Pressemitteilung vom 12. Mai 2026

Zukunft der Bioökonomie: Projekt "SoBio2" abgeschlossen

Im Projekt "Szenarien zum optimalen Einsatz von Biomasse in der Bioökonomie bis 2050" – gemeinsam geleitet vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) – wurde der kosteneffiziente Einsatz der begrenzt verfügbaren Biomasse in den Sektoren Energie, Chemie, Torfersatz und Holzbau sowie für die Erzeugung von Negativemissionen zur Erreichung der Klimaschutzziele bis 2050 in Deutschland untersucht. Mithilfe von Systemmodellierungen sowie verschiedenen Szenarien- und Sensitivitätsanalysen liefert das Projekt robuste Perspektiven für die Etablierung der Bioökonomie innerhalb des Untersuchungsrahmens.
Am 5. Mai 2026 fand mit über 180 Teilnehmenden die Abschlussveranstaltung des SoBio2-Projekts statt. Der Abschlussbericht steht kostenfrei als Download zur Verfügung: www.dbfz.de/report_sobio2.

<p>Integrierte Sektoren</p> Foto: DBFZ

Integrierte Sektoren


Foto: DBFZ

Im Rahmen der von UFZ-Bioenergie-Expertin Prof. Dr. Daniela Thrän moderierten Abschlussveranstaltung präsentierten die Wissenschaftler:innen Dr. Kathleen Meisel (DBFZ) und Dr. Matthias Jordan (UFZ) die zentralen Ergebnisse des Projektes.

Einigkeit bestand in der Erkenntnis, dass Biomasse als wertvolle erneuerbare und begrenzte Ressource primär dort eingesetzt werden soll, wo sie im Vergleich zu alternativen Optionen kostenoptimal zur Bedarfsdeckung bei gleichzeitiger Erreichung der Klimaschutzziele eingesetzt werden kann: „Im Flug- und Schiffsverkehr (HEFA, LNG), in der Hochtemperatur-industrieanwendung – hier in großen Teilen mit der Abscheidung und Speicherung von CO2 kombiniert –, in der flexiblen Stromerzeugung (Biogas), in der Spitzenlastwärmeerzeugung in älteren, unsanierten Gebäuden und in der chemischen Industrie (Ethanol, Methanol zur Erzeugung von Olefinen und Aromaten)“, so Dr. Kathleen Meisel vom DBFZ.

Ergänzend wies Dr. Matthias Jordan (UFZ) darauf hin, dass die eingesetzten Holzmengen im Holzbau langfristig kosteneffizient erst dann signifikant steigen, wenn zusätzliche Holzpotenziale über eine höhere Mobilisierung oder Importe verfügbar sind oder eine verbindliche Holzbauquote implementiert wird.

In verschiedenen Kurzstatements der Expert:innen wurde zudem bekräftigt, dass Klimaschutz nicht mit umfassender Nachhaltigkeit gleichzusetzen sei. Auch wenn Biomasse einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leiste, müsse deren Bereitstellung stets die Biodiversität und weitere Umweltbelange berücksichtigen, um eine wirklich nachhaltige Transformation zu gewährleisten, so die Teilnehmenden.

Am Ende der Diskussion stellte Daniela Thrän (UFZ) fest, dass die präsentierten wissenschaftlichen Kernbotschaften in Beiträge zu den aktuellen politischen Diskussionen rund um die Bioökonomie übersetzt und Optionen für die Politik abgeleitet werden.

Weitere Informationen und Downloads:
Abschlussbericht: www.dbfz.de/report_sobio2
Projektwebseite BENOPT-Modellierung: https://www.ufz.de/index.php?de=52711
Projektseiten SoBio2: www.dbfz.de/sobio2; https://www.ufz.de/index.php?de=50539
Präsentationsfolien: www.dbfz.de/abschluss_sobio2

 


Weitere Informationen

Prof. Dr. Daniela Thrän
Leiterin UFZ-Department Systemanalyse und Nachhaltigkeitsbewertung
daniela.thraen@ufz.de

Dr.-Ing. Matthias Jordan
UFZ-Department Systemanalyse und Nachhaltigkeitsbewertung
matthias.jordan@ufz.de

UFZ-Pressestelle

Susanne Hufe
Telefon: +49 341 6025-1630
presse@ufz.de


Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt und erarbeiten Lösungsoptionen. In sechs Themenbereichen befassen sie sich mit Wasserressourcen, Ökosystemen der Zukunft, Umwelt- und Biotechnologien, Chemikalien in der Umwelt, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg circa 1.100 Mitarbeitende. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

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Die Helmholtz-Gemeinschaft identifiziert und bearbeitet große und vor allem drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Aufgabe ist es, langfristige Forschungsziele von Staat und Gesellschaft zu erreichen. Damit sollen die Lebensgrundlagen der Menschen erhalten und sogar verbessert werden. Helmholtz besteht aus 19 naturwissenschaftlich-technologischen und medizinisch-biologischen Forschungszentren.

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