Konferenz; Foto: Johannes Förster

Schnittstellen Wissenschaft − Politik − Gesellschaft

Wozu wir forschen

Welche Beiträge kann und soll Umweltforschung zur Lösung drängender umweltpolitischer Probleme wie Klimawandel, Verlust der Biodiversität, Wasserqualität und Wasserknappheit und Ernährungssicherheit leisten und welche Rolle(n) können und sollen Experten in der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik spielen? Wie lässt sich das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft/ Politik legitim und effektiv gestalten und gleichzeitig die Balance zwischen wissenschaftlicher Qualität, politischer Legitimität und gesellschaftlicher Relevanz aufrechthalten?

Wissenschaftliche Expertisen gewinnen in der (globalen) Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Ressourcenpolitik immer mehr an Bedeutung. Ursachen und Folgen von globalen Problemen, wie dem anthropogenen Klimawandel, Verlust der Biodiversität, Landnutzungswandel, Mikroschadstoffeinträgen in Gewässer usw., sind heute ohne wissenschaftliche Expertise weder erfassbar noch politisch adressierbar. Die komplexen Wechselwirkungen von ökologischen und gesellschaftlichen Trends stellen auch sozialwissenschaftliche Forschung vor neuartige Herausforderungen, die Ausgangspunkt unserer Forschung sind:

  • Wie lässt sich der konkrete und kontextspezifische Informationsbedarf aus Sicht von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft adressieren, um die politische Relevanz von Forschung zu gewährleisten?
  • Wie kann unter hoher wissenschaftlicher Unsicherheit und politischer Konfliktträchtigkeit − z.B. in Feldern wie Fracking oder Energiepolitik − die Qualität von wissenschaftlichen Ergebnissen gesichert werden? Wie werden Forderungen nach mehr Partizipation von Stakeholdern mit der Prinzipien der Wissenschaftsfreiheit vereinbart?
  • Welchen Beitrag können Experten/innen zur Bewältigung von Komplexität leisten? Welche Rolle können Experten/innen in „fragmentierten“ und polyzentrischen Regimen (Klimawandel, Sustainable Development Goals) spielen?

In unserer Arbeit arbeiten wir den Stand der Forschung zu diesen Themen auf, wenden dieses Wissen im Hinblick auf konkrete Themenfelder wie Energiepolitik an und liefern auf dieser Basis Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Wissenstransfer und Wissenschaftspolitik.

Wie wir forschen

Unsere Forschung baut auf einem breiten Spektrum von qualitativen Ansätzen empirischer Sozialforschung (wie Institutionen- und Diskusanalyse, Experteninterviews und Teilnehmender Beobachtung) auf. Unser Ansatz besteht darin, sozialwissenschaftliche Forschung über Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik wie IPCC und IPBES in direkter Weise zu verbinden mit verschiedenen angewandten Transferaktivitäten und Beratungsleistungen. Im Rahmen der „UFZ Science-Policy Expert Group“ versuchen wir, unsere Forschungsergebnisse aktiv in bestehende Aktivitäten einzubringen (TEEB, IPBES-Nefo).

In der Verschränkung von wissenschaftlicher Analyse und praktischem Engagement versuchen wir, Konzepte und Leitlinien (Umgang mit Unsicherheit; Qualitätssicherung) zu entwickeln und Ansatzpunkte und geeignete Instrumente zu ihrer Gestaltung aufzuzeigen.


Sprecherin

Dr. Silke Beck