Pressemitteilung vom 03. September 2026
Wasserdynamik in der Landschaft besser vorhersagen
UFZ-Forscherin Larisa Tarasova erhält ERC Starting Grant
Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat die UFZ-Hydrologin Dr. Larisa Tarasova mit dem ERC Starting Grant ausgezeichnet. Dieser ist mit rund 1,5 Mio. Euro dotiert. Larisa Tarasova erhält dadurch die Möglichkeit, in ihrem Projekt earth.zip daran zu forschen, wie Landschaftsstrukturen auf verschiedenen räumlichen Ebenen die Wasserdynamik prägen. Larisa Tarasova ist damit eine der europaweit 113 Wissenschaftler:innen, die sich mit ihrem Projektantrag unter 1.261 Einreichungen im Bereich Lebenswissenschaften durchgesetzt haben.
Seit der Entstehung der Erde hat sich die Landschaft ständig verändert. Dabei sind auf der Erdoberfläche vielfältige Formen und Strukturen entstanden, die von großräumigen Gebirgszügen und Ebenen bis hin zu kleinräumigeren Bergrücken und Tälern reichen. Diese markanten Reliefmuster bestimmen mit, wie Wasser und Stoffe gespeichert und transportiert werden und schließlich in Flüsse und Ozeane gelangen. Um vorherzusagen, wie sich die Wasserressourcen künftig verändern könnten, muss deshalb auch der Einfluss dieser Muster verstanden werden. Herkömmliche hydrologische Modelle erfassen dies aber nicht, denn sie teilen die Landschaft in Rasterzellen ein und mitteln die Eigenschaften der Landschaft innerhalb der Zellen. Deshalb braucht es hydrologische Modelle, welche die Landschaft auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen darstellen.
Larisa Tarasova wird im Rahmen ihres Projekts earth.zip in den nächsten fünf Jahren eine Methode zur Darstellung von Landschaften mithilfe von Wavelets entwickeln. Das sind mathematische Funktionen, die zur Analyse von Signalen verwendet werden – in diesem Fall Satellitendaten und Drohnenbilder, mit denen sich sowohl große Formen als auch winzige Landschaftsdetails erkennen lassen und die für KI leicht interpretierbar sind. Durch die Verknüpfung mit thermischen Infrarot- und Isotopenmessungen will sie in ihrem Projekt zeigen, wie sich Strukturen an der Erdoberfläche und im Untergrund zwischen Land und Fließgewässern gegenseitig beeinflussen. Die Forschungsergebnisse sollen helfen, Erdbeobachtungsdaten besser in hydrologische Modelle zu integrieren. "Ziel ist es, Veränderungen der Wasserdynamik und von Extremereignissen wie beispielsweise Hochwasser und Dürren im Zuge des fortschreitenden globalen Wandels zuverlässiger vorherzusagen", sagt Larisa Tarasova.
Larisa Tarasova forscht seit 2016 am UFZ-Department Catchment Hydrology und ist seit 2024 Leiterin der Arbeitsgruppe "Dynamik von Einzugsgebieten und hydrologische Extreme". Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf dem Verständnis der Einflussfaktoren und der Entstehungsprozesse von hydrologischen Extremereignissen in Deutschland und Europa. Larisa Tarasova wurde an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Jahr 2020 promoviert und schloss 2015 an der Leibniz-Universität Hannover 2015 den Masterstudiengang in Wasserressourcen- und Umweltmanagement ab.
Der Europäische Forschungsrat ERC (European Research Council) ist Teil des Schwerpunkts "Wissenschaftliche Exzellenz" des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont Europa. Ziel ist die Förderung von Einzelforschenden mit neuen exzellenten Ideen. Der ERC bietet dafür Förderlinien für unterschiedliche Karrierestufen an – von den "Starting Grants" für Nachwuchsforschende bis hin zu den "Advanced Grants" für erfahrene Wissenschaftler:innen. Darüber hinaus fördert der ERC exzellente Nachwuchsforschungsgruppen und Maßnahmen, um ERC-Projektideen in Innovationen zu überführen. https://erc.europa.eu/news-events/news
ERC-Pressemitteilung: https://erc.europa.eu/news-events/news/erc-2026-starting-grants-results
Weitere Informationen
Dr. Larisa Tarasova
UFZ-Department Catchment Hydrology
larisa.tarasova@ufz.de
UFZ-Pressestelle
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Telefon: +49 341 6025-1630
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