Bq/m³ entsprechende Lüftungsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Zusammen mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG, Referat Strahlenschutz) und der Dresdner Sarad GmbH wird das Department Umweltinformatik (Prof. Dr. H. Weiß und R. Trabitzsch) am UFZ einen neuen Standard für zukünftige Messungen von Radon in Räumen sowie daran gekoppelte Lüftungskonzepte entwickeln.
Die Validierung findet an mehreren Pilotstandorten im Erzgebirge statt. In dem gemeinsamen Projekt bringen die Sarad GmbH und das UFZ ihre (mess-)technische und Modellierungsexpertise bei der Bestimmung realer Radonbelastungen ein, um zukünftig stationär die Radonaktivitätskonzentrationen in Wohnungen, Schulen und an Arbeitsplätzen zuverlässig zu überwachen. Neben einer optischen und akustischen Warnung können auch elektronische Nachrichten zum Beispiel an SmartHome-Systeme oder auf Mobiltelefone und/oder eine funkgesteuerte Lüftungstechnik gewählt werden.

Am Ende des gemeinsamen Vorhabens soll eine ressourceneffiziente Lösung zur Einhaltung des gesetzlichen Radon-Referenzwertes stehen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an holger.weiss@ufz.de bzw. ralf.trabitzsch@ufz.de .

Logo FÖJ Seit 2008 ist das UFZ anerkannte Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). Hier bekommen junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren konkrete Möglichkeiten, sich praktisch mit einigen dringenden Themen unserer Zeit wie der Umweltverschmutzung, dem Klimawandel oder dem Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren auseinander zu setzen und aktiv in der Umweltforschung Erfahrungen zu sammeln.

Aktuell sind zwei der nationalen und eine internationale Stelle am UFZ besetzt. Das Deutsch-Französische Ökologische Jahr (DFÖJ) ist ein deutsch-französisches Programm im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD). Diese Stelle, die parallel mit einer deutschen Stelle betreut wird, gibt beiden Freiwilligen die Möglichkeit, neben dem ökologischen Aspekt auch den Austausch mit dem Nachbarland zu pflegen und die Sprachkenntnisse zu vervollständigen. Unterstützt wird diese Kombination vom BMFSFJ sowie vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW).

Jährlich werden diese Stellen im UFZ neu ausgeschrieben und bilden ein wichtiges Angebot zum Erwerb wichtiger Kompetenzen im Sinne einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Durch die individuelle Betreuung und durch zentrale Seminare beim FÖJ-Träger können die Teilnehmer/innen eigene Ideen entwickeln und kompetent umsetzen.

Weitere Informationen zum Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) und Deutsch-Französisches Ökologisches Jahr (DFÖJ)

© Susanne Jutzeler/pixabay, re: Andy Murray © Susanne Jutzeler/pixabay, re: Andy Murray Die thematische Führung fand am 08. September im Botanischen Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) statt.

Im ersten Teil drehte sich alles um Schmetterlinge. Dr. Martin Wiemers, Wissenschaftler am UFZ-Department Biozönoseforschung erklärt, welche Futterpflanzen Schmetterlinge benötigen und wie man im eigenen Garten Schmetterlinge fördern kann.

Im zweiten Teil der Führung ging es thematisch unter die Erde: Dr. Olga Ferlian vom Forschungszentrum iDiv erzählte aus der Welt des Regenwurms und anderer Bodentiere und gab Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten zur Bodenökologie.

Die Führung war eine begleitende Veranstaltung zur Ausstellung „Garten findet Stadt“, die bis zum 14. Oktober 2018 im Botanischen Garten der MLU (Am Kirchtor 3; 06108 Halle (Saale)) zu sehen war.

Weitere Informationen zur Ausstellung unter https://garten-findet-stadt.de/de/ sowie https://www.idiv.de/de/news/news_single_view/news_article/garten_find-1.html

August 2018

Preisträger-Team Deutscher Umweltpreis 2018, Foto: UFZ Das Preisträger-Team v.l.n.r.: Dr. Manfred van Afferden (UFZ), Prof. Dr. Roland A. Müller (UFZ), Dr. Mi-Yong Lee (UFZ) und Wolf-Michael Hirschfeld (BDZ). Foto: André Künzelmann, UFZ Die beiden UFZ-Umweltbiotechnologen Prof. Roland Müller und Dr. Manfred van Afferden erhalten zusammen mit der UFZ-Volkswirtin Dr. Mi-Yong Lee und Wolf-Michael Hirschfeld, Initiator des Bildungs- und Demonstrationszentrums für dezentrale Abwasserbehandlung in Leipzig, den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung (DBU). Das Team teilt sich den Preis mit der Meeresbiologin Prof. Antje Boetius.

Das Leipziger Expertenteam wurde für seine Leistungen in Jordanien ausgezeichnet, die mit einem ganzheitlichen, innovativen Ansatz einen wertvollen Beitrag zur Überwindung der Wasserknappheit in einem der am stärksten betroffenen Länder lieferten. Damit konnten die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt werden, in der ein Großteil der jordanischen Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser hat und Abwasser effizient gereinigt wird. In Jordanien hat das UFZ bereits im Jahr 2010 eine Forschungs- und Demonstrationsanlage in Betrieb genommen, auf der elf Abwasserbehandlungsverfahren betrieben, weiterentwickelt und an die regionalen Erfordernisse angepasst werden. Dabei kommt auch ein von Prof. Roland Müller und Dr. Manfred van Afferden in den vergangenen zehn Jahren entwickeltes und perfektioniertes Sanierungsverfahren, der V-EcoTech-Filter, zum Einsatz. Die aktiv belüfteten Horizontal- und Vertikalfiltersysteme zeichnen sich durch eine sehr gute Reinigungsleistung aus, arbeiten energetisch sehr effizient sowie wassersparend auch bei hohen Außentemperaturen und lassen sich zudem gezielt steuern, beispielsweise im Hinblick auf die Entfernung von Stickstoff oder pathogenen Keimen. Mit der Aufnahme ins Regelwerk der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) 2017 definieren die Abwasser-Filtersysteme den deutschen Stand der Technik - ein entscheidender Schritt für den Transfer der Forschung in die praktische Anwendung.

In Deutschland werden mit dem V-EcoTech-Filter zum Beispiel am Standort Leuna täglich über 1.000 Kubikmeter Grundwasser wirtschaftlich und ökologisch saniert. Weitere Pilotanlagen stehen unter anderen in der Gemeinde Rositz.

Hintergrundinformationen entnehmen Sie bitte unserer Technologieofferte oder wenden Sie sich an Dr. Manfred van Afferden, Department Umwelt- und Biotechnologisches Zentrum ( manfred.afferden@ufz.de ).

Logo SMART CITY SOLUTIONS Zusammen mit der Universität Leipzig und der HTW Berlin wird das UFZ ein Gastgeber des World Cafés „Potenziale domänenübergreifender Datennutzung in Städten“ auf der SMART CITY SOLUTIONS 2018 sein.

„Welche Verknüpfung von Daten in Städten ist aus Sicht einer nachhaltigen Stadtentwicklung sinnvoll und welche Hindernisse existieren?“, „Wie können die Daten z.B. mittels künstlicher Intelligenz nutzbar gemacht werden und wofür?“ oder „Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gilt es bei der übergreifenden Nutzung / Zusammenführung von Daten zu beachten?“ werden die Leitfragen für diese Veranstaltung sein. Stadtplaner, Architekten und Experten aus der öffentlichen Verwaltung sind eingeladen, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diese Aspekte zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Die Gastgeber der Universität Leipzig, der HTW Berlin und des UFZ greifen dabei auf ihre langjährige Erfahrung in der Stadt- und Umweltforschung zurück.

Weitere Gastgeber in der Runde des World Cafés sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH und die Kanzlei Spirit Legal LLP Rechtsanwälte.

Die SMART CITY SOLUTIONS (16.-18. Oktober 2018 in Frankfurt/Main) versteht sich als zentrales Forum, Messe und Kongress für alle, die sich über zeitgemäße Lösungen rund um das Thema „Smart City“ und erfolgreiche Beispiele und Projekte in Sachen Stadtentwicklung informieren möchten. Die parallel veranstaltete Expo INTERGEO eröffnet Besuchern und Ausstellern die Möglichkeit, internationale Hersteller und Unternehmen im persönlichen Gespräch kennenzulernen, Kontakte aufzubauen und gemeinsam Visionen für neue Smart-City-Projekte zu entwickeln.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Joachim Nöller, Leiter der Abteilung Wissens- und Technologietransfer ( joachim.noeller@ufz.de ).

