Nachruf / Obituary Prof. Dr. Josef Settele
Mitten aus dem Leben gerissen – Wir trauern um unseren Kollegen und Freund Josef Settele
Prof. Dr. Josef Settele war Agrarökologe von Beruf, Biodiversitäts- und Insektenforscher aus Leidenschaft, Wissenschaftskommunikator aus Überzeugung und Sorge um die biologische Vielfalt und ein großer Menschenfreund. Am 9. Oktober 2026 ist er im Alter von 65 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie.
Am 9. Oktober 2026 starb plötzlich und unerwartet Josef Settele. Wir verlieren mit ihm einen Kollegen, der wegen seiner beeindruckenden fachlichen Kompetenz und seines beruflichen Engagements bei seinen Kolleginnen und Kollegen im UFZ, in Wissenschaft und Politik auf nationaler und internationaler Bühne, bei Vereinen und Verbänden und Journalistinnen und Journalisten hohes Ansehen genoss.
Josef Settele war ein national und international renommierter Biodiversitätsforscher mit exzellenter Expertise in den Bereichen "Schutz und evolutionäre Biologie von Insekten" sowie "Biodiversität, Klimawandel und Landnutzung". Er leitete das UFZ-Department Naturschutzforschung, war außerplanmäßiger Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, außerordentlicher Professor an der Universität der Philippinen, Ehrenprofessor der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca (Rumänien) und Mitglied des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig. Seit 2020 war er Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung (SRU), seit 2020 Mitglied des Senatsausschusses Wettbewerb der Leibniz-Gemeinschaft, seit 2022 Mitglied der Fokusgruppe Biodiversität – Landnutzung – Klima der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie im Multidisciplinary Expert Panel des Weltbiodiversitätsrats IPBES und seit 2024 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Natürlicher Klimaschutz (WBNK) der deutschen Bundesregierung. Seit 2014 zählte Josef Settele im jährlichen Ranking „Highly Cited Researchers“ zu den weltweit einflussreichsten Wissenschaftlern in seinem Fachgebiet. Neben seinen unzähligen wissenschaftlichen Publikationen hat er zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher verfasst oder mitverfasst, darunter mehrere Auflagen des Schmetterlingsführers „Die Tagfalter Deutschlands“, „Die Triple Krise“ (2020) und „Keine Zeit für Pessimismus“ (2025).
Seine wissenschaftliche Laufbahn begann Josef Settele an der Universität Hohenheim, wo er 1982-1988 Agrarbiologie studierte und 1992 zu den Auswirkungen der Intensivierung des Reisanbaus auf Arthropoden philippinischer Reisterrassen promovierte. Im Jahr 1993 kam er als Wissenschaftler an das neu gegründete UFZ nach Leipzig, wo er sich 1997 habilitierte und Erfahrungen mit der Co-Koordination großer Verbundprojekte (FIFB, MOSAIK) sammelte.
2002 bekam er mit dem Projekt MACMAN (Maculinea Butterflies of the Habitats Directive and European Red List as Indicators and Tools for Habitat Conservation and Management) die Chance, sein erstes großes EU-Projekt selbst zu leiten. Bereits in diesem Projekt zeigte sich, wie gut es ihm gelang, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fast 20 Ländern gut unter einen Hut zu bringen. Mit ALARM folgte 2004-2009 das bis dato größte EU-Projekt zur terrestrischen Biodiversitätsforschung mit 67 Partnern aus 35 Ländern, in dessen Fokus potenzielle Risiken für die biologische Vielfalt wie der Klimawandel, der Verlust an Bestäubern, Umweltschadstoffe sowie die Invasion gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten standen. Aus diesem Projekt erwuchsen über 1.000 wissenschaftliche Publikationen – davon über 15 in den Fachjournalen Nature und Science. Weitere namhafte Folgeprojekte waren das BMFTR-Projekt LEGATO (2011-2016), in dem untersucht wurde, wie sich traditionelle Kulturlandschaften in Südostasien verändern und das Wissen der Bevölkerung für eine nachhaltige Landnutzung eingesetzt werden kann, oder das Projekt STACCATO (2015-2020), in dem es um nachhaltige Landwirtschaft ging.
