Winter 2025/26: Langjährig trockener als normal, mit nassem Ende nach sehr trockenem Start
Winter in Deutschland generell
Der Winter ist in Deutschland generell die kälteste und nasseste Jahreszeit. Das ist wichtig für den Wasserhaushalt. Durch die Vegetationsruhe, die kühleren Temperaturen und die geringere Verdunstung werden die Böden ab dem Herbst deutlich nasser. Ein größerer Teil des Niederschlags dringt in den Boden ein und erhöht die Bodenfeuchte. Dieser Prozess setzt sich bis zum Ende des Winters fort und führt dazu, dass in weiten Teilen des Landes die Grundwasserstände ansteigen. Dürreereignisse, also relativ gesehen trockenere Perioden als im langjährigen Durchschnitt der Vergleichsjahre 1991-2020, führen daher nur in seltenen Fällen zu unmittelbaren Schäden. Dennoch werden die Grundwasserspeicher weniger stark gefüllt, so dass die Gefahr einer negativen Jahresbilanz nach der üblichen Trockenheit im Sommer steigt.
Winter in Deutschland 2025/26
Im Winter 2025/26 war die atmosphärische Wasserbilanz wie in Normaljahren üblich deutlich positiv (Abbildung 1). Sie ergibt sich aus der Differenz von Niederschlag und Verdunstung und beschreibt, wie sich meteorologische Größen auf den Bodenwasserhaushalt auswirken. Um die atmosphärische Wasserbilanz zu berechnen, wurde der Niederschlag aus Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes (Quelle: DWD-CDC) interpoliert, während die tatsächliche Verdunstung mit dem hydrologischen Modell mHM abgeleitet wurde.
Abbildung 1: Atmosphärische Wasserbilanz (Niederschlag minus Verdunstung) für den meteorologischen Winter 2025/26. Die Wasserbilanz ist positiv, da die Verdunstung im Winter eine untergeordnete Rolle spielt und wesentlich geringer als der Niederschlag ist. Quelle: UFZ-Dürremonitor.
Allerdings war der Winter trotzdem relativ gesehen trockener als normal. Abbildung 2 zeigt die Abweichung der atmosphärischen Wasserbilanz vom langjährigen Mittelwert 1991-2020. Dabei startete der Winter im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt im Dezember viel zu trocken, während der Februar insgesamt nasser als normal war.
Abbildung 2: Einordnung der atmosphärischen Wasserbilanz (Niederschlag minus Verdunstung) relativ zum langjährigen Mittel 1991-2020 für den meteorologischen Winter 2025/26 (oben links) sowie die Einzelmonate Dezember bis Februar. Quelle: UFZ-Dürremonitor.
Eine Konsequenz aus der absolut gesehen positiven, aber trotzdem geringeren als normalen atmosphärischen Wasserbilanz ist, dass die Böden in Deutschland derzeit absolut gesehen nass sind, jedoch weniger nass als normal (also im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt 1991-2020). Daher wird im UFZ-Dürremonitor zurzeit in Teilen Deutschlands Dürre angezeigt.
Damit verbunden ist auch, dass die Grundwasserstände wie üblich im Winter gestiegen sind, jedoch weniger stark als normal.
Einschränkungen und gesellschaftliche Auswirkungen sind daraus bisher nicht ableitbar, auch da die Grundwasserstände normalerweise bis etwa zum Beginn der Vegetationsperiode im April weiter steigen.