Neuigkeiten aus dem WTT


Februar 2018

Grafik: UFZ Grafik: UFZ Effektives Wasserressourcen-management und Anpassungen an den Klimawandel können nur erfolgreich gestaltet werden, wenn Schlüsselvariablen des Wasserkreislaufs (z.B. Ab-flussmengen und Bodenfeuchte) korrekt auf verschiedenen Planungsebenen (z.B. lokal, regional, national und kontinental) simuliert werden.

Ein UFZ-Forschergruppe um Dr. Luis E. Samaniego-Eguiguren vom Department Hydrosystemmodellierung entwickelte das mesoskalige Hydrologische Modell (mHM), das über eine hochmoderne Multiskalen-Parametrisierung verfügt, welche einen nahtlosen und effektiven Einsatz über mehrere Planungsebenen und datenarme Regionen hinweg ermöglicht. Es kann sowohl für wissenschaftliche Zwecke als auch für die politische Entscheidungsunterstützung eingesetzt werden. Die Leistungsfähigkeit der neun weltweit bekanntesten hydrologischen Modelle wurde im Rahmen einer Vergleichsstudie (Inter-Sectoral Impact Model Intercomparison Projekt, ISI-MIP2), die von einer Wissenschaft Gruppe unter Koordination des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung durchgeführt wurde, getestet (https://doi.org/10.1007/s10584-016-1841-8). Dabei erwies sich das mHM al eines der beiden besten Modelle. In der praktischen Anwendung liefert mHM z.B. in Deutschland die Basis für den tagesaktuellen Dürremonitor am UFZ (www.ufz.de/duerremonitor). Gegenwärtig wird es von über 200 Nutzern aus ca. 35 Ländern genutzt.

Im Dezember 2017 wurde nun eine neue Version veröffentlicht. Das Modell kann unter folgenden Link