Die im Laufe dieser Zeit erworbene breite fachliche Expertise, gepaart mit der Kompetenz in Bezug auf interdisziplinäre Kooperationen und die Koordination von Forschungsprojekten boten ideale Voraussetzungen für seine Mitarbeit in den zwischenstaatlichen Science-Policy-Plattformen Weltklimarat IPCC und Weltbiodiversitätsrat IPBES.
Von 2010 bis 2014 war er im fünften Sachstandsbericht des IPCC als Koordinierender Leitautor für das Kapitel "Terrestrische Ökosysteme und Binnengewässer" verantwortlich. 2014 folgte dann der Einstieg in die Arbeit des Weltbiodiversitätsrats IPBES, wo er viele unterschiedliche Rollen einnahm: als Koordinierender Leitautor im Bestäuber-Assessment (2014-2016), als Leitautor im regionalen Asia-Pacific Assessment (2015-2018), als einer von drei Co-Chairs des Globalen Assessments (2016-2019) und seit 2022 als gewähltes Mitglied des Multidisciplinary Expert Panel.
Dass die biologische Vielfalt für die Menschheit überlebenswichtig ist und dass es eine breite Allianz von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilbevölkerung braucht, um sie zu erhalten – kaum einer wusste das besser als Josef Settele. Das war der Ursprung für den Start eines der bekanntesten Citizen Science-Projekte in Deutschland im Jahr 2005, das Tagfalter-Monitoring Deutschland. Gleichzeitig widmete er im Laufe seiner Forscherlaufbahn einen zunehmend großen Teil seiner Arbeits- und Freizeit der Kommunikation über seine Forschung, über die Bedeutung der Biodiversität, dem Status der Ökosysteme, den Treibern des Verlustes an Biodiversität, was getan werden muss, um die Ökosysteme langfristig zu sichern und wie jeder Einzelne nachhaltiger leben kann.
Das zeigt sich in unzähligen Beiträgen in Radio, Print und TV, aber auch in seinen Aktivitäten an der Schnittstelle zu Politik und anderen Stakeholdern. So stellte er sich mit großer Offenheit den Fragen von Abgeordneten verschiedenster Ausschüsse und Parteien auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene oder suchte das Gespräch mit Personengruppen, die kontroverse politische oder wirtschaftliche Ziele verfolgen und Meinungen vertreten.
Wir verlieren mit Josef Settele auch Sepp – der von vielen Menschen wegen seiner offenen, freundlichen und zugewandten Art geschätzt wurde –, der trotz seiner wissenschaftlichen Erfolge nie die Bodenhaftung verlor und immer authentisch geblieben ist. Persönliche Kontakte zu pflegen und Projekte, Ideen und Pläne direkt von Angesicht zu Angesicht zu besprechen – gern bei einer Zigarette oder einem Kaffee – das hat ihn nicht nur als Mensch nahbar gemacht, das war sein Geheimrezept und ein wichtiger Schlüssel seines Erfolges.
Sein Tod hinterlässt eine unersetzliche Lücke. Doch Josef Settele hat Spuren hinterlassen und ein Vermächtnis, sich weiter für das stark zu machen, wofür er sich so unermüdlich eingesetzt hat.
Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und allen Menschen, die ihm persönlich nahestanden. Ihnen gilt unser tief empfundenes Mitgefühl. Wir wünschen ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft, Trost und Menschen an ihrer Seite, die ihnen Halt geben.
Prof. Katrin Böhning-Gaese I Wissenschaftliche Geschäftsführerin UFZ
Dr. Sabine Matthiä I Administrative Geschäftsführerin UFZ
Prof. Ingolf Kühn I Leiter UFZ-Themenbereich Ökosysteme der Zukunft
Torn from Life Too Soon – We Mourn the Loss of Our Colleague and Friend Josef Settele
Prof Dr Josef Settele was an agroecologist by profession, a biodiversity and insect researcher by passion, a science communicator driven by his conviction and concern for biodiversity, and a great humanitarian. On 9 October, 2026, he passed away suddenly and unexpectedly at the age of 65. Our deepest sympathies go out to his family.
