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Referenztyp Berichtartikel
DOI / URL
Volltext Publikationsdokument einer UFZ-Veröffentlichung
Titel (primär) Mit neuartigen Membrankatalysatoren gegen CKW im Grundwasser
Autor Kopinke, F.-D.; Köhler, R.; Mackenzie, K.;
Journal / Serie UFZ-Jahresbericht
Erscheinungsjahr 2000
Department TUCHEM; SAN;
Band/Volume '98-'99
Sprache deutsch;
Abstract

Nach einer Studie von Teutsch und Grathwohl [1] von der Universität Tübingen sind in Deutschland 11 der 15 häufigsten Grundwasserkontaminanten chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW). Erschwerend kommt hinzu, dass die Persistenz von CKW im Grundwasser die anderer Schadstoffklassen deutlich übertrifft. Sie werden unter natürlichen Grundwasserbedingungen verhältnismäßig schlecht mikrobiologisch abgebaut und somit vom Grundwasserstrom über lange Strecken transportiert. Heute kennen wir für CKW die neben Methyltertiärbuthylether (MTBE) längsten Schadstofffahnen im Grundwasser. Anfang der 90er Jahre sorgte ein Verfahren für Furore, das in Kanada von Gillham und Mitarbeitern [2] an der Universität Waterloo entwickelt wurde. Bei diesem passiven in situ-Verfahren wird Eisengranulat als Reduktionsmittel in den kontaminierten Grundwasserleiter eingebracht. Eisen ist umweltverträglich und preiswert. Die damit gefüllten »reaktiven Wände« sind in der Lage, über lange Zeiträume ohne Energiezufuhr oder Wartungsmaßnahmen CKW zu zerstören. Für leichte CKW kann die Dechlorierung mit Eisen bereits zu tolerierbaren Endprodukten (C1- und C2-Kohlenwasserstoffe) führen. Trichlorethylen wird beispielsweise stufenweise bis zum Ethylen reduziert. Allerdings reagieren niederchlorierte Zwischenprodukte, wie das hochtoxische Vinylchlorid, sehr langsam und verzögern damit die Geschwindigkeit des Reinigungsprozesses. Dennoch wären Eisenwände in vielen Fällen eine kostengünstige und akzeptable Lösung für die Zerstörung chlorierter Grundwasserkontaminanten. Leider versagt Eisen als Reduktionsmittel vollständig für aromatische Chlorkohlenwasserstoffe, wie chlorierte Benzole oder Polychlorierte Biphenyle (PCB). In der Sektion Sanierungsforschung des UFZ wurde eine Methode entwickelt, bei der ein neuartiger Palladiumkatalysator zur Reduktion aromatischer CKW im Grundwasser zur Anwendung kommt. Das ansonsten stark desaktivierungsgefährdete Palladium wird mit einer Polymermembran umhüllt, was den Katalysator resistent gegenüber ionischen Katalysatorgiften macht, das Ausbluten von Palladium auch über lange Betriebszeiten vollständig verhindert und darüber hinaus die Selektivität des Schadstoffabbaus verbessert.

ID 7334
dauerhafte UFZ-Verlinkung https://www.ufz.de/index.php?en=20939&ufzPublicationIdentifier=7334
Kopinke, F.-D., Köhler, R., Mackenzie, K. (2000):
Mit neuartigen Membrankatalysatoren gegen CKW im Grundwasser
UFZ-Jahresbericht '98-'99
UFZ Leipzig-Halle GmbH, Leipzig, S. 43 - 49