Initiative Grüner Wert 

Umfassende Naturkapitalbewertung der Schutzgebiete Afrikas zur Erfassung ihrer sozio-ökonomischen Bedeutung − als Beitrag zum neuen CBD Global Biodiversity Framework 


Bearbeitung

Department Umweltpolitik

Augustin Berghöfer
⇒ Isabel Renner
Ulrike Tröger


Partner

Projektkoordination:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Rolle des UFZ:
Wissenschaftliche Koordination: Durchführung der Makro-Analysen, sowie Fallstudien.

Fernerkundungsanalysen:
Institut für Geographie und Geologie, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg

Sektor-Analysen:
Independent Economic Researchers, Kapstadt

Frankophone Fallstudien:
Dep. Biodiversity and Ecosystems, Biotope SAS, Mèze

Partnerländer:
Überregionales Vorhaben mit 6 Schwerpunkt-Ländern: Marokko, Mauretanien, Äthiopien, Madagaskar, DR Kongo, Elfenbeinküste
 


Laufzeit

09/2019 – 06/2021

Finanzierung

Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Budget UFZ

519.513€


Kurzbeschreibung

Die Anforderungen an Schutzgebiete sind heute vielfältiger denn je: als Rückzugsorte der Natur schützen sie nicht nur Tier- und Pflanzenarten und erhalten Ökosysteme. Sie stellen ebenso öffentliche Güter und regulierende Ökosystemleistungen wie Wasserrückhaltung, lokale Klimastabilität, Lebensraum für Bestäuber und Kohlenstoffspeicherung bereit. Damit leisten Schutzgebiete einen erheblichen Beitrag für wichtige Wirtschaftssektoren in ihrer Region und zur Erreichung nationaler Entwicklungsziele. In ihrer Rolle als Garanten dieser Güter und Leistungen sind Schutzgebiete stark unterschätzt.

Das Projekt „Grüner Wert“ zielt darauf ab, den Wert des Naturkapitals ausgewählter Schutzgebiete in Afrika für Wohlstand und Entwicklung ihrer Länder und Gesellschaften zu ermitteln und in politische Botschaften zu übersetzen. Dabei soll mit Hilfe der Studienergebnisse ein solides und überzeugendes Naturkapital-Narrativ entwickelt werden, um damit die Notwendigkeit für deren Erhalt in das Zentrum politischer und öffentlicher Aufmerksamkeit zu stellen.

In „Grüner Wert“ analysieren wir auf Makro-Ebene kontinentweite Daten, die Aufschluss über die Abhängigkeiten verschiedener Sektoren und Bevölkerungsgruppen von in Schutzgebieten befindlichem Naturkapital geben. Zum anderen führen wir gemeinsam mit Partnern in sechs afrikanischen Ländern konkrete Naturkapital-Analysen durch, und unterstützen bei der regionalspezifischen, politikorientierten Interpretation der Ergebnisse.

Forschungsschwerpunkte:

  • Die Interpretation von Fernerkundungsdaten, in Kombination mit Sektor-Informationen, für eine aktualisierte und politikrelevante Bestandsaufnahme geschützten Naturkapitals.
  • Die Weiterentwicklung von Naturkapital-Narrativen und Analyse-Ansätzen im Hinblick auf ihre bessere Verwendbarkeit für Politikberatung (zu Biodiversität und Nachhaltiger Entwicklung) in afrikanischen Ländern.
  • Die Überprüfung der praktischen Relevanz von Transformations-Konzepten für Naturschutzpolitik und -praxis in Entwicklungsländern.

Die Ergebnisse von „Grüner Wert“ werden zum einen auf der internationalen Politikebene insbesondere mit Blick auf den Post-2020-Prozess der CBD in Wert genutzt, also auch im Länderkontext, wo mit Hilfe des Fallstudienergebnisse die politischen Diskurse um Naturschutz durch neue Argumente bereichert werden sollen.

Rolle des UFZ

Wissenschaftliche Koordinierung: Durchführung von Makro-Analysen und Fallstudien

Publikationen

Berghöfer A., Bisom N., Huland E., Koch V., Kruse J., Locher-Krause K., Philipp M., Renner I., Thibault K., Thiel M., Tröger U., van Zyl H. (2021): Africa’s Protected Natural Assets: The importance of conservation areas for prosperous and resilient societies in Africa.

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) and Helmholtz Centre for Environmental Research (UFZ). Bonn/Eschborn and Leipzig, Germany. ISBN 978-3-944280-26-4