KoopLab

Teilhabe durch kooperative Freiraumentwicklung - Ankunftsquartiere gemeinschaftlich entwickeln


Verbundkoordination:

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien ( IMIS ), Universität Osnabrück (Jun.-Prof. Dr. Antonie Schmiz)

Projektwebseite:


Weitere Verbundpartner:


Förderung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung – BMBF

Laufzeit:

01/2018 - 12/2020


Inhalt

Ziel des Verbundprojekts KoopLab ist es, in Reallaboren in drei Kommunen (Hannover, Leipzig, Dortmund) neue Verfahren und Instrumente zur kooperativen Freiflächenentwicklung zu erarbeiten. Es wird analysiert, wie Grünflächen gestaltet und unter Einbeziehung lokaler Akteure gemeinschaftlich entwickelt werden müssen, um die sozial-räumliche Integration im Quartier zu befördern und zu seiner ökologischen Aufwertung beizutragen. Im Fokus stehen sogenannte Ankunftsquartiere, die in besonderem Maße von sozialer Benachteiligung, (temporärer) Migration und baulicher Dichte geprägt sind. Die Reallabore werden zum einen als physische Orte, z.B. in Form einer Flächengestaltung verstanden. Zum anderen bilden sie als Foren der Aushandlung von Interessen modellhafte Lernstätten für eine kooperative sozial-ökologische Quartiersentwicklung. Durch die Reallabore werden Kooperationsstrukturen gefestigt und Lernprozesse im Umgang mit zielgruppenspezifischer und kooperativer Stadtplanung ermöglicht. Erfolgsfaktoren für die Entwicklung städtischer Grün- und Freiflächen werden durch die vergleichende wissenschaftliche Begleitung der Reallabore identifiziert. Partner in der Initiierung, Durchführung und Verstetigung der Reallabore sind die Kommunen, Wohnungsunternehmen, Planungsbüros, zivilgesellschaftliche Organisationen und Intermediäre. Der Ergebnistransfer erfolgt über die Modellkommunen hinaus in die (inter-)nationale Stadtentwicklungspolitik und Forschung.

Ausführlichere Informationen finden Sie auf www.kooplab.de.

Die Städte der Fallstudien

Leipzig hat als „Stadt der Extreme“ (Rink 2015) in den letzten 25 Jahren Veränderungen von einer massiven Schrumpfung hin zu einem dynamischen Wachstum erlebt. In den migrantisch geprägten Vierteln im inneren Osten der Stadt, welche sich erst in den 1990er Jahren herausbildeten, geht die Konzentration sozialer Benachteiligung einher mit einer neuen, jungen Zuwanderung und einem beginnenden Aufwertungsdruck. Die Ausbalancierung verschiedener Bedarfe und Interessen sowie die Integration der Zuwanderer sind Schwerpunkt des in Aktualisierung befindlichen Integrierten Stadtentwicklungskonzepts "Leipzig 2030", an das mit dem Reallabor angeknüpft wird.

Dortmund ist in besonderer Weise vom Strukturwandel und einer räumlichen Konzentration von Armut gekennzeichnet. In der traditionell von Migration geprägten Dortmunder Nordstadt werden diese sozial-ökologischen Herausforderungen und Nutzungskonflikte besonders deutlich. Das Projekt kann hier auf eine stark ausgeprägte Akteurslandschaft und das erklärte Ziel der Stadt Dortmund aufbauen, den sozial-ökologischen Herausforderungen durch neue Kooperationsstrukturen (Projekt „Nordwärts“) zu begegnen.

Hannover profiliert sich nach innen und außen als „Stadt der Gärten“. Neben der Unterstützung von gärtnerischen Bottom-up-Initiativen arbeitet die Stadtverwaltung kooperativ mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammen. In dem Reallabor wird an vielfältige Erfahrungen lokaler Garteninitiativen angeknüpft, die in Quartieren mit hohem Anteil an sozial Benachteiligten und hohem Migrantenanteil umgesetzt wurden.