Sommer 2026 mit extremer Dürre im Süden 


Oberboden: Hohe Dürreintensitäten im Süden Deutschlands

Der UFZ-Dürremonitor zeigt deutlich den außergewöhnlichen Sommer 2026 mit einer Zweiteilung der Dürreintensitäten im Oberboden, das heißt in den obersten 25 cm des Bodens. Während der Norden Deutschlands nur leichte Dürrephasen erlebte, war der Süden von einer langanhaltenden, extremen Dürre betroffen. Abbildung 1 zeigt, wie sich das im Vergleich zu den vergangenen Jahren darstellt.

Dürreintensitäten im meteorologischen Sommer (Juni-August) für die Jahre 2015 bis 2026 im Oberboden. Je trockener der Boden ist und je länger die Dürre anhält, desto höher sind die Dürreintensitäten. Der Wert Null (weiß) bedeutet, dass an keinem Tag Dürre herrschte. Der Maximalwert 0,2 (pink) tritt auf, wenn alle Tage im betrachteten Zeitraum an einem Ort trockener waren als im statistischen Vergleichszeitraum 1974 bis 2023. Quelle: UFZ-Dürremonitor
Abbildung 1: Dürreintensitäten im meteorologischen Sommer (Juni-August) für die Jahre 2015 bis 2026 im Oberboden. Je trockener der Boden ist und je länger die Dürre anhält, desto höher sind die Dürreintensitäten. Der Wert Null (weiß) bedeutet, dass an keinem Tag Dürre herrschte. Der Maximalwert 0,2 (pink) tritt auf, wenn alle Tage im betrachteten Zeitraum an einem Ort trockener waren als im statistischen Vergleichszeitraum 1974 bis 2023. Quelle: UFZ-Dürremonitor

Dabei war über das Jahr eine regionale Verschiebung der extremen Dürreintensitäten zu beobachten. So startete 2026 im langjährigen Vergleich in vielen Teilen Deutschlands bereits trockener als normal (siehe Winterbilanz 2025/26). Im Frühjahr nahm die Dürre im Oberboden dann vor allem in den westlichen Landesteilen zu (siehe Frühjahrsbilanz 2026). Dieser West-Ost-Gradient der Dürreintensitäten drehte sich zu Beginn des Sommers in Nord-Süd-Richtung mit dem Ergebnis, dass nun vor allem weite Teile Süddeutschlands von extremer Dürre betroffen waren. Ein Zustand, der wie in Abbildung 1 zu sehen ist, den gesamten Sommer anhielt. 

Erklären lässt sich die extreme Dürre im Oberboden mit dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren, unter anderem einem geringen Niederschlag. Abbildung 2 zeigt sehr deutlich, dass der Sommerniederschlag 2026 – bis auf wenige Ausnahmen im Norden und Südosten Deutschlands – unterdurchschnittlich war. Die größten Niederschlagsdefizite gab es mit über 60 Prozent in Teilen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb.
 

Prozentuale Abweichung des Sommerniederschlags (Juni-August 2026) vom langjährigen Mittel 1991-2020 Quelle: UFZ; Datenquelle der Stationsdaten: DWD-CDC
Abbildung 2: Prozentuale Abweichung des Sommerniederschlags (Juni-August 2026) vom langjährigen Mittel 1991-2020 Quelle: UFZ; Datenquelle der Stationsdaten: DWD-CDC

Mit den ausgeprägten Hitzewellen kam ein weiterer Faktor dazu, der die Entwicklung der Dürren im Oberboden begünstigte. Abbildung 3 zeigt, dass die Hitzeintensität dieses Sommers die Intensität der bislang als Hitze- und Dürrejahre bezeichneten Jahre 2018 und 2022 weit übertrifft.  

Hitzeintensitäten für die Jahre 2015 bis 2026.Zur Berechnung wurden nur Tage mit Maximaltemperaturen (Tmax) über 28°C berücksichtigt, da dieser Schwellenwert z.B. im Gesundheitswesen verwendet wird. Quelle: UFZ; Datenquelle der Stationsdaten: DWD-CDC
Abbildung 3: Hitzeintensitäten für die Jahre 2015 bis 2026.Zur Berechnung wurden nur Tage mit Maximaltemperaturen (Tmax) über 28°C berücksichtigt, da dieser Schwellenwert z.B. im Gesundheitswesen verwendet wird. Quelle: UFZ; Datenquelle der Stationsdaten: DWD-CDC

Gesamtboden: Lang anhaltende, hohe Dürreintensitäten mit Auswirkungen auf Grund- und Niedrigwasser

Im Gegensatz zum Oberboden hat sich die Dürre im Gesamtboden, also bis maximal 2 Meter Tiefe, über viel längere Zeit und über größere Teile Deutschlands aufgebaut. Die Dürre ist, wie Abbildung 4 zeigt, in diesem Sommer deutlich ausgeprägter als im Vorjahr.
 

Dürreintensitäten im meteorologischen Sommer (Juni-August) für die Jahre 2015 bis 2026 im Gesamtboden. Je trockener der Boden ist und je länger die Dürre anhält, desto höher sind die Dürreintensitäten. Null (weiß) bedeutet, dass an keinem Tag Dürre herrschte. Der Maximalwert 0.2 (pink) tritt auf, wenn alle Tage im betrachteten Zeitraum an einem Ort trockener waren als im statistischen Vergleichszeitraum 1974 bis 2023. Quelle: UFZ-Dürremonitor
Abbildung 4: Dürreintensitäten im meteorologischen Sommer (Juni-August) für die Jahre 2015 bis 2026 im Gesamtboden. Je trockener der Boden ist und je länger die Dürre anhält, desto höher sind die Dürreintensitäten. Null (weiß) bedeutet, dass an keinem Tag Dürre herrschte. Der Maximalwert 0.2 (pink) tritt auf, wenn alle Tage im betrachteten Zeitraum an einem Ort trockener waren als im statistischen Vergleichszeitraum 1974 bis 2023. Quelle: UFZ-Dürremonitor.

Auf Grund einer langanhaltenden Periode mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen im Winter (siehe Winterbilanz 2025/26) zeigte der UFZ-Dürremonitor bereits im Frühjahr eine deutlich ausgeprägte Dürre in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands (siehe Frühjahrsbilanz 2026). Diese verschärfte sich über den Sommer vor allem im Süden Deutschlands weiter. 

In Verbindung damit ist auch die Entwicklung der Grundwasserstände zu betrachten. So zeigte zum Beispiel das Niedrigwasserportal von Bayern (https://www.nid.bayern.de/grundwasser) diesen Sommer neue Niedrigststände beim Grundwasser an, mit Schwerpunkt auf dem Bereich südlich der Donau. Diese niedrigen Grundwasserstände wiederum führten zu extremem Niedrigwasser in vielen Flüssen. Das lässt sich damit erklären, dass durch die niedrigen Grundwasserstände zu wenig Wasser von der Seite in die Flüsse einströmen und deren Pegel nicht wie normal anheben und stabilisieren konnte.