On October 9, 2026, Josef Settele passed away suddenly and unexpectedly. With his passing, we have lost a colleague who was highly regarded by his colleagues at the UFZ, in the scientific and political communities at both the national and international levels, among associations and organizations, and by journalists for his impressive professional expertise and dedication to his work.
Josef Settele was a nationally and internationally renowned biodiversity researcher with outstanding expertise in the fields of “conservation and evolutionary biology of insects” as well as “biodiversity, climate change, and land use.” He headed the UFZ Department of Conservation Biology, was an adjunct professor at Martin Luther University Halle-Wittenberg, an associate professor at the University of the Philippines, an honorary professor at Babeș-Bolyai University in Cluj-Napoca (Romania), and a member of the German Center for Integrative Biodiversity Research Halle-Jena-Leipzig – iDiv. Since 2020, he has been a member of the German Advisory Council on the Environment (SRU); since 2020, a member of the Leibniz Association’s Senate Committee on Competition; since 2022, a member of the Focus Group on Biodiversity – Land Use – Climate of the German National Academy of Sciences Leopoldina, as well as a member of the Multidisciplinary Expert Panel of the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES), and, since 2024, a member of the Scientific Advisory Board on Natural Climate Protection (WBNK) of the German Federal Government. Since 2014, Josef Settele has been ranked among the world’s most influential scientists in his field in the annual “Highly Cited Researchers” ranking. In addition to his countless scientific publications, he has authored or co-authored numerous popular science books, including several editions of the butterfly guide “Die Tagfalter Deutschlands“ (The Butterflies of Germany), “Die Triple Krise“ (The Triple Crisis, 2020), and “Keine Zeit für Pessimismus“ (No Time for Pessimism, 2025).
Josef Settele started his scientific career at the University of Hohenheim, where he studied agricultural biology from 1982 to 1988 and earned his doctorate in 1992 with a dissertation on the effects of intensified rice cultivation on arthropods in Philippine rice terraces. In 1993, he joined the newly founded UFZ in Leipzig as a researcher, where he completed his habilitation in 1997 and gained experience co-coordinating large collaborative projects (FIFB, MOSAIK).
In 2002, the MACMAN project (Maculinea Butterflies of the Habitats Directive and European Red List as Indicators and Tools for Habitat Conservation and Management) provided him the opportunity to lead his first major EU project on his own. Already in this project, it became clear how he was able to effectively bring together scientists from nearly 20 countries. This was followed in 2004–2009 by ALARM, the largest EU project on terrestrial biodiversity research to date, involving 67 partners from 35 countries. The project focused on potential risks to biodiversity, such as climate change, the loss of pollinators, environmental pollutants, and the invasion of non-native animal and plant species. This project resulted in over 1,000 scientific publications – including more than 15 in the journals NATURE and SCIENCE. Other notable follow-up projects included the Federal Ministry of Research, Technology and Space (BMFTR) project LEGATO (2011–2016), which investigated how traditional cultural landscapes in Southeast Asia are changing and how local knowledge can be harnessed for sustainable land use, and the STACCATO project (2015–2020), which focused on sustainable agriculture.
The broad scientific expertise he acquired over the years, combined with his skills in interdisciplinary collaboration and the coordination of research projects, provided the ideal foundation for his involvement in the intergovernmental science-policy platforms – the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) and the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES).
From 2010 to 2014, he served as Coordinating Lead Author for the chapter “Terrestrial Ecosystems and Inland Waters” in the IPCC’s Fifth Assessment Report. In 2014, he began his work with the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES), where he held many different roles: as Coordinating Lead Author for the Pollinator Assessment (2014–2016), as Lead Author for the regional Asia-Pacific Assessment (2015–2018), as one of three Co-Chairs of the Global Assessment (2016–2019), and, since 2022, as an elected member of the Multidisciplinary Expert Panel.
That biodiversity is vital to humanity’s survival and that a broad alliance of science, politics, business, and civil society is needed to preserve it – hardly anyone knew this better than Josef Settele. In 2005 this was the impetus for the launch of one of Germany’s best-known citizen science projects, the German Butterfly Monitoring Scheme. At the same time, throughout his research career, he devoted an increasingly large portion of his work and free time to communicating about his research, the importance of biodiversity, the status of ecosystems, the drivers of biodiversity loss, action to safeguard ecosystems in the long term, and how each individual can live more sustainably.This is evident in countless contributions on radio, in print, and on TV, as well as in his activities at the intersection of politics and other stakeholders. For example, he answered questions with great openness from members of various committees and political parties at the state, federal, and European levels, and sought dialogue with groups pursuing controversial political or economic goals and holding differing views.
