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Titel (primär) Endokrine Modulatoren. Hinweise aus epidemiologischen Studien bedürfen einer kritischen Überprüfung in Modellsystemen. Endocrine disruptors. Evidence from epidemiological studies necessitates a critical review of model systems
Autor Hoffmann, M.; Gebauer, S.; Nüchter, M.; Baber, R.; Ried, J.; von Bergen, M.; Kiess, W.;
Journal / Serie Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz
Erscheinungsjahr 2017
Department MOLSYB;
Band/Volume 60
Heft 6
Sprache deutsch;
POF III (gesamt) T42;
Keywords Endokrine Disruptoren; Epidemiologie; Risikobewertung; Rezeptorbindung; Modellsysteme
UFZ Querschnittsthemen RU3;
Abstract Endokrin disruptive Chemikalien (EDC) verursachen durch Interaktion mit hormonellen Systemen negative gesundheitliche Effekte. Sie werden nach chemischer Struktur, Wirkung auf bestimmte Hormonsysteme, Bioakkumulation, Persistenz in der Umwelt oder klinisch beobachtbarer Auswirkung klassifiziert. Zur Erforschung der komplexen Wirkungsweise im Menschen stehen bislang nur unzureichende In-vitro-Modellsysteme zur Verfügung, die zudem nicht ausreichend hochdurchsatzfähig sind, wodurch sich die Risikoevaluation ausgesprochen schwierig gestaltet. Hinzu kommt, dass in den Industrienationen lebende Menschen meist gegenüber EDC-Substanzgemischen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen exponiert sind. Derzeit unklar ist die klinische Bedeutung der durch EDC in vulnerablen Entwicklungsphasen ausgelösten epigenetischen Veränderungen. Epidemiologische Studien werden aufgrund ihrer nicht immer garantierten Reproduzierbarkeit kritisiert, dennoch bleiben sie zur Entwicklung und Prüfung von Hypothesen zur Wirkungsweise von EDC im klinischen Kontext wegen fehlender geeigneter Modellsysteme die Methode der Wahl. Positive Hinweise auf Assoziationen sind trotz zuweilen widersprüchlicher Ergebnisse der entscheidende Schlüssel zur Selektion von Faktoren, die anschließend in Modellsystemen ergebnisoffen überprüft werden können. Dieser Beitrag stellt hauptsächlich die positive epidemiologische Evidenz der durch EDC ausgelösten Effekte in den Bereichen Wachstum und Metabolismus, neurokognitive Entwicklung sowie Sexualentwicklung und Reproduktion dar. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer engen Verknüpfung von epidemiologischer und mechanistischer Forschung in Modellsystemen, insbesondere auf den Gebieten des Zusammenwirkens verschiedener EDC und der Auswirkungen pränataler und frühkindlicher Exposition.
ID 18924
dauerhafte UFZ-Verlinkung https://www.ufz.de/index.php?en=20939&ufzPublicationIdentifier=18924
Hoffmann, M., Gebauer, S., Nüchter, M., Baber, R., Ried, J., von Bergen, M., Kiess, W. (2017):
Endokrine Modulatoren. Hinweise aus epidemiologischen Studien bedürfen einer kritischen Überprüfung in Modellsystemen. Endocrine disruptors. Evidence from epidemiological studies necessitates a critical review of model systems
Bundesgesundheitsblatt-Gesund. 60 (6), 640 - 648