Statischer Düngungsversuch Bad Lauchstädt

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Der Statische Düngungsversuch gehört zu den wertvollsten Dauerversuchen der Welt. Dies beruht auf der langen Versuchsdauer, der Variantenvielfalt, den besonderen Standortbedingungen und der Kontinuität der Bewirtschaftung. Durch die langjährig gleich bleibende Düngung haben sich extreme Spannweiten in den Gehalten von Corg, Nt, pH, P(DL) und K(DL) eingestellt. Dadurch erlangt der Versuch eine weit über die Agrarforschung hinausgehende Bedeutung für die Grundlagenforschung und die Kalibrierung von Großgeräten, so dass er heute als experimentelle Plattform für die interdisziplinäre Umweltforschung genutzt werden kann.
Der Statische Düngungsversuch Bad Lauchstädt liegt in der Versuchsstation des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Bad Lauchstädt am Rande der Querfurter Platte. Der Boden ist eine Schwarzerde mit der Ackerzahl 94-98 (ausführlich beschrieben in ALTERMANNN et al. 2005). Der Versuch wurde 1902 von Schneidewind und Gröbler angelegt. Er ist 4 ha groß und besteht aus 8 Feldern, die Schlaghälften (SH) genannt werden. Jede Schlaghälfte ist ca. 200 m lang und 25,5-28,5 m breit (Abb. 1). Der Versuch wurde ursprünglich angelegt, um die Wirkung unterschiedlicher organischer und mineralischer Düngeregime auf Ertrag und Qualität der Ernten zu untersuchen.


Anlageplan des Statischen Düngungsversuches Bad Lauchstädt

Versuchsplan

Aktuelle versuchsbezogene Publikationen

Kogut, B.M., Schulz, E., Titova, N.A., Kholodov, V.A. (2011):
Organic matter of granulodensimetric fractions from virgin and arable typical Chernozems
Agrochimia (8), 3 – 9

Demyan, M.S., Rasche, F., Schulz, E., Breulmann, M., Müller, T., Cadisch, G. (2012):
Use of specific peaks obtained by diffuse reflectance Fourier transform mid-infrared spectroscopy to study the composition of organic matter in a Haplic Chernozem
Eur. J. Soil Sci. 63 (2), 189 - 199 ; online: http://dx.doi.org/10.1111/j.1365-2389.2011.01420.x

Merbach, I., Schulz, E. (2012): Long-term fertilization effects on crop yields, soil fertility and sustainability in the Static Fertilization Experiment Bad Lauchstädt under climatic conditions 2001–2010
Arch. Agron. & Soil Sci.(online: http://dx.doi.org/10.1080/03650340.2012.702895)

Körschens, M., Albert, E., Armbruster, M., Barkusky, D., Baumecker, M., Behle-Schalk, L., Bischoff, R., Čergan, Z., Ellmer, F., Herbst, F., Hoffmann, S., Hofmann, B., Kismanyoky, T., Jaromir Kubat, T., Kunzova, E., Lopez-Fandoj, C., Merbach, I., Merbach, W., Pardorj, M.T., Rogasik, J., Rühlmann, J., Spiegel, H., Schulz, E., Tajnsek, A., Toth, Z., Wegener, H., Zorno, W. (2012): Effect of mineral and organic fertilization on crop yield, nitrogen uptake, carbon and nitrogen balances, as well as soil organic carbon content and dynamics: results from 20 European long-term field experiments of the twenty-first century
Arch. Agron. & Soil Sci.(online: http://dx.doi.org/10.1080/03650340.2012.704548 )




Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Attraktoren der Bodenentwicklung auf unterschiedlichem C-Niveau
(H.-J. Vogel - Dep. Bodenphysik)

Entwicklung und Validierung von Modellen zur OS-Dynamik
(U. Franko - Dep. Bodenphysik)

Einfluss oberirdischer Biodiversität auf die C-Akkumulation in unterschiedlichen OBS-Pools zur Bildung wasserstabiler Aggregate
(E. Schulz - Dep. Bodenökologie)

Charakterisierung von Landoberflächeneigenschaften mit Fernerkundungsmethoden
(A. Lausch - Dep. ALOE )

Anwendung geophysikalischer Verfahren zur Erfassung statischer u. dynamischer Bodenparameter wie Bodenwassergehalt, Corg u. Textur
(U. Werban - Dep. Monitoring- und Erkundungstechnologien)

Einfluss langjährig differenzierter Bodenbehandlung auf die Isotopensignatur des C in der organischen Bodensubstanz (δ13C) – Schlussfolgerungen zu Stabilität/Stabilisierung von C-Pools
(E. Schulz - Dep. Bodenökologie / Böttger - Dep. Isotopenhydrologie)

Kooperation

Es besteht generell ein großes Interesse zum Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern am UFZ und externen Partner zur besseren Nutzung des wissenschaftlichen Potentials dieses Versuchs.
Diesbezügliche Aktivitäten werden von einem coordination-board koordiniert.

Für konkrete Anfragen gibt es ein Formblatt, in dem der Bedarf und die UFZ-seitigen Rahmenbedingungen
festzulegen sind.



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