With Josef Settele’s passing, we also lose Sepp – who was cherished by many for his open, friendly, and approachable nature – a man who, despite his scientific achievements, never lost touch with reality and always remained authentic. Cultivating personal relationships and discussing projects, ideas, and plans face-to-face – often over a cigarette or a cup of coffee – not only made him approachable as a person; it was his secret recipe and a key to his success.
His death leaves an irreplaceable gap. Yet Josef Settele has left his mark and a legacy to continue championing the cause for which he worked so tirelessly.Our thoughts are with his family and all those who were close to him personally during these difficult hours. Our deepest sympathies go out to them. We wish them much strength, consolation, and the support of loved ones during this difficult time.
Prof Katrin Böhning-Gaese I Scientific Director UFZ
Dr Sabine Matthiä I Administrative Director UFZ
Prof Ingolf Kühn I Head of UFZ Research Unit Ecosystems of the Future
Kondolenzbuch / Book of Condolences
Hier haben Sie die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Ihre Kondolenz wird mit dem von Ihnen eingetragenen Namen – in der Regel innerhalb von ein bis zwei Werktagen – auf dieser Seite veröffentlicht.
Here you have the opportunity to sign the book of condolences. Your message of condolence will be published on this page along with the name you provided – usually within one to two business days.
Ach Sepp :( Es tut mir so unendlich leid für dich und deine
Familie!!! Ich werde dich als Mentor & Freund und Experten
vermissen. Du hast gezeigt, dass der Brückenschlag von
Wissenschaft in die Politik funktionieren kann, und dass man das
immer mit einem Lächeln und auch einem Scherz im Nebensatz
wahnsinnig erfolgreich machen kann. Ich werde deine Herzlichkeit
und deine Expertise sehr sehr vermissen. Hätte gerne noch mehr
geredet. Liebe Doris, ich hab keine guten Worte. Sei lieb
umarmt! Ich wünsche dir und euer Familie viel Kraft!
Marten Winter (iDiv, ex UFZ)
Lieber Sepp, Dein plötzlicher Tod hat mich tief erschüttert. Ich habe Dich nicht nur für Deine wissenschaftliche Kompetenz geschätzt, sondern auch für Deinen Humor, Deine Offenheit und Deine Menschlichkeit. Du wirst mir als Wissenschaftler und vor allem als Mensch in sehr guter Erinnerung bleiben. Ich werde Dich vermissen. Meine Gedanken und mein tief empfundenes Mitgefühl gelten Deiner Frau und Deiner Familie.
Martin Volk (UFZ)
Sepp, Du bist zu früh gegangen. Es gibt noch allerhand für Dich zu erledigen! Alle Kollegen, bei denen Du einen bleibenden Eindruck hinterlassen hast (und das waren so ziemlich alle, die Du getroffen hast), werden nun dies für Dich tuen und dabei immer auch an Dich und Deine Erungenschaften denken. Halte Deine Hand über die, die Dein Lebenswerk fortführen. Es war mir eine Ehre Dich gekannt zu haben, auch wenn wir nicht immer der selbe Meinung waren.
Dirk Schmeller (CNRS)
die nachricht von sepps unerwartetem tod hat mich tief getroffen. in den vergangenen jahren habe ich mich mit sepp immer wieder zu wissenschaftlichen themen ausgetauscht und mit ihm zusammengearbeitet. ich habe dabei nicht nur seine große fachliche kompetenz und sein beeindruckendes engagement für biodiversität und umwelt geschätzt, sondern ganz besonders auch seine offene, zugewandte und verbindende art. die begegnungen und gespräche mit ihm werden mir in sehr guter und dankbarer erinnerung bleiben. mit sepp verliert die wissenschaft einen außergewöhnlich engagierten menschen und viele von uns einen geschätzten kollegen und wegbegleiter. mein tiefes mitgefühl gilt seiner familie und allen, die ihm nahestanden.
jan bumberger (UFZ / iDiv)
Mein herzliches Beileid an Freund, Familie und enge Kolleg:innen von Sepp Settele. Ich bin traurig und bestürzt, weil sein Tod unerwartet und viel zu früh kommt. Ich habe Sepp 2019 bei einer Diskussion in Halle kennen gelernt und war von seiner offenen, freundlichen Art sofort eingenommen. Sein Optimismus wird uns allen, die wir zum Thema Landnutzung und Artenvielfalt arbeiten, fehlen.