Juli 2018

Australian Cattle Bagheera als Monitoring dog im Einsatz, Foto: UFZ Australian Cattle Bagheera als Monitoring dog im Einsatz, Foto: Julia Taubmann,
FVA Universität Freiburg
Mit einer innovativen Idee griff die Biologin Dr. Annegret Grimm-Seyfarth ein bekanntes Problem des Monitorings auf. Bei der wiederholten Erfassung von Tieren und Pflanzen, sind die Individuen und deren Spuren häufig sehr schwer zu finden. Gute Daten sind aber notwendig, nicht nur, um die Gefährdung von Arten sicher einschätzen zu können und ihre Populationsökologie zu untersuchen, sondern auch, um potentielle Konflikte mit dem Menschen zu erkennen. Während Spürhunde in Deutschland schon lange für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt werden, z.B. bei der Suche nach vermissten Personen, Drogen oder Sprengstoff, ist ihr Einsatz bei der Suche nach seltenen Pflanzen, Tierarten und deren Spuren hingegen relativ neu und wenig bekannt.

Gemeinsam mit ihren beiden ausgebildeten Artenspürhunden, dem Australian Cattle Dog Bagheera und dem Border Collie Zammy, gründete Annegret Grimm-Seyfarth Monitoring Dogs (www.monitoring-dogs.de). Ihr Kerngebiet ist derzeit die Suche nach dem Fischotter (Lutra lutra), genauer gesagt, seinem Kot. Mit den Kotproben kann dann beispielsweise das Geschlecht der Tiere, Verwandtschaftsbeziehungen, der Hormonstatus oder Parasitenbefall festgestellt und sogar die Anzahl der Tiere, die in einem Gebiet vorkommen, berechnet werden. Die beiden Spürhunde finden dabei nicht nur schneller und effektiver als Menschen den Kot der Otter, sondern sie können ihn auch von anderen im Gebiet vorkommenden Marderarten, die ebenfalls Fisch fressen (z.B. der Amerikanischen Mink), sicher unterscheiden. Gerade Letzteres ist für uns Menschen visuell häufig unmöglich, für Spürhunde jedoch kein Problem.

Monitoring Dogs war bisher nicht nur in Sachsen beim Fischottermonitoring im Einsatz, sondern führt derzeit ein umfassendes Fischottermonitoring an ausgewählten Fließgewässern mit Teichwirtschaft in Bayern durch. Da die bedrohte Tierart hier gleichzeitig auch zu einer Konfliktart wurde, hat der Landesfischereiverband Bayern e.V. ein Projekt gestartet, um die Wechselwirkungen zwischen Teichen, Fischottern und Fließgewässern sowie die Nahrungszusammensetzung des Fischotters im Verlauf des Jahres zu untersuchen. Monitoring Dogs betreut derzeit auch die Ausbildung zweier Fischotterkotspürhunde in der Schweiz, wo sich der Fischotter gerade erst wieder ausbreitet. Neben dem Fischotter, ist Monitoring Dogs auch in den Nachweis anderer Tierarten eingebunden. So gab es erste Pilotstudien zu Eidechsen sowie zu Molchen in ihren Landquartieren, die vielversprechende Ergebnisse lieferten. Weiterhin sind sie in die Suche nach Feldhamsterbauen in Polen involviert, sowie in ein geplantes Citizen Science Projekt zur Ambrosiasuche in Dänemark.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an annegret.grimm@ufz.de bzw. mail@monitoring-dogs.de .

Juni 2018

Techniker Martin Wieprecht mit dem Prototyp in Bautzen, Foto: Matthias Koschorreck, UFZ Techniker Martin Wieprecht mit dem Prototyp in Bautzen, Foto: Matthias Koschorreck, UFZ
Gewässer sind global signifikante Quellen der Treibhausgase Kohlendioxid und Methan. Die Quantifizierung der Freisetzung von Treibhausgasen aus Gewässern ist wichtig. Wegen des besonders hohen Treibhauseffektes von Methan ist dabei die Ermittlung der Methanfreisetzung von besonderer Bedeutung. Die Freisetzung von Methan erfolgt über im Wasser aufsteigende Gasblasen und ist sowohl zeitlich als auch räumlich extrem heterogen.

Für die kontinuierliche Messung von in Gewässern aufsteigenden Gasblasen gibt es weltweit nur ein einziges kommerzielles Messgerät, welches unter anderem relativ hohe Anschaffungskosten hat. Für eine repräsentative Messung auf z.B. einer Talsperre sind je nach Gewässer zahlreiche solcher Geräte notwendig.

Im durchgeführten Projekt hat das Projektkonsortium ein neuartiges Messgerät entwickelt, gebaut und getestet. Grundlage der Projektidee war die Anwendung eines komplett neuen Messverfahrens zur Quantifizierung aufsteigender Gasblasen.

