Frühjahr 2026 mit großen regionalen Gegensätzen
Bodenfeuchte: Höhere Dürreintensitäten im Gesamtboden als im Oberboden
Der UFZ-Dürremonitor zeigt deutlich den außergewöhnlichen Frühling 2026. In Abbildung 1 sind die Dürreintensitäten in Deutschland seit 2020 dargestellt. Nach dem nahezu dürrefreien Frühjahr 2024 und der Rekorddürre 2025 war die Situation im Boden bis 25cm Tiefe regional sehr unterschiedlich. Weite Teile des Westens waren dürrefrei mit zunehmender relativer Trockenheit in östlicher Richtung. Im Gegensatz dazu hat sich die Dürre des Gesamtbodens bis maximal 2 Meter Tiefe weiter aufgebaut und ist deutlich ausgeprägter als im Vorjahr. Zurückzuführen ist dies auf eine langanhaltende Periode mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen (siehe Einschätzung des Winters 2026).
Hydro-Meteorologischer Hintergrund
Das Frühjahr 2026 war insgesamt niederschlagsarm mit etwa 70 Prozent der langjährigen Niederschlagssumme über Deutschland (siehe Abb. 2). Besonders der März war extrem trocken, während die Monate April und Mai regional teils deutlich überdurchschnittlichen Niederschlag gebracht haben (Abb. 2 Mitte und rechts). In diesen Regionen ist der Oberboden außergewöhnlich nass gewesen, regional wie in Nordrhein-Westfahlen gab es zudem eine Dürreauflösung im Gesamtboden. Der teilweise saisonal viele Niederschlag kam in weiten Teilen Thüringens und Sachsen-Anhalts so spät im Frühjahr, dass die Dürre bis Ende Mai auch im Oberboden hohe Intensitäten erreicht hatte. Für den Gesamtboden reichen kurze, nasse Phasen generell nicht aus, die Dürre aufzulösen. Der Süden Deutschlands, vor allem Bayern, war im Frühjahr insgesamt die relativ trockenste Region Deutschlands.
Dürreausblick auf den Sommer schwer möglich
Was die regional unterschiedlich stark ausgeprägte Frühjahrsdürre für den weiteren Sommer bedeutet, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Zwar steigt durch die Klimaveränderung die Wahrscheinlichkeit für heiße Sommer und Hitzewellen, doch ein trockenes Frühjahr bedeutet nicht automatisch auch einen trockenen Sommer. Einerseits lassen sich Niederschläge in Mitteleuropa nur schwer über längere Zeiträume hinweg vorhersagen. Andererseits könnten bereits durchschnittliche Sommerniederschläge ausreichen, um eine Verschärfung der Dürre und größere Ernteschäden zu verhindern. Für die Landwirtschaft, für die der Wasserhaushalt im Oberboden bis 25 cm Tiefe wesentlich ist, bleibt daher entscheidend, wie sich die Witterung in den kommenden Wochen entwickelt und ob ein statistisch normaler Sommerniederschlag erreicht wird. Für den Wald, für den eher die Dürre im Gesamtboden bis etwa 1,8 m entscheidend ist, kann eher eine Vorhersage gemacht werden, jedoch nicht mit Sicherheit. Tendenziell sind Regionen, Ende Mai unter Dürre waren, auch über den Sommer dürregefährdet. Das absolute Bodenfeuchtedefizit bis zwei Meter Tiefe kann auch bei normalen Sommerniederschlag in der Regel nicht ausgeglichen werden..