Sebastian Lakner (Universität Rostock)
Liebe Familie, liebe Kolleg*innen weltweit, schockiert und traurig wünsche ich Ihnen viel Kraft für die kommenden schwierigen Zeiten der Trauer. Sepp ist jemand, der exzellente wissenschaftliche Expertise, Menschlichkeit und Humor aufs Beste verbinden konnte. Wir verdanken ihm sehr viel. Auch ich werde Sepp sehr vermissen und werde seiner in Ehren gedenken.
Thomas Potthast (Universität Tübingen und EuroNatur Stiftung)
Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Noch vergangene Woche haben wir darüber gesprochen, ihn bei einem aktuellen journalistischen Angebot einzubinden. Und dann kommt nun soeben die Nachricht von seinem Tod. Ich bin ihm nur zweimal persönlich, aber viele, viele Male digital, telefonisch und schriftlich begegnet. Immer wieder hat mich beeindruckt, wie schnell und verlässlich er sich die Zeit genommen hat, um mir in meiner Rolle bei meinen Anfragen zu helfen. Immer begleitet von gegenseitigem Vertrauen, einer beeindruckenden Gelassenheit auch in temporeichen Zeiten und seinem auf mich immer großartig wirkenden Humor, manchmal zwischen den Zeilen, manchmal völlig geradeaus. Ich wünsche seiner Familie, seinen Freunden, seinen Kolleginnen und Kollegen die Zeit, so zu trauern und sich zu verabschieden, wie es für jeden von Ihnen wichtig und gut ist. Ich werde ihn immer so in Erinnerung behalten, wie er auf mich gewirkt hat: bedingungslos freundlich, absolut verbindlich, immer zugewandt, immer mit wohltuendem Humor, immer unermüdlich, ansteckend begeisternd und so unglaublich verwoben mit dem ihm so wichtigen Themen. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Erfahrung seiner Bekanntschaft machen durfte.
Silvio Wenzel (Science Media Center Deutschland)
Liebe Angehörige, lieber Sepp, eine Nachricht zu öffnen, deren Betreff eine dunkle Vorahnung weckt, ist schwer. Die Gewissheit danach schmerzt und macht traurig. Aber es gibt die Möglichkeit, Zeilen und Worte über dich und damit an dich zu richten. Es ist zumindest eine Chance, ein Wiedersehen zu simulieren, das nun nicht mehr möglich ist. Genussvoll denke ich an dich als Dozenten an der Universität Hohenheim zurück, an unsere Suche nach dem Feuerfalter in der Rheinebene, an eure Geschichten und Berichte aus Asien und vor allem daran, Ökologie als System zu begreifen, in dem wir Menschen tüchtig mitmischen. Es sind Erinnerungen, die ich nicht missen möchte, die mir wichtig sind und mich geprägt haben. Dafür danke ich dir. Es war schön, dass sich unsere Wege kontinuierlich gekreuzt und berührt haben. Ich hatte gehofft, dich nächste Woche in Jerewan wiederzusehen. Diese Hoffnung ist mit der Nachricht vorhin zerstoben. Und doch wird vieles von dir bleiben. Nicht nur durch dich als Lehrenden, sondern auch durch dich als denjenigen, der die richtigen Worte fand, ohne dabei oberlehrerhaft oder belehrend zu wirken. Dein Optimismus, dass wir die Dinge und die Welt, in der wir leben, verbessern können, wird bleiben. Auch dafür danke ich dir, lieber Sepp.
Jens Freitag (Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK))
Lieber Sepp, was wäre die Biodiversitätsforschung in Deutschland und weltweit ohne dich! Vielen Dank auch für deinen unermüdlichen Einsatz, die Biodiversität in allen Facetten für alle zugänglich zu machen. Mein Beileid für deine Familie und deine Kolleg*innen.
