Pressemitteilung vom 23. Juni 2026
Von giftigen Mischungen bis hin zu Krankheiten
ERC vergibt Millionenförderung an UFZ-Forscherin Beate Escher
UFZ-Umwelttoxikologin Prof. Beate Escher erhält vom Europäischen Forschungsrat (ERC) für ihr Projekt ToxSick (From toxic mixtures to disease) einen ERC Advanced Grant. Er ist mit rund 2,5 Mio. Euro dotiert. Beate Escher ist damit eine der europaweit 96 Wissenschaftler:innen, die sich mit ihrem Projektantrag unter 975 Einreichungen im Bereich Lebenswissenschaften durchgesetzt haben.
Eine Welt ohne Chemikalien ist längst nicht mehr denkbar – sie sind nützliche Helfer im Alltag, denn sie stecken in Haushaltswaren, Elektrogeräten, Textilien und Nahrungsmitteln – und sind notwendige Basis für Industrie, Landwirtschaft, Transport-, Energie- und Gesundheitswesen. Doch ihre allgegenwärtige Präsenz birgt auch Schattenseiten, denn Chemikalien dringen auf verschiedensten Pfaden in alle Sphären des Erdsystems ein und entfalten unvorhergesehene Wirkungen – auch auf die menschliche Gesundheit.
Das Projekt ToxSick basiert auf der Hypothese, dass nicht einzelne Chemikalien, sondern die Mischung vieler Chemikalien, die sich im Laufe des Lebens im Menschen ansammelt, zur Ausbildung von Zivilisationskrankheiten beiträgt. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftler:innen um Beate Escher auf komplexe Chemikaliengemische, wie sie im menschlichen Körper vorkommen, und deren Rolle bei der Ausprägung von sechs Krankheitsgruppen – Krebs, Fortpflanzungs- und Stoffwechselstörungen, Immun- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Erkrankungen des Gehirns.
Enge Kooperationspartner des Projekts sind: Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Umweltbundesamt, Universität Luxemburg sowie die UFZ-Departments Technische Biogeochemie und Umweltimmunologie.
Beate Escher leitet seit Oktober 2014 das Department Zelltoxikologie am UFZ. Sie hat eine Professur in Umwelttoxikologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen inne, ist Privatdozentin an der ETH in Zürich (Schweiz) sowie Honorar-Professorin an der University of Queensland und an der Griffith University (Australien). Sie ist Editor-in-Chief der Zeitschrift ACS ES&T Toxicology, Mitglied des Board of Reviewing Editors von SCIENCE und war von 2017 bis 2024 Mitglied des Wissenschaftsrates. Im Fokus ihrer Forschung steht die Umweltrisikobewertung organischer Mikroverunreinigungen – insbesondere von Mischungen und Umweltproben unterschiedlicher Umweltkompartimente wie Wasser, Sedimente und Biota.
Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) ist Teil des Schwerpunkts „Wissenschaftliche Exzellenz“ des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont Europa. Ziel ist die Förderung von Einzelforschenden mit neuen, exzellenten Ideen. Der ERC bietet dazu verschiedene Förderlinien für unterschiedliche Karrierestufen an – von den „Starting Grants“ für Nachwuchsforschende bis hin zu den „Advanced Grants“ für erfahrene Wissenschaftler:innen. Darüber hinaus fördert der ERC exzellente Nachwuchsforschungsgruppen und Maßnahmen, um ERC-Projektideen in Innovationen zu überführen. https://erc.europa.eu/news-events/news/erc-2025-advanced-grants-results
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