Hochspannungsleitung

Energieökonomische Forschung
am UFZ

Unser Ansatz

Die energieökonomische Forschung am UFZ hat ihren Ausgangspunkt im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug energiepolitischen Handelns. Unsere Forschung ist dabei angewandt und insbesondere an den aktuellen Herausforderungen der Energiewende in Deutschland sowie der europäischen Energiepolitik orientiert. Sie betrachtet die ökonomische Konzeption von Energie- und Umweltpolitik in einer Welt, die von der gleichzeitigen Erfüllung mehrerer Politikziele, von multiplem Marktversagen, von institutionellen Pfadabhängigkeiten und polit-ökonomischen Restriktionen der Regulierung geprägt ist.

Unsere Forschung erfolgt in einem interdisziplinären Zusammenhang. Innerhalb des UFZ kooperieren wir beispielsweise eng mit Kollegen der Departments Umwelt- und Planungsrecht, Ökologische Systemanalyse sowie Bioenergie. Darüber hinaus zählen wir u.a. das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sowie die Stiftung Umweltenergierecht zu unseren Forschungspartnern.

Unsere Forschungsfelder

Unsere Methoden

Laufende Projekte

Publikationen und Mitarbeiter/-innen


Aktuell

Gemeinsame Pressemitteilung von Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW):
Jetzt keine Kapazitätszahlungen für Kohle- und Gaskraftwerke. Wissenschaftler befürworten Mix von Maßnahmen, um die deutsche Stromversorgung zu sichern

Die Helmholtz-Allianz ENERGY-TRANS hat ihren neuen Policy-Brief veröffentlicht:
Braucht Deutschland jetzt Kapazitätszahlungen für eine gesicherte Stromversorgung?

Ein neuer Beitrag von Conrad Kunze und Paul Lehmann ist in der energypost erschienen:
The myth of the dark side of the Energiewende

weitere energieökonomische Blogbeiträge

weitere Publikationen zum Thema Energie


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Unsere Forschungsfelder

Markt- und Systemintegration Erneuerbarer Energien

Mit wachsenden Anteilen volatiler erneuerbarer Energien stellen sich zunehmend Fragen nach der Gewährleistung von Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit der Stromversorgung. Vor diesem Hintergrund analysieren wir einerseits Optionen zur Weiterentwicklung des Förderregimes für erneuerbare Energien, etwa durch Direktvermarktung und Ausschreibungen. Andererseits untersuchen wir auch, inwieweit die Steuerung des Stromsystems an die Bedürfnisse erneuerbarer Energien angepasst werden kann, etwa in den Bereichen Kapazitätsmechanismen, Netzregulierung und Nutzung weiterer Flexibilitätsoptionen.

Föderative Energiepolitik

Das Verhältnis zwischen deutscher Energiewende und europäischer Integration zeigt vielfältige Spannungen, möglicherweise aber auch Synergiepotential. Zentral sind hier die Fragen, inwieweit eine EU-weite Integration der nationalen Energiepolitiken bereits stattfindet und welche Art von energiepolitischer Harmonisierung/Konvergenz ökonomisch sinnvoll wäre. Darüber hinaus analysieren wir Fragestellungen im Zusammenhang mit der Koordination der Energiewendepolitik zwischen Bund und Ländern.

  • Strunz, S., Gawel, E., Lehmann, P., Söderholm, P. (2017): Policy convergence as a multi-faceted concept: The case of renewable energy policies in the EU. Journal of Public Policy, https://doi.org/10.1017/S0143814X17000034.
  • Gawel, E., Strunz, S. (2016): Dezentrale Energiepolitik – Eine fiskalföderalistische Perspektive für den deutschen Stromsektor. Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung 85 (4), 29-40.
  • Strunz, S., Gawel, E., Lehmann, P. (2016): The political economy of renewable energy policies in Germany and the EU. Utilities Policy 42, 33-41.
  • Strunz, S., Gawel, E. (2016): Importabhängigkeit und Energiewende – ein neues Risikofeld der Versorgungssicherheit? ifo-Schnelldienst 69 (15), 3-8.
  • Strunz, S., Gawel, E., Lehmann, P. (2015): Towards a general “Europeanization” of EU Member States’ energy policies? Economics of Energy & Environmental Policy 4 (2), 143-159.
  • Gawel, E., Strunz, S. (2014): State Aid Dispute on Germany’s Support for Renewables: Is the Commission on the Right Course? Journal for European Environmental and Planning Law 11 (2), 139-152.
  • Gawel, E., Strunz, S., Lehmann, P. (2014): Wieviel Europa braucht die Energiewende? Zeitschrift für Energiewirtschaft 38, 163-182.