Cornelia Krug (Senckenberg)
Lieber Sepp, dass Du ein Großer bist, auf Deinem Forschungsgebiet, in der Politikberatung und der Wissenschaftskommunikation, war nicht zu übersehen, auch wenn Du es nicht ständig vor Dir her getragen hast. Den vielen Menschen, denen Du in unterschiedlichen Rollen begegnet bist, hast Du Aufmerksamkeit, Warmherzigkeit und Zuwendung geschenkt. Ich bin dankbar dafür, Deine Ernsthaftigkeit, Beharrlichkeit und Zuversicht kennengelernt zu haben – und die Leichtigkeit, den Esprit und den Schalk im Nacken, der jede unserer allgäu-schwäbischen Begegnungen zu einem Erlebnis werden ließ. Danke, und Pfiat di Gott!
Gerhard Hartmuth (UFZ)
Oh nein!! War mein erster Gedanke, als ich gerade die Überschrift las - wie kann das sein? Es kann, wir wissen es alle. Ich habe Prof. Josef Settele als Redakteurin verschiedentlich eingeladen zu Interviews und war von seiner sympathischen, unkomplizierten und nahbaren Art ebenso angetan wie von seiner fachlichen Expertise. Die, wie auch Ihrem Nachruf zu entnehmen ist, beeindruckend war. Habe mich allerdings auch immer gefragt, woher er die Zeit und die Kraft nahm für all die vielen Ja´s und Aufgaben, Mitgliedschaften usw. usf. Ein großer Verlust für das UFZ, ja, die deutsche Forschungslandschaft. Gar nicht zu reden von seinem persönlichen Umfeld, besonders natürlich seiner Familie. So kann ich mich den guten Wünschen, die Sie formulieren, nur anschließen. Mögen seine Projekte, sein unermüdliches Engagement auf fruchtbarem Boden gedeihen! Es sterben immer die Falschen. Ein vielleicht nicht ganz "sauber" anmutender Gedanke, ich möchte ihn an dieser Stelle dennoch anfügen.
Annette Militz (MDR)
So sad. Over the past three years, Sepp and I had been in touch behind the scenes. We celebrated the Nature Restoration Law in Davos, knowing what a Herculean task lays ahead, and crossed paths again at events in Austria. You were a truly inspiring person: kind, critical and full of integrity. Open for questions, making time for students, and giving the most brilliant presentations! Thank you, Sepp, also for the smokes we shared and the philosophical conversations that came with them.
Rafaela Schinegger (BOKU Vienna)
Sepp, pourquoi faut-il que les meilleurs partent trop tôt? Sepp, warum müssen die Besten zu früh gehen? Ta simple apparition suffisait à allumer une lumière, simple, amicale, tranquille et tellement compétente et efficace. Allein deine Erscheingung reichte aus, ein Licht aus Einfachheit, Freundschaft, Ruhe, Kompetenz und Wirksamkeit anzuzünden. Bon voyage dans l'audelà et merci! Gute Reise ins Jenseits und Danke!
Sylvie Herrmann et François Buscot (UFZ, iDiv)
Mensch Sepp, das war doch viel zu früh. Ich werde Dich und unsere Diskussionen vermissen. Du warst mir immer ein großes Vorbild. Mein herzliches Beileid an die Familie. In tiefer Anteilnahme...
Jens Dauber (Thünen-Institut für Biodiversität)
Mein herzliches Beileid and Sepp's Familie, Freunde und Kolleginnen und Kollegen. Wir haben seit einigen Jahren im Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz zusammen gearbeitet. Sepp's Expertise, seine Schaffenskraft und seine Lebensfreude, menschliche Nahbarkeit und Lösungsorientierung haben mich sehr beeindruckt. Ich werde ihn vermissen.
