Pressemitteilung vom 15. Februar 2018

Forschung für fruchtbare Böden

BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher in Berlin

Fruchtbare Böden sind die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Doch fruchtbare Böden werden knapp. Zum Erhalt dieser wichtigen Ressource braucht es "Bodenwissen" und Strategien für eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Die BonaRes-Konferenz 2018 "Boden als nachhaltige Ressource" versammelt dazu vom 26. bis 28. Februar 300 nationale und internationale Bodenforscherinnen und -forscher in Berlin.

 Foto: Grafik: UFZ; Foto: paladin1212-fotolia

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Böden sind eine elementare Ressource für das Leben auf unserer Erde. Sie sind die Grundlage allen Pflanzenwachstums und damit essenziell für die Bereitstellung von Nahrung, Energie und Rohmaterialien, mit denen sich verschiedenste biobasierte Produkte erzeugen lassen. Gesunde Böden erfüllen darüber hinaus viele weitere lebenswichtige Funktionen: Sie filtern und speichern Wasser, recyceln Nährstoffe, bieten unzähligen Organismen Lebensraum und sind als Speicher für Kohlenstoff relevant für das Klima.

Doch die Ressource Boden wird knapp. Intensive Nutzung zur Deckung unseres steigenden Bedarfs an Biomasse, Versiegelung und Bebauung, Bodenverdichtung, Erosion, Schadstoffeinträge und viele weitere Faktoren führen zu einem erheblichen Rückgang fruchtbarer Böden. Um diesem Verlust wirksam entgegenzutreten, ist ein besseres Verständnis der Funktionsweise von Bodenökosystemen notwendig - verbunden mit nachhaltigen Strategien für eine ökologische und ökonomisch tragfähige Bodenbewirtschaftung.

Die BonaRes-Konferenz bringt dazu Natur- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Disziplinen zusammen, die sich mit dem System Boden und dessen Erhaltung sowie Nutzung befassen. "Für ein nachhaltiges Management unserer Böden dürfen wir nicht nur auf die Produktionsleistung von Böden schauen. Wir müssen auch alle anderen Bodenfunktionen in den Blick nehmen, etwa die Speicherung von Wasser und Kohlenstoff oder den Erhalt der biologischen Vielfalt", so Dr. Ute Wollschläger, Koordinatorin des BonaRes-Zentrums für Bodenforschung. Die Konferenz legt daher einen besonderen Fokus auf die systemische Betrachtung von Böden und ihren sozioökonomischen Wert.
"Wir stehen vor einer großen Transformation unseres Wirtschaftssystems: Der Verzicht auf fossile Energieträger soll durch die Nutzung erneuerbarer Ressourcen ermöglicht werden. Dazu braucht es fruchtbare Böden.", ergänzt Wollschläger. Diesem Anliegen trägt auch das Programm der Tagung mit seinen sieben inhaltlichen Schwerpunkten Rechnung:

  • Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Bodenfunktionen und Ökosystemleistungen
  • Auswirkungen der Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Mikroorganismen und Fauna auf die Bodenfunktionen
  • Einfluss der Bodenbewirtschaftung auf die Dynamik von Nährstoffen und Kohlenstoff in der Wurzelzone
  • Einfluss der Bewirtschaftung des Bodens auf seine Struktur und Wasserdynamik
  • Neue Messtechniken und Entscheidungshilfesysteme für nachhaltiges Bodenmanagement
  • Bewertung und Governance eines nachhaltigen Bodenmanagements
  • Verknüpfung von Daten und Modellen in der Bodenforschung

Aber was bedeutet das eigentlich für Landwirte, Industrie, Regulierung und politische Entscheidungsträger? Unter der Überschrift "Wissenschaft trifft Praxis" diskutieren zum Abschluss des zweiten Konferenztages (Dienstag, 27. Februar) Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Politik über ihre Erwartungen und Anforderungen an ein nachhaltiges Bodenmanagement und den Beitrag, den gute Forschung hierfür leisten kann.

"BonaRes" steht für "Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie". Ziel der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Initiative ist es, das wissenschaftliche Verständnis von Bodenökosystemen zu erweitern und die Produktivität der Böden und ihre anderen Funktionen zu verbessern sowie neue Strategien für eine nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung von Böden zu entwickeln. Koordiniert wird BonaRes am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Co-Koordinator ist das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Insgesamt sind 48 deutsche Forschungseinrichtungen und Institutionen beteiligt. www.bonares.de

Weitere Informationen zur Konferenz: www.bonares2018.de


Weitere Informationen

Dr. Ute Wollschläger
UFZ-Department Bodensystemforschung / Koordinatorin des BonaRes-Zentrums
ute.wollschlaeger@ufz.de

UFZ-Pressestelle

Susanne Hufe
Telefon: +49 341 235-1630
presse@ufz.de


Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

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