In Kooperation mit dem UFZ und dem IAUT Institute der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg wurde ein Prototyp zur Messung der Gasfreisetzung entwickelt und im Labor sowie in verschiedenen Feldtests in der Talsperre Bautzen getestet.

Für dieses Jahr sind weitere Feldtests eines verbesserten Prototyps im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes TregaTa auf der Talsperre Bautzen geplant. Das Gerät soll zukünftig auch in großen Infrastrukturen des UFZ wie MOSES und TERENO eingesetzt werden, um das Zusammenspiel von räumlicher Heterogenität und zeitlicher Dynamik der Methanfreisetzung aus Oberflächengewässern besser zu verstehen.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Matthias Koschorreck
matthias.koschorreck@ufz.de

Dr. Carsten Mahrenholz, CEO des jungen Greifswalder Unternehmens, sprach am 31. Mai mit UFZ Wissenschaftlern über seine umfangreichen Erfahrungen als Start-up.

Als Ausgründung des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald, entwickelte das Unternehmen eine Wundauflage, die Infektionen durch multiresistente Keime sowie chronische Wunden mit kaltem Plasma behandelt. Kaltes Plasma hat nicht nur eine desinfizierende Wirkung, sondern aktiviert gleichzeitig das Immunsystem bei Menschen.

Im kleinen Kreis konnten Interessierte mit dem Experten ins Gespräch kommen und praktische Tipps rund um das Thema Ausgründung aus erster Hand bekommen.

Falls Sie Fragen zu dieser oder kommenden Veranstaltungen haben, kontaktieren Sie gerne Milina Alber, Abteilung Wissens- und Technologietransfer am UFZ, milina.alber@ufz.de

Mai 2018

Ehemalige Benzolfabrik im ÖGP Zeitz, Foto: Karen Görner, UFZ Ehemalige Benzolfabrik im ÖGP Zeitz, Foto: Karen Görner, UFZ Insgesamt 25 Interessierte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung trafen sich am 3. Mai 2018 im Chemie- und Industriepark Zeitz, um sich im Rahmen des 5. Wirtschaftsgesprächs im Clusterteam Umwelt des NEU e.V. über aktuelle Verfahrensentwicklungen und Praxisbeispiele in der Boden- und Grundwassersanierung auszutauschen

Auf zwei Impulsvorträge, die von zahlreichen Rückfragen und intensiven Diskussionen begleitet waren, folgte eine Fachexkursion: die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) Sachsen-Anhalt und die Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft (MDVV) demonstrierten die laufenden Sanierungsmaßnahmen im Bereich der ehemaligen Benzolfabrik im ÖGP Zeitz.

Umrahmt wurde das Programm von Möglichkeiten zu formlosem Austausch von Erfahrungen und Projektideen sowie dem Knüpfen neuer Kontakte.

Die nächsten Wirtschaftsgespräche im Clusterteam Umwelt werden im September und November 2018 stattfinden. Es liegen bislang Interessensbekundungen zu den Themen „Wasserstoff als Beitrag zur Energiewende“ und „Patentstrategien für technologiegetriebene Unternehmen“ vor.

Das vom UFZ geleitete Clusterteam Umwelt im Netzwerk Energie und Umwelt (NEU e.V.) der Stadt Leipzig richtet sich an Unternehmen im Bereich Umwelttechnologien, die in Leipzig und Region aktiv sind oder werden wollen. Ziel des Clusterteams ist es, diese Unternehmen regional zu vernetzen und den Austausch mit Wissenschaft und Verwaltung zu fördern.

Bei Fragen oder Interesse an kommenden Wirtschaftsgesprächen kontaktieren Sie bitte Karen Görner ( karen.goerner@ufz.de ), Abteilung Wissens- und Technologietransfer (UFZ)

Grafik zu BioFavor Am 1.4.2018 startete die Machbarkeitsphase des Verbundprojektes BioFAVOR, die im Rahmen des vom BMBF ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs „Neue Produkte für die Bioökonomie“ gefördert wird. Die Machbarkeitsphase baut auf den konzeptionellen Entwicklungen und Evaluierungen aus der vorangegangenen 9‑monatigen Sondierungsphase auf. Ziel des Projektes ist die Schaffung einer technischen und ökonomischen Lösung zur direkten dezentralen Entsorgung von Fäkalien und die gleichzeitige Nutzbarmachung der Fäkalien für eine bio-basierte Wirtschaft. Projektleiter Dipl.-Ing. Tobias Hübner (Department Umweltmikrobiologie) will dazu gemeinsam mit dem DBFZ und dem Institut für soziale ökologische Forschung (ISOE) die technische Machbarkeit eines neuartigen, einfach skalierbaren und mobil einsetzbaren Low-Tech-Verfahrens zur Nutzbarmachung von Fäkalien demonstrieren.

Menschliche Fäkalien stellen einen nahezu ungenutzten Reststoff dar. Gegenwärtig werden diese unter verhältnismäßig hohem Einsatz von Energie und Trinkwasser entsorgt. In Industrieländern wie Deutschland ist der Aufwand für die Entsorgung besonders hoch, wenn kein oder nur ein unzureichender Anschluss an ein zentrales Abwassernetz besteht und wenn die Fäkalien nur temporär und in stark variierenden Mengen anfallen, z. B. auf Festivals, Campingplätzen und Großbaustellen. Andererseits ist eine stoffliche Aufwertung von Fäkalien aus diesen dezentralen und stark fluktuierenden Quellen aus ökologischer, sowie aus ökonomischer Sicht besonders vielversprechend.

Im Anschluss an die Machbarkeitsphase ist die Umsetzung in die Praxis gemeinsam mit einem Verbund aus Praxispartnern avisiert. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Herrn Tobias Hübner: tobias.huebner@ufz.de

April 2018

Pilotanlage V-EcoTech-Filter, Foto UFZ Pilotanlage V-EcoTech-Filter, Foto UFZ Nach positiv verlaufener Pilotphase soll noch in 2018 am Standort Kupferhammer gebaut werden

Der V-EcoTech-Filter entwickelt sich immer mehr zu einem „Verkaufsschlager“ des UFZ. Nach einer Reihe erfolgreicher Pilotversuche sowie zweier Umsetzungen in den Großmaßstab in Leuna wird es nun ein drittes Großprojekt geben. Am Standort Kupferhammer wurden zunächst zwischen Januar 2016 und März 2017 Versuche und Anpassungen vorgenommen, und auf deren Grundlage nun mit dem Betreiber LMBV vereinbart, noch in diesem Jahr eine Anlage zu bauen, um Phenole und BTEX aus dem Grundwasser zu entfernen. Die Ausschreibungen laufen bereits, und die Anlage soll bis Jahresende stehen.

Der V-EcoTech-Filter ist ein zur Grundwasserreinigung entwickeltes, naturnahes Bodenfiltersystem, das aus einem oder mehreren vertikalen Grobfiltern und einem nachgeschalteten vertikalen Feinfilter besteht.

Ansprechpartner am UFZ für den V-EcoTech-Filter ist Dr. Manfred van Afferden (Department Umwelt- und Biotechnologisches Zentrum, manfred.afferden@ufz.de ).

Teilnehmer des Treffens, Foto UFZ Teilnehmer des Treffens, Foto UFZ Eine Delegation des Auswärtigen Amtes unter Leitung von Botschafter a.D. Herrmann Sausen und dem Programmdirektor „Training of International Diplomats“ Stefan Biedermann besuchte am 12. April 2018 das UFZ, um sich im Rahmen des „9th International Diplomats Programme“ über die deutsche Forschungslandschaft und insbesondere die integrierte Umweltforschung am UFZ sowie den Transfer unserer Forschungsergebnisse in Politik und Gesellschaft zu informieren.

Das Programm, an dem Beteiligte vom Stab Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Abteilung Wissens- und Technologietransfer sowie dem Department Umwelt- und Biotechnologisches Zentrum mitgewirkt haben, umfasste einen Rundgang im Wissenschaftspark mit historischen Fakten und einer Einführung über das UFZ in luftiger Höhe, einen Einblick in das UFZ als Teil der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und die großen Fragestellungen, die in den Themenbereichen des UFZs bearbeitet werden, sowie die unterschiedlichen Formate beim Wissens- und Technologietransfer. An zwei konkreten Projekten zum integrierten Abwassermanagement in ariden Regionen wurde erstens gezeigt, wie unterschiedliche Maßnahmen ineinander greifen und in enger Zusammenarbeit mit jordanischen Entscheidungsträgern und Ministerien eine Richtlinie zum Dezentralen Abwassermanagement entwickelt und verabschiedet wurde. Im zweiten Beispiel wurde ein Tool zur Kostenberechnung von verschiedenen Abwasser-Management-Szenarien präsentiert, das unter Zuhilfenahme von Geoinformationssystem-Daten Langzeitanalysen ermöglicht.

Die 16 internationalen Diplomatinnen und Diplomaten arbeiten für ihre Heimatländer in Berliner Botschaften. Teil ihrer Ausbildung ist dabei, sich ein umfassendes Bild über die politischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Strukturen in Deutschland zu verschaffen.