Harald Grethe (Humboldt-Universität zu Berlin)
Lieber Sepp, ich kann's überhaupt nicht fassen. Wie kann das sein? Vor ein paar Tagen hast Du mir noch bei einer kniffligen Geschichte ausgeholfen. Mit Dir ist ein ganz großes UFZ-Urgestein gegangen. Und ein ganz wunderbarer Mensch. Wer witzelt jetzt mit mir über die gemeinsame allgäuer Herkunft, wer fachsimpelt mit mir über Lösungsansätze für Umweltfragen auf der internationalen Bühne. ALARM und MODELKEY haben uns damals zusammen gebracht und seitdem war es immer ein kleines Fest, Dich zu treffen. Das soll es nun nicht mehr geben? Ich habe einen ganz dicken Knoten im Hals. Wieviel schlimmer muss es für Deine Familie sein (die ich nicht kenne). Mein ganz ganz herzliches Beileid und ganz viel Kraft. Wir alle werden Sepp nicht vergessen.
Werner Brack (UFZ)
Lieber Sepp, mit Dir verlieren wir einen ganz Großen – wissenschaftlich wie menschlich. Einen Menschen, der sich unermüdlich für die Natur und den gesellschaftlichen Zusammenhalt eingesetzt hat, mit Zuversicht nach vorne geblickt und für viele ein starkes Vorbild war. Du wirst uns allen und mir persönlich ungemein fehlen. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei Deiner Familie, der ich viel Kraft und Zuversicht wünsche. In großer Dankbarkeit und Verbundenheit,
Klement Tockner (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung)
Ne, Sepp, das kann doch nicht wahr sein. Diese Nachricht macht mich ganz fertig... Das ist eindeutig zu früh, es tut mir so leid für deine Familie und alle anderen, die es trifft! Ich habe mich auf noch so manche zugeraunte Sätze im Vortragssaal gefreut, inspiriert von den vorgetragenen und diskutierten Themen und oft die Basis für wichtige Ideen, Pläne und Themen, die es später zu vertiefen galt. Und eigentlich immer noch gilt... Ich denke an dich, deine Familie und alle die dir nahe standen.
Matthias Dolek (Büro Geyer und Dolek)
Mein tiefstes Mitgefühl für die Familie und die Freunde und Kollegen. Die Nachricht von Sepp’s Tod schlägt ein wie eine Bombe. So völlig unerwartet aus dem Nichts. Sepp und ich haben über mehrere Jahrzehnte zusammengearbeitet und uns verband Freundschaft und auch die Herkunft aus dem Allgäu … wir gehörten, wie Sepp scherzhaft sagte, zur gleichen ethnischen Minderheit. Ich kann es kaum fassen, dass er so viel zu früh gegangen ist. Das schlägt ein großes Loch in der Biodiversitäts und Klimawandel-Forschungsgemeinschaft. Wenn ich frustiert war über politische Rückschlage und Trägheit, gab er mir stets ein ‚never give up‘. Ein Großer und Guter ist gegangen. Ruhe in Frieden.
Karin Zaunberger (Retired from the European Commission)
Ich habe Josef Settele erst vor wenigen Wochen auf einer Tagung in Kirchberg persönlich kennengelernt. Was für ein warmherziger, begeisterter und uneitler Mensch. Nun muss ich erfahren, dass er plötzlich gestorben ist. Ich bin tief betroffen – nach diesem einen kurzen Treffen. Liebe Familie Settele, mein aufrichtiges Beileid. Ich hoffe, Sie haben die Kraft, das zu ertragen. Nicht nur wir Menschen, auch die Natur wird ihn vermissen.
Oliver Wittig
May Prof. Settele's good memories live on among us!
Danial Esmaeili (UFZ)
Das tut mir unendlich leid. Der plötzliche Tod von Sepp hat mich sehr geschockt. Er war ein wunderbarer Mensch und Kollege, und seine fröhliche, unbeschwerte Art wird mir immer in liebevoller Erinnerung bleiben. Sepp hat so viel für die Biodiversität und den Schutz unserer Umwelt geleistet. Allein dadurch, aber vor allem auch durch seine Persönlichkeit, wird er unvergessen bleiben. Seiner Familie wünsche ich von Herzen ganz viel Kraft für diese schwere Zeit. Ich hoffe sehr, dass mit der Zeit der schmerzhafte Moment des plötzlichen Ablebens etwas in den Hintergrund treten und die vielen schönen Erinnerungen an Sepp, sein Lachen und die gemeinsam erlebten Momente immer mehr in den Vordergrund rücken werden.
Heike Peters (UFZ)