EMVIC

One Health - Inter- und transdisziplinäres Vernetzungsprojekt für den Einfluss von Umweltexposition auf Mikrobiom, virale Immunantworten und Kindergesundheit (BMFTR)

Das EMVIC-Netzwerk verfolgt einen One Health-Ansatz und befasst sich mit einer zentralen Forschungslücke an der Schnittstelle zwischen Umweltgesundheit, Infektionsmedizin, Mikrobiomforschung, Immunologie und Public Health. Die Fragestellung ist, wie sich Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft und frühen Kindheit auf Mikrobiom, Entwicklung des Immunsystems, Infektionsrisiko, den Erfolg von Impfungen und die langfristige Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirken, basierend auf Proben und Daten der prospektiven Mutter-Kind Kohorte LiNA (Lifestyle and environmental factors and their Influence on Newborns’ Allergy risk). 

EMVIC konzentriert sich auf drei virale Krankheitserreger, die für Public Health und Immunmodulation während des gesamten Lebens von hoher Relevanz sind: Masernviren, das Epstein-Barr-Virus (EBV) und SARS-CoV-2. Diese Viren sind Beispiele für akute (Masern, SARS-CoV-2) und persistente (EBV) Infektionen mit nachgewiesenen Zusammenhängen zur Immunregulation, zu Impfergebnissen und, im Falle von EBV, zu Autoimmunität und autoinflammatorischen Prozessen. Darmbakteriengemeinschaften und ihre Metabolite werden zunehmend als wichtige Modulatoren sowohl bei der Infektionsanfälligkeit als auch bei der Impfstoffwirksamkeit erkannt, wobei Interaktionen mit dem Immunsystem, wie z. B. Immuntoleranz und T-Zell-Regulation, hierbei eine zentrale Rolle einnehmen.

Das Gesamtvorhaben beinhaltet 4 Teilprojekte (Abb. 1) und verbindet die Expertisen aus den Bereichen 
  • Immunologie/Umwelt: Dr. Gunda Herberth, Projektkoordinatorin, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
  • Virologie: PD Dr. Corinna Pietsch, Universität Leipzig
  • Microbiom: PD Dr. Marius Vital, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
  • Epidemiologie/Serologie: Dr. Carolina Klett-Tammen, Dr. Vanessa Melhorn, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)

EMVIC Teilprojekte
Abbildung 1: Schematische Darstellung und Integration der vier Teilprojekte

Die Ergebnisse des EMVIC-Netzwerks werden eine wissenschaftliche Grundlage liefern, um besser zu verstehen, wie Umwelteinflüsse die Immunantworten auf Virusinfektionen und Impfungen beeinflussen, insbesondere bei gefährdeten Gruppen wie Schwangeren, Kindern und Jugendlichen.

Das Teilprojekt SARS@EMVIC am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ untersucht, wie sich Umweltfaktoren, insbesondere Chemikalienexposition, auf die Immunantwort gegen SARS-CoV-2 auswirken. Speziell fokussiert es auf die Untersuchung der zellulären Immunantwort bei den Kindern aus der Geburtskohorte vor und nach der Corona-Pandemie. Ziel ist es vorhandene Umweltfaktoren, wie frühe Chemikalienexposition, die sich modulierend auf die SARS-CoV-2 Immunantwort auswirken, zu identifizieren. Im nächsten Schritt wird mittels in vitro Tests untersucht, wie sich immunmodulatorische Chemikalien auf die SARS-CoV-2 Immunantwort in humanen Immunzellen auswirken. Somit werden die epidemiologischen Daten validiert und kausale Zusammenhänge abgeleitet.


Beteiligte Wissenschaftler/innen: