Flussauen als natürliche Senken von Kohlendioxid in Sachsen-Anhalt

The project if funded by the Ministry of Science, Energy, Climate Protection, and Environment of Saxony-Anhalt
Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.


Auen sind komplexe Ökosysteme, in denen Oberflächen- und Grundwasser miteinander interagieren. Sie stellen von Natur aus dynamische Lebensräume dar, die in gemäßigten Regionen die höchste Biodiversität aufweisen und durch eine Vielzahl natürlicher sowie anthropogener Prozesse geprägt werden. Darüber hinaus gelten sie als bedeutende Senken für atmosphärischen Kohlenstoff. Dennoch sind sie bislang unzureichend erforscht, da ihre räumliche Heterogenität und zeitliche Variabilität eine genaue Erfassung biogeochemischer Stoffflüsse erschweren.

Abbildung 1. Eine überflutete Auenfläche
Abbildung 1. Eine überflutete Auenfläche
Abbildung 2. Schwäne in einem Auengewässer, die die Rolle von Auen bei der Förderung und Erhaltung der Biodiversität verdeutlichen.
Abbildung 2. Schwäne in einem Auengewässer, die die Rolle von Auen bei der Förderung und Erhaltung der Biodiversität verdeutlichen.

Dieses Projekt widmet sich den Komponenten des Kohlenstoffkreislaufs in Auenökosystemen. Die ersten Beprobungen wurden im März 2026 durchgeführt. Wir sind an wissenschaftlichen Kooperationen interessiert! Falls Sie eine Feldstudie oder ein Experiment planen, freuen wir uns, von Ihnen zu hören.

Für unsere Untersuchungen wurden die Auenlandschaften im Umfeld der Stadt Magdeburg, Sachsen-Anhalt, als Untersuchungsstandorte ausgewählt.

Abbildung 3. Kanal eines Auensees im Untersuchungsgebiet bei Magdeburg
Abbildung 3. Kanal eines Auensees im Untersuchungsgebiet bei Magdeburg

Das erste Ziel des Projekts ist die Quantifizierung der Menge an partikulärem organischem Kohlenstoff (POC), der durch Hochwasserereignisse in die Auenbereiche transportiert wird. Die Konzentrationen von Schwermetallen sowie radioaktive Isotope (137Cs) werden in Bodenprofilen und Seesedimenten analysiert, um eine chronologische Datierung der Ablagerungen zu ermöglichen. Mithilfe sequenzieller Extraktionen des organischen Kohlenstoffs werden dessen Herkunft sowie die langfristige Stabilität der Kohlenstoffverbindungen untersucht.

Abbildung 4. Beispiel eines entnommenen Bodenbohrkerns
Abbildung 4. Beispiel eines entnommenen Bodenbohrkerns

Das zweite Ziel des Projekts ist die Bewertung der Ablagerung von gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC) während Hochwasserereignissen. Hierzu werden Wasserproben aus dem Zu- und Abfluss von Seen entnommen und die DOC-Konzentrationen unter Berücksichtigung des Wasserdurchflusses quantifiziert.

Die dritte Aufgabe des Projekts besteht schließlich darin, unsere Ergebnisse auf die Auenbereiche in Sachsen-Anhalt zu übertragen. Die Hochskalierung umfasst die Abgrenzung der Auenlandschaften, die Einteilung in auentypologische Bereiche sowie die anschließende Zuordnung von Kohlenstoffvorräten und Speicherraten zu den jeweiligen Flächen.

Kontaktpersonen