Nachhaltige Kombination von bifacialen Solarmodulen, Windenergie und Biomasse bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Flächennutzung und Steigerung der Artenvielfalt (BiWiBi)

Teilvorhaben Akzeptanzfaktoren


Bearbeitung

Projektleitung des Teilvorhabens:
Nadine Pannicke

Mitarbeiter:
Raffael Stretz

Wissenschaftliche Hilfskräfte:
⇒ Konstantin Scheffler
⇒ Max Heidenreich


Partner

Projektpartner des Verbundprojekts BiWiBi:

  • Fraunhofer IMW (Koordinator)
  • Deutsches Biomasseforschungszentrum (DBFZ)
  • Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt (SK LSA)

assoziierte Partner:

  • Terrawatt
  • Gut Krauscha Landwirtschaft 

Unterauftragnehmer:

  • Next2Sun

Laufzeit

05/2020 – 04/2021

Status

Finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)


Kurzbeschreibung

Im BiWiBi-Projekt wird die Nutzung vertikaler bifacialer Photovoltaik (PV)-Module auf Blühstreifen in Kombination mit Wind- und Bioenergie bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung als innovatives multifunktionales Landnutzungskonzept inter- und transdisziplinär untersucht. Zur Vorbereitung für eine dem Forschungsprojekt folgende praktische Umsetzung entsprechender Landnutzungskonzepte sollen dabei die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt, wirtschaftliche Geschäftsmodelle skizziert, ökologische Auswirkungen ermittelt und soziale Akzeptanzfragen beantwortet werden. Das Projektergebnis bietet eine fundierte Grundlage für die Diskussion mit Landwirten, Energiegenossenschaften und anderen Akteuren im Hinblick auf die angestrebte praktische Umsetzung der entsprechenden Landnutzungskonzepte. Anknüpfend an die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen in Folgeprojekten, die implementierten Anlagen und Landnutzungskonzepte wissenschaftlich begleitet werden und verschiedene Aspekte weiter untersucht und ggf. optimiert werden.

Die Kombination von erneuerbarer Energieerzeugung und artenvielfalterhaltender Nahrungsmittelproduktion auf einer Fläche ermöglicht eine effiziente, multifunktionale Landnutzung, die zur Reduzierung von Flächennutzungskonkurrenzen beitragen kann. In diesem Projekt wird dazu ein Konzept entwickelt, dass wirtschaftlich ohne finanzielle staatliche Förderung auskommt, und dabei gleichzeitig zu regionaler Wertschöpfung, Naturschutz, Klimaschutz und Klimaanpassung in der Landwirtschaft beitragen kann. Das Konzept kann nicht nur die Flächenpotentiale zur Erzeugung erneuerbarer Energien (EE), sondern auch die Akzeptanz der Energiewende in der Gesellschaft erhöhen. Obwohl etliche andere Faktoren bei der Bewertung von EE-Anlagen als wichtiger bewertet werden als deren Landverbrauch, ist ein gesellschaftlicher Diskurs zu innovativen Landnutzungskonzepten und EE-Technologien vor dem Hintergrund zunehmender Flächennutzungskonflikte im ländlichen Raum für die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende notwendig.

Das UFZ wird im Projekt die Akzeptanzfaktoren von vertikalen bifacialen Solaranlagen untersuchen. Dafür wird ein Choice Experiment durchgeführt. In der deutschlandweiten online-basierten Befragung werden verschiedene Variablen zur Gestaltung von vertikalen Solaranlagen entlang von Blühstreifen variiert. Es wird u.a. geprüft, inwiefern zusätzliche ökologische und gesellschaftliche Mehrwerte (z.B. Klimaanpassung der Landwirtschaft bspw. durch Reduzierung von Bodentrockenheit, Beitrag zum Schutz der Biodiversität in Agrarlandschaften durch zusätzliche Habitate entlang von Blühstreifen) die gesellschaftliche Akzeptanz positiv beeinflussen und mögliche negativ wahrgenommene Auswirkungen durch die EE-Anlagen (z.B. Veränderungen des Landschaftsbildes) kompensieren oder reduzieren können. Auf Basis der Ergebnisse werden Empfehlungen für die Gestaltung von vertikalen Solaranlagen, Agrophotovoltaik-Systemen und multifunktionalen Landnutzungskonzepten abgeleitet. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund theoretischer Erkenntnisse aus Innovations- und Verhaltensökonomie mit Blick auf geeignete Kommunikationsansätze diskutiert.