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Reference Category Journals
DOI / URL
Title (Primary) Evaluierung von Artenspürhunden beim Monitoring von Amphibien und Reptilien
Author Grimm-Seyfarth, A.; Harms, W.
Journal Jahresschrift für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik in Sachsen
Year 2019
Department NSF
Volume 20
Page From 56
Page To 69
Language deutsch
Abstract Aufgrund ihrer faszinierenden Biologie und der weltweiten Bedrohung stehen Amphibien und Reptilien in großem Interesse wissenschaftlicher Forschung. Viele unterschiedliche Faktoren sind für den rapiden Rückgang der Populationsbestände beider Tierklassen verantwortlich, u. a. die Zerstörung und Zerschneidung der Habitate, Umweltverschmutzung, der globale Klimawandel, die Ausbreitung von Krankheiten sowie die Einführung neuer Arten, die entweder Amphibien und Reptilien direkt bedrohen oder eine neue Nahrungskonkurrenz darstellen (Hayes et al. 2010, Kumar et al. 2014, Falaschi et al. 2019). Neben rein wissenschaftlicher Forschung sind Amphibien und Reptilien auch häufig Zielgruppen in Management und Landschaftsplanung, auf der einen Seite um ein Vorkommen seltener Arten nachzuweisen, auf der anderen um Einzeltiere bei Baumaßnahmen sowie an Straßen umzusetzen (siehe Übersicht in Hachtel et al. 2017).
Um Individuen beider Tierklassen nachzuweisen, stehen eine Vielzahl verschiedener Methoden zur Verfügung, die von Henle & Veith (1997) sowie Hachtel et al. (2009) zusammengestellt wurden. Während verschiedene Wasserfallen für Amphibien während ihres Reproduktionszeitraumes sehr gute Fangzahlen liefern können (Kronshage & Glandt 2014), ist die Suche an Land erheblich komplizierter. Fallenfänge sind in der Regel nur effektiv mit einem aufwendig gestalteten Fangzaun und liefern lediglich während der Migrationen zwischen
den Wasser- und Landhabitaten aussagekräftige Fangzahlen (Hill 2005). Außerhalb der Migration bei Amphibien sowie generell bei Reptilien werden häufig Transektsuchen nach Individuen durchgeführt. Diese hängen zum einen von der Aktivitätszeit der jeweiligen Art ab, zum anderen sind sie sehr zeitintensiv und dabei wenig effektiv (Hill et al. 2005). Für die Suche nach Kammmolchen (Triturus cristatus) gibt die English Nature beispielsweise an, dass Transektsuchläufe 60-mal wiederholt werden sollten, um eine verlässliche Angabe über Präsenz und Absenz der Art machen zu können (English Nature 2001). Eher versteckt lebende
Amphibien- und Reptilienarten sind über diese Methode nur ungenügend nachweisbar. (Hill et al. 2005). Selbst in Gebieten mit hohen Populationsdichten können mit den meisten Methoden nicht alle vorkommenden Arten nachgewiesen werden, vor allem in dichteren Habitaten wie Wäldern (Vences et al. 2008).
Persistent UFZ Identifier https://www.ufz.de/index.php?en=20939&ufzPublicationIdentifier=23135
Grimm-Seyfarth, A., Harms, W. (2019):
Evaluierung von Artenspürhunden beim Monitoring von Amphibien und Reptilien
Jahresschrift für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik in Sachsen 20 , 56 - 69