Suchhunde im Naturschutz

Projektleitung: Dr. Reinhard Klenke
Bearbeitung:  Dr. Reinhard Klenke , Annegret Grimm-Seyfarth, Teresa Nitz
Projektlaufzeit: seit 2014
Kontaktperson:
Annegret Grimm-Seyfarth
Kooperationen:
Otterzentrum Hankensbüttel, Wildlife Detection Dogs, Monitoring Dogs

Projektbeschreibung

Hintergrund

Viele für den Naturschutz bedeutenden Tier- und Pflanzenarten sind schwer auffindbar. Zu diesen Arten gehört auch der Eurasische Fischotter (Lutra lutra). In Deutschland lebt diese Art besonders verborgen, ist nachtaktiv und schwer zu beobachten. Da aber Fischotter viel Kot absetzen, den sie für innerartliche Kommunikation nutzen, wurde die Suche nach Otterkot als nicht-invasive Suchmethode zur Standarduntersuchungsmethode. In vorangegangenen Studien wurden die Kotproben von eingewiesenen Menschen gesucht und eingesammelt. Allein im Zeitraum zwischen 2006 und 2012 nahm allerdings im Untersuchungsgebiet das sympatrische Vorkommen des Amerikanischen Minks (Neovison vison) dramatisch zu. Während zu Beginn der Studie nur einzelne gesammelte Kotproben sicher genetisch dem Mink zugeordnet werden konnten, stammten 2010-2012 über 10% aller gesammelten und visuell als Fischotter identifizierten Proben tatsächlich vom Mink. Insgesamt 34% der Proben stammten von sympatrischen Karnivoren, deren Kot aufgrund des Fisches als Hauptnahrungsquelle in Form und Farbe dem des Fischotters glich. Daher ist eine Verifizierung der Fokusart vor der Anwendung teurer genetischer Methoden extrem hilfreich.

Zielstellung

Eine solche Diskriminierung ist mit speziell trainierten Hunden möglich. Suchhunde werde vielfach bereits im Naturschutz als sogenannte Scat Detection Dogs (Losungssuchhunde) eingesetzt. In vorangegangenen Studien konnten Hunde bereits erfolgreich zwischen sympatrischen, nahe verwandten Arten und sogar einzelne Individuen unterscheiden. Aufgrund dieser Möglichkeiten werden wir in dieser Studie den Nutzen von Suchhunden im Naturschutz am Beispiel des Eurasischen Fischotters evaluieren. Dabei gehen wir einen Schritt weiter und wollen wissen, ob Suchhunde in der Lage sind, zwischen nahe verwandten Arten zu diskriminieren, auch wenn sie exakt die gleiche Diät (Fisch) zu sich genommen haben. 

In die Suche schicken
Die Hundeführerin schickt den Hund in die Suche.
Suchabfolge

Publikationen

  • Grimm-Seyfarth A, Klenke R A (2017): Suchhunde im Naturschutz: Geruchsunterscheidung zwischen nahe verwandten Arten mit identischer Diät. In: Schüler C, Kaul P (Hrsg.) Faszinosum Spürhunde: Gefahren sichtbar machen – Gefahren abwenden. Tagungsergebnisse des 3. Symposiums für Odorologie im Diensthundewesen an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Schriften der Arbeitsgemeinschaft Odorologie e.V. Band 1. Verlag Dr. Kovač, Hamburg, pp 253 - 266
  •