Veranstaltungstipp vom 31. August 2026

"Chemiewende made in Delitzsch – vom linearen Verbrauch zur echten Kreislaufwirtschaft"

Das UFZ lädt ein zur 23. Helmholtz Environmental Lecture (HEL) mit Prof. Peter Seeberger

Die Chemie ist in unserem Alltag allgegenwärtig – 97 Prozent aller Produkte enthalten chemische Stoffe. Doch die Chemieindustrie in Deutschland steht durch hohe Energiekosten und schwierige Rohstoffversorgung unter Druck. Deshalb muss sie unabhängig von fossilen Ressourcen werden. Wie das gehen kann, davon berichtet Prof. Peter Seeberger, Direktor des 2025 in Delitzsch gegründeten Center for the Transformation of Chemistry (CTC). Er ist Gastredner der 23. Helmholtz Environmental Lecture (HEL), zu der das UFZ am 8. September um 17:00 Uhr alle Interessierten herzlich einlädt.

<p>Prof. Peter Seeberger</p> Foto: Sebastian Rost

Prof. Peter Seeberger


Foto: Sebastian Rost

Die zentrale Herausforderung für die chemische Industrie besteht heute darin, unabhängig von fossilen Ressourcen und „sauber“ zu werden. Es ist dringend notwendig, Ausgangsstoffe, Verfahren und Produkte neu zu überdenken und für die bislang linear ausgerichtete chemische Industrie, die große Mengen an Kohlendioxid sowie giftige Abfälle und Abwässer produziert, langfristig eine widerstandsfähige Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Das heißt, die zukünftige Versorgung mit Chemikalien und Arzneimitteln muss durch lokale, kosteneffiziente und nachhaltige Produktionsprozesse gewährleistet werden, die hauptsächlich auf nachwachsenden Rohstoffen oder recycelten Materialien basieren, dabei die höchsten Arbeitsschutz- und Umweltstandards einhalten und die Transportwege drastisch verkürzen.

Das 2025 gegründete Center for the Transformation of Chemistry (CTC) beschäftigt sich mit der Frage, wie die chemische Industrie nachhaltiger und kreislauforientierter werden kann. Gleichzeitig entsteht in Mitteldeutschland ein attraktiver Standort für Spitzenforschung, der Fachkräfte sowie Partner aus Wissenschaft und Industrie zusammenbringt. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Wissens- und Technologietransfer, damit die Forschungsergebnisse auch zum wirtschaftlichen Erfolg der Chemiebranche beitragen. Bis zu 1.000 Mitarbeitende sollen an den Standorten Delitzsch und Merseburg in wenigen Jahren beschäftigt sein.

Wie das alles umgesetzt werden soll und was hinter den "Moonshots" des CTC steckt – dem vollständig rezyklierbaren Auto und autonomen Laboren zur künftigen Produktion von Wirkstoffen und Materialien – das alles können Sie aus erster Hand von Prof. Peter Seeberger, dem Wissenschaftlichen Direktor des CTC, erfahren und im Anschluss mit ihm diskutieren.

Zur Person:
Dr. Dr. h. c. Peter H. Seeberger, Jahrgang 1966, studierte an der Universität Erlangen-Nürnberg Chemie und promovierte 1995 an der University of Colorado in Boulder in Biochemie. 1998 wurde er Assistant Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und avancierte dort 2002 zum Firmenich Associate Professor of Chemistry. Ab 2003 war er Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich. Seit 2009 leitet er die Abteilung „Biomolekulare Systeme“ am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, ist Professor an der Freien Universität Berlin sowie seit 2011 Honorarprofessor an der Universität Potsdam. Seit 2021 ist er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Mitglied des Senats der Max-Planck-Gesellschaft und des Stiftungsrats der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Seit 2025 ist er Wissenschaftlicher Direktor des „Center for the Transformation of Chemistry (CTC)“. Neben den zahlreichen Ehrungen und Preisen, die er für seine Forschung erhielt, ist er auch Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, sowie korrespondierendes Mitglied der sächsischen Akademie der Wissenschaften.

23. Helmholtz Environmental Lecture (HEL) mit Prof. Dr. Peter H. Seeberger
"Chemiewende made in Delitzsch – vom linearen Verbrauch zur echten Kreislaufwirtschaft"

Wann? Dienstag, 8. September, 17 bis 19 Uhr
Wo? Leipziger KUBUS (Saal 1), Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Permoserstraße 15, 04318 Leipzig

Auch als Live-Stream am 8. September: www.ufz.de/hel

Für die Teilnahme vor Ort bitten wir Sie um Anmeldung unter www.ufz.de/hel; Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen gern auch direkt: presse@ufz.de.

Bereits seit 2009 lädt das UFZ zur öffentlichen „Helmholtz Environmental Lecture (HEL)“ ein. Namhafte Persönlichkeiten beziehen Stellung und diskutieren mit einem interessierten Publikum zu großen umweltbezogenen Herausforderungen unserer Zeit.

 


Weitere Informationen

UFZ-Pressestelle

Susanne Hufe
Telefon: +49 341 6025-1630
presse@ufz.de


Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt und erarbeiten Lösungsoptionen. In sechs Themenbereichen befassen sie sich mit Wasserressourcen, Ökosystemen der Zukunft, Umwelt- und Biotechnologien, Chemikalien in der Umwelt, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg circa 1.100 Mitarbeitende. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

www.ufz.de

Die Helmholtz-Gemeinschaft identifiziert und bearbeitet große und vor allem drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Aufgabe ist es, langfristige Forschungsziele von Staat und Gesellschaft zu erreichen. Damit sollen die Lebensgrundlagen der Menschen erhalten und sogar verbessert werden. Helmholtz besteht aus 19 naturwissenschaftlich-technologischen und medizinisch-biologischen Forschungszentren.

www.helmholtz.de
« zurück