Wenn Sie mehr über diese Veranstaltung wissen möchten, kontaktieren Sie gerne Dr. Joachim Nöller von der Abteilung Wissens- und Technologietransfer.

Weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Seite: https://diplomatictraining.alumniportal.com/

März 2018

Erster Gerätetest im Gondwanaland des Zoo Leipzig (Mai 2017) / Foto: UFZ Erster Gerätetest im Gondwanaland des Zoo Leipzig (Mai 2017) / Foto: UFZ Robuster Autosampler für vielfältige Einsatzzwecke in der Wasserforschung

Im letzten Jahr berichteten wir an dieser Stelle über den Piloteinsatz des Autosamplers, der in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt entwickelt und in der UFZ-Werkstatt gebaut wurde. Zwischen Juni und Dezember 2017 maßen im Oman sechs Autosampler in den semiariden Nebelwäldern der Dhofargebirge und einer in der extrem trockenen Rub al-Chali, wieviel Grundwasser ins Arabische Meer austritt, welche Niederschlagsereignisse relevant für die Grundwasserneubildung sind und in welchen Gebieten das Wasser einsickert. Grundlage für diese Informationen ist die Analyse stabiler Isotope im Wasser.

Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten ist das Team um Dr. Jan Friesen vom UFZ nun dabei, die Baupläne anzupassen, um sie der wissenschaftlichen Gemeinschaft frei zur Verfügung zu stellen.
Hier hat sich gezeigt, dass der Autosampler nicht nur für den Einsatz in entlegenen Regionen interessant ist, sondern auch für Forschung hierzulande. So werden demnächst mehrere Geräte eingesetzt, um den Wasserhaushalt von Gründächern zu überwachen sowie im Rahmen des Großprojekts MOSES (Modular Observation Solutions for Earth Systems) für die Fließgewässer-ökologie.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Jan Friesen ( jan.friesen@ufz.de ).

Mauerwerkstrocknung; Quelle: UFZ/HTWK Mauerwerkstrocknung; Quelle: UFZ/HTWK Die Radiowellen-Technologie ist ein neues Konzept zur direkten Erwärmung unterschiedlichster Materialien. Eingesetzt werden kann das Verfahren im Bauwesen, beispielsweise für die Bauwerkstrocknung, die Dekontamination von Mauerwerk, den chemikalienfreien Holzschutz sowie die Konditionierung von Frischbeton. Im Vergleich zu konventionellen Erwärmungsverfahren zeichnet es sich durch eine gezielte und gleichmäßige Erwärmung mit hohen Eindringtiefen aus. Schädliche Stoffe wie Heizölrückstände, Lösungs- oder Holzschutzmittel können so kontrolliert und schnell entfernt werden.

Die Basistechnologie wird seit dem Jahr 2014 im Rahmen des vom BMWi geförderten ZIM-Netzwerkes und vom UFZ koordinierten „RWTec“ (ZIM: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand)( mit dem Ziel erforscht, einsatzfähige Verfahren und Produkte zu entwickeln, die von den Industriepartnern im Netzwerk zur Anwendung gebracht werden.

Die Innovationskraft der Forschenden spiegelt sich auch in der hohen Anzahl an getätigten Erfindungen wider. So wurden kürzlich zwei Patente erteilt - ein europäisches Patent zur Trocknung und Dekontamination von Mauerwerk, Beton, Holz und anderen Feststoffen (EP 2 354 349) sowie ein deutsches Patent für ein Verfahren und eine Vorrichtung zur nicht-invasiven dielektrischen Erwärmung mittels kapazitiver Kopplung (DE 10 2016 107 547), das in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (HTWK) entwickelt wurde.

Für Fragen oder weitere Informationen zur Technologie stehen Ihnen gern Dr. Ulf Roland und Dr. Ulf Trommler (Department Technische Umweltchemie; ulf.roland@ufz.de bzw. ulf.trommler@ufz.de ) zur Verfügung.

Februar 2018

Grafik: UFZ Grafik: UFZ Effektives Wasserressourcen-management und Anpassungen an den Klimawandel können nur erfolgreich gestaltet werden, wenn Schlüsselvariablen des Wasserkreislaufs (z.B. Ab-flussmengen und Bodenfeuchte) korrekt auf verschiedenen Planungsebenen (z.B. lokal, regional, national und kontinental) simuliert werden.

Ein UFZ-Forschergruppe um Dr. Luis E. Samaniego-Eguiguren vom Department Hydrosystemmodellierung entwickelte das mesoskalige Hydrologische Modell (mHM), das über eine hochmoderne Multiskalen-Parametrisierung verfügt, welche einen nahtlosen und effektiven Einsatz über mehrere Planungsebenen und datenarme Regionen hinweg ermöglicht. Es kann sowohl für wissenschaftliche Zwecke als auch für die politische Entscheidungsunterstützung eingesetzt werden. Die Leistungsfähigkeit der neun weltweit bekanntesten hydrologischen Modelle wurde im Rahmen einer Vergleichsstudie (Inter-Sectoral Impact Model Intercomparison Projekt, ISI-MIP2), die von einer Wissenschaft Gruppe unter Koordination des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung durchgeführt wurde, getestet (https://doi.org/10.1007/s10584-016-1841-8). Dabei erwies sich das mHM al eines der beiden besten Modelle. In der praktischen Anwendung liefert mHM z.B. in Deutschland die Basis für den tagesaktuellen Dürremonitor am UFZ (www.ufz.de/duerremonitor). Gegenwärtig wird es von über 200 Nutzern aus ca. 35 Ländern genutzt.

Im Dezember 2017 wurde nun eine neue Version veröffentlicht. Das Modell kann unter folgenden Link herunter geladen werden: www.ufz.de/mhm

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Luis Samaniego-Eguiguren (luis.samaniego@ufz.de).

Grundwassermessstelle im HCH-kontaminiertem Flutgebiet / Quelle: UFZ Grundwassermessstelle im HCH-kontaminierten Flutgebiet der Mulde/Spittelwasser
Foto: UFZ/Archiv
Lindan gehört zu den sogenannten HCHs (Hexachlorzyklohexanen) und wurde in Deutschland lange Zeit als Insektizid eingesetzt. HCHs sind schwer abbaubar, reichern sich in der Nahrungskette an und gelten als hormonell wirksam.
Im Jahr 2003 wurde der Einsatz von Lindan in der Landwirtschaft aufgrund seiner stark toxischen Wirkung und seiner hohen Langlebigkeit EU-weit verboten. Böden und Grundwasser sind jedoch teilweise noch immer stark damit belastet. Für ein effizientes Umweltmanagement ist es wichtig zu wissen, ob und wie schnell der Schadstoffabbau voranschreitet.

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben nun eine Methode erarbeitet, mit der sich der biologische Abbau von Lindan quantifizieren lässt und die zeitliche Abschätzungen zum Fortschritt des Schadstoffabbaus ermöglicht. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Environmental Science and Technology veröffentlicht.

Der innovative Ansatz beruht auf der Isotopen- und der Enantiomeren-Fraktionierung und der Kombination zweier Detektions-Methoden. In Laborversuchen entwickelten sie ein Modell, mit dessen Hilfe das Ausmaß des Schadstoffabbaus aus Umweltproben messbar ist.
Mit der Methode könnte der biologische Abbau beim Transport im Wasser oder mit Bodenpartikeln ermittelt werden. Künftig würden damit Berechnungen möglich, wie lange die HCHs die Umwelt noch belasten.

Die Arbeiten wurden vom Ökologischen Großprojekt Bitterfeld-Wolfen, der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt sowie dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH mit Daten und Hilfe bei der Probenahme unterstützt.

Publikation:
Yaqing Liu, Safdar Bashir, Reiner Stollberg, Ralf Trabitzsch, Holger Weiß, Heidrun Paschke, Ivonne Nijenhuis, Hans-Hermann Richnow (2017). "Compound Specific and Enantioselective Stable Isotope Analysis as Tools to Monitor Transformation of Hexachlorocyclohexane (HCH) in a Complex Aquifer System". Environ. Sci. Technol., 2017, 51 (16), pp 8909-8916 http://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.6b05632

Januar 2018

Grafik: UFZ 2017 wurden bereits zum vierten Mal Preise an UFZ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergeben, die herausragende Leistungen erbracht und sich in besonderem Maße für das UFZ engagiert haben – zum Beispiel in der Forschung sowie im Wissens- und Technologietransfer.

Insgesamt wurden 80 Vorschläge für 41 potenzielle Preisträgerinnen und Preisträger sowie sieben Teams eingereicht – so viele wie nie zuvor. Die sieben Jurys haben in teilweise umfangreichen Diskussionen und Entscheidungsprozessen als Gewinner die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Im Rahmen der 53. Aufsichtsratssitzung wurden unter anderen folgende Preise verliehen:

Dr. Matthias Gehre (Department Isotopenbiogeochemie) wird der UFZ-Technologietransferpreis verliehen für die Entwicklung, Patentierung und Vermarktung eines neuen Verfahrens zur Messung von Wasserstoffisotopen.

Dr. Heidi Wittmer (Department Umweltpolitik) wird mit dem UFZ-Wissenstransferpreis ausgezeichnet für die Initiierung und Unterstützung umweltpolitischer Prozesse in Entwicklungsländern, die eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz von Ökosystemen in diesen Ländern ermöglichen.

Der UFZ-Forschungspreis geht an ein – sehr großes – Team des Departments Hydrosystemmodellierung für die Entwicklung des hydrologischen Modellsystems mHM und seiner Anwendungen wie z.B. des Dürremonitors.

BonaRes/ABO-Stand auf der IGW, Foto: UFZ Am 28. Januar ging die 83. Internationale Grüne Woche in Berlin zu Ende. Die weltweit größte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau ist bei Fachleuten und Verbrauchern gleichermaßen beliebt und zählte auch 2018 wieder rund 400.000 Gäste.

Auf dem ErlebnisBauernhof mit dabei waren in diesem Jahr auch Bodenforscher und -forscherinnen des BonaRes-Zentrums und Vertreter der Aktionsplattform Bodenschutz.

An einem gemeinsamen Messestand zum Thema "Was unsere Böden leisten" setzten sie mit einer interaktiven Bodensäule, Kästen zum Erfühlen von Bodenarten sowie Informationen zur BonaRes-Förderinitiative den Boden als unsere Lebensgrundlage gebührend in Szene.

Die wichtigste Botschaft, die jedem Gast ob Grundschüler, Landwirt oder Entscheidungsträger mit auf den Weg gegeben wurde: Intakte Böden sind für Mensch und Umwelt ebenso wichtig wie das Klima, sauberes Wasser und die Biodiversität.

Darum ließen es sich Prof. Dr. Hans-Jörg Vogel (UFZ) und Prof. Dr. Georg Guggenberger (Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft) nicht nehmen auch auf der Bühne des ErlebnisBauernhofs aufzutreten um dort wichtige Fragen rund um den Boden zu beantworten und so das Bewusstsein für unsere Böden als Lebensgrundlage zu stärken.

Dass dem Boden auf der Grünen Woche in diesem Jahr mehr Platz eingeräumt wurde, stieß durchweg auf positive Resonanz. Besonders erfreulich war, dass sowohl Landwirte als auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft BonaRes als sinnvolle und wichtige Förderinitiative bewerteten. Einige Landwirte bekundeten auch ihr Interesse, sich an BonaRes zu beteiligen.

Susanne Döhler, Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Winterschool 2017, Foto: Milina Alber, UFZ Lernen durch Handeln – Unter diesem Motto wurde die erste UFZ Winter School - Business Administration compact von 11.12. bis 15.12.2017 erfolgreich durchgeführt. Die fünftägige Veranstaltung wurde im Rahmen der Start-up-Betreuung für Gründerinnen und Gründer am UFZ und in Partnerschaft mit der SMILE-Initiative* von der Abteilung WTT organisiert. UFZ-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler hatten die Möglichkeit die unternehmerische Tätigkeit unter die Lupe zu nehmen mit dem Ziel, ein sicheres Gefühl für zukünftige Karriereperspektiven in der Industrie zu bekommen oder gezielt über Ausgründungen nachzudenken.

Durch die Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die unterschiedlichen Aspekte der Betriebswirtschaftslehre. Somit wurde es möglich ein Verständnis für die Kernaufgaben in einem Unternehmen zu gewinnen und die funktionale Rolle von Mitarbeitenden innerhalb einer Organisation zu verstehen. Grundlegende ökonomische Konzepte, Prinzipien des strategischen Managements, Marketing, Vertrieb sowie Recht und Steuern waren Themen, die abgedeckt wurden.

Die Themen wurden von Experten nicht nur theoretisch angeleuchtet, sondern auch praktisch in Form einer Business-Simulation ausgearbeitet, so dass die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, die gelernte Theorie unmittelbar in Praxis umzusetzen.

Didaktische Elemente des interaktiven Workshops waren theoretische Einführungen, Diskussionen, Einzel- und Gruppenarbeit sowie Rollenspiele.

Für Fragen oder weitere Informationen steht Ihnen Milina Alber (Abteilung Wissens- und Technologietransfer; milina.alber@ufz.de ) gern zur Verfügung.

*SMILE wird durch den Europäischen Sozialfonds, den Freistaat Sachsen und durch die beteiligten Einrichtungen finanziert.