Umweltverträglichkeit der Energiewende

Die Energiewende wird umweltpolitisch bisher vor allem unter Klimaschutzaspekten betrachtet. Neuartigen ökologischen Konflikten, die mit der Errichtung und dem Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien und komplementären Infrastrukturen (Netze, Speicher) einhergehen, wurde bis jetzt wenig Aufmerksamkeit in der politischen Debatte eingeräumt. Binnenökologische Zielkonflikte können hierbei zum Beispiel zwischen Umwelt-, Arten-, Gewässer- und Klimaschutz entstehen. Wir systematisieren diese Zielkonflikte aus ökonomischer Perspektive und analysieren Instrumente, die zur ihrer Lösung beitragen könnten. Dabei werden sowohl bestehende Instrumente als auch mögliche neue auf ihre Tauglichkeit hin untersucht.

  • Hagemann, N., Purkus, A., Hauck, J., Pannicke, N., Gawel, E. (2016): Possible futures towards a wood-based bioeconomy − a scenario analysis for Germany, Sustainability 8 (98), 1-24.
  • Pannicke, N., Gawel, E., Hagemann, N., Purkus, A., Strunz, S. (2015): The political economy of fostering a wood-based bioeconomy in Germany. German Journal of Agriculatural Economics 64 (4), 224-243.
  • Henle, K., Gawel, E., Ring, I., Strunz, S. (2016): Nuclear energy and biodiversity conservation in the face of climate change: response to Brook and Bradshaw, Conservation Biology 29, in press. DOI: 10.1111/cobi.12691.
  • Purkus, A., Röder, M., Gawel, E., Thrän, D., Thornley , P. (2015): Handling Uncertainty in Bioenergy Policy Design – A Case Study Analysis of UK and German Bioelectricity Policy Instruments, in: Biomass and Bioenergy, 79, 64-79.
  • Gawel, E. (2015): Nationale Klimaziele und die Kohlekraft − Wege und Irrwege, Zeitschrift für das gesamte Recht der Energiewirtschaft (EnWZ) 4 (10), 433-434.
  • Witte, K. (2015): Die Umweltverträglichkeit der Energiewende als Governance-Problem, in: Bruckner, Th., Gawel, E., Holländer, R., Thrän, D., Weinsziehr, Th., Verhoog, M. (Hrsg.): Zehn Jahre transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Leipzig. Festschrift anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Instituts für Infrastruktur und Ressourcenmanagement (IIRM) (= Studien zu Infrastruktur und Ressourcenmanagement, Bd. 5), Berlin: Logos, 119-124.

Räumliche Organisation der Energiewende

Der fortschreitende Ausbau erneuerbarer Energien macht aufgrund ihres erhöhten Raumbedarfes Überlegungen zur „Optimierung“ der räumlichen Allokation von Erzeugungsanlagen und komplementären Infrastrukturen erforderlich. Bei der räumlichen Verteilung von Kraftwerken und Netzen müssen vielfältige Zielkonflikte berücksichtigt und abgewogen werden. Davon ausgehend analysieren wir auftretende Raumwiderstände als Herausforderung für ein nachhaltiges Energiesystem. Das Forschungsziel besteht in der dynamischen Auflösung bzw. Minimierung räumlicher Zielkonflikte mittels einer verbesserten Ausgestaltung raumspezifizierter Treiber- bzw. Landnutzungsinstrumente.

  • Korte, K., Gawel, E. (2016): Regional differenzierte Netzentgelte als Auslaufmodell?, Energiewirtschaftliche Tagesfragen 66 (1/2), 61-65.
  • Gawel, E., Korte, K., Singer, J. (2015): Flächennutzung und erneuerbare Energien zwischen Wirtschaftsförderung, Nachhaltigkeit und effizienter Raumallokation, in: Lempp, J., van der Beek, G., Korn, Th. (Hrsg.): Aktuelle Herausforderungen in der Wirtschaftsförderung. Konzepte für eine positive regionale Entwicklung, Wiesbaden: Springer Fachmedien, 119-125.
  • Lauf, T., Söderholm, P., Lehmann, P., Gawel, E. (2015): Explaining regional differences in wind power deployment – Do institutions matter?, erscheint demnächst.
  • Gawel, E., Singer, J. (2015): Raumallokation von Erneuerbaren Energien und komplementären Infrastrukturen in dezentralisierten Energielandschaften als Governance-Herausforderung, erscheint demnächst.
  • Gawel, E., Korte, K. (2015): Regionale Verteilungswirkungen und Finanzierungsverantwortung: Bund und Länder bei der Strom-Energiewende, in: Müller, Th., Kahl, H. (Hrsg.): Energiewende im Föderalismus (Schriften zum Umweltenergierecht, Bd. 18), Baden-Baden: Nomos, 143-184.

Verteilungswirkungen der Energiewende

Die Energiewende in Deutschland bringt eine neue Erzeugungs- und Akteursstruktur im Bereich der Energieversorgung sowie veränderte Zahlungsströme und Wertschöpfungsstrukturen mit sich. Die hiermit einhergehenden Verteilungswirkungen, insbesondere in personeller, sektoraler und regionaler Hinsicht, sind Gegenstand kontroverser Debatten und rufen Kritik am bestehenden Fördersystem oder der Förderung insgesamt hervor. In unserer Forschung untersuchen wir, inwiefern tatsächlich neue Verteilungswirkungen in Folge der Förderung erneuerbarer Energien auftreten, wie diese aus ökonomischer Sicht einzuordnen und zu beurteilen sind und ob und wie die Politik korrigierend eingreifen sollte.

Instrumentenmix der Umwelt- und Energiepolitik

Praxisrelevante umwelt- und energiepolitische Instrumentenanalysen müssen die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen gleichzeitig wirkenden Instrumenten in den Blick nehmen. Ein Schwerpunkt unserer Untersuchungen liegt auf den Interaktionen zwischen dem europäischen Emissionshandel und nationalen Fördersystemen für erneuerbare Energien. Darüber hinaus nehmen wir unter anderem auch Energie- und Stromsteuern, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz oder die Regulierungsinstrumente im Netzbereich unter Policy-Mix-Aspekten in den Blick.

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Theoretischer und methodischer Zugang

Im Mittelpunkt unserer Analysen steht die Neue Institutionenökonomik, insbesondere die Transaktionskostenökonomik, die Neue Politische Ökonomie, die Theorie des institutionellen Wandels, Agency-Theorie und Theorie der Verfügungsrechte sowie die ökonomische Analyse des Rechts. Im Übrigen kommen Theorien und Methoden der Umwelt- und Energieökonomik, der Regulierungsökonomik, der Finanzwissenschaft, der Regionalökonomik sowie der Ökologischen Ökonomik zur Anwendung. Wir verwenden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden in unserer Forschung. Quantitativ stützen wir uns vor allem auf Agenten-basierte Modellierung und ökonometrische Analysen. Ferner kommen partielle Gleichgewichtsmodelle und nicht-technische Analysen zum Einsatz.


Laufende Projekte

Nachhaltiger Ausbau erneuerbarer Energien mit multiplen Umweltwirkungen – Politikstrategien zur Bewältigung ökologischer Zielkonflikte bei der Energiewende (MultiplEE)

Kopernikus-Projekte für die Energiewende. Systemintegration und Vernetzung der Energieversorgung − ENavi (BMBF)

Elektrizitätsnetze in einem nachhaltigen Energiesystem: Eine institutionenökonomische Untersuchung der Regulierung des Stromnetzsektors vor dem Hintergrund der energiepolitischen Zielsetzungen in Deutschland (Dissertation) (ENERGY-TRANS)

Umweltverträglichkeit der Energiewende – eine ökonomische Analyse ökologischer und sozialer Zielkonflikte einer nachhaltigen Transformation des Stromversorgungssystems (Dissertation) (Universität Leipzig, Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement)

Economic Analysis of Sustainable Spatial Allocations of Energy Systems – A Theoretical Examination and an Agent-Based Model of Renewable Energy Systems (Dissertation) (Helmholtz-Gemeinschaft)

Ökonomische Analyse der räumlichen Allokation erneuerbarer Energien und komplementärer Infrastrukturen (Dissertation) (Universität Leipzig, Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement)

Treiber der Bioenergieproduktion und ihre transregionalen Effekte (Dissertation)




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