Mikrobielle Systemökologie

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Forschungsinteressen

Mikroorganismen sind für das Funktionieren natürlicher Ökosysteme unerlässlich. Sie verfügen über ein enormes genetisches, metabolisches und physiologisches Potential und lassen sich in unterschiedliche Trophieebenen einteilen. Um den Zusammenhang zwischen der vielfach noch unbeschriebenen Biodiversität und dem Funktionieren, der Stabilität sowie der Resilienz von Ökosystemen verstehen zu können, müssen wir zwangsläufig diese trophischen Ebenen und deren Wechselwirkungen stärker in Betracht ziehen.

Die Arbeitsgruppe Mikrobielle Systemökologie möchte die Bedeutung der mikrobiellen Biodiversität vor dem Hintergrund des globalen Wandels in Feldstudien wie auch in Laborexperimenten aufzuklären. Die Anwendung von molekularbiologischen und Omics-Methoden ermöglicht es uns, die Dynamik mikrobieller und viraler Lebensgemeinschaften in verschiedenen Lebensräumen und über verschiedene zeitliche und räumliche Skalen hinweg zu analysieren. Insbesondere sollen die ökologischen und evolutionären Auswirkungen mikrobieller Interaktionen mit Hilfe kontrollierter mikrobieller Systeme überprüft werden. Diese Laborsysteme reichen von miniaturisierten statischen Systemen bis zu räumlich strukturierten Versuchssystemen (d. h. experimentelle Metacommunities). Unsere Gruppe untersucht dabei alle wesentlichen mikrobiellen Akteure (Bakterien, Viren (Phagen), Protisten).

Aktuelle und zukünftige Forschungsthemen unserer Arbeitsgruppe beinhalten unter anderem:

  • die Biodiversität und Interaktionen von Bakterien, Protisten, räuberischen Bakterien (BALOs) und Viren (Phagen) in Böden entlang von Landnutzungsgradienten und unterschiedlichen klimatischen Bedingungen GCEF
  • die Beeinflussung mikrobieller und viraler Lebensgemeinschaften und Funktionen durch klimatische Veränderungen, invasive Pilzarten und chemische Belastungen in aquatischen Systemen (Flüsse, Gebirgsseen, Amphibien)
  • die Bedeutung mikrobieller Wechselwirkungen, der Adaptation und Co-evolution für die Resilienz und Stabilität mikrobieller Systeme unter multiplen Stressbedingungen (z.B. erhöhte Temperaturen, Antibiotika)
  • die Anwendung der Phagentherapie zur Bekämpfung von pathogenen Bakterien und ihre Auswirkung auf Mikrobiome

Wissenschaftler/-innen

Dr. René Kallies: Virale Diversität, Viromics

Dr. Anke Kuppardt-Kirmse (Wackwitz): Protistendiversität, Räuber-Beute-Interaktionen

Dr. Canan Karakoç: Experimentelle Ökologie und Evolution

Doktoranden/-innen

Peter Hofmann: Variabilität physiologischer und morphologische Merkmale von Phytoplankton entlang von Umweltgradienten, Mikrokosmenversuche

Judit Laufer: Zusammensetzung und Interaktionen mikrobieller Gemeinschaften in Hochgebirgsseen (P3-Projekt)

Adriana Paula Bernardo Cravo: Zusammensetzung des Hautmikrobioms von Amphibien, Verbreitung des Chytridpilz-Erregers (P3-Projekt)

Krupa Parmar: Viren und deren Einfluss auf mikrobielle Gemeinschaften im Untergrund/im Aquifer (SFB AquaDiva)


Techniker/-innen

Anett Heidtmann

Nicole Steinbach

Jonathan Seltmann

Josephine Arnold (Lehrling)


Studenten/-innen

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Gastwissenschaftler/-innen

Dr. Ellen Latz (iDiv)




Weitere Informationen über laufende Projekte und Kooperationen finden Sie auf den Internetseiten des Gruppenleiters Antonis Chatzinotas und der Gruppenmitglieder


Publikationen

Unsere Publikationen finden Sie auf den jeweiligen Internetseiten der Gruppenmitglieder.


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Jobs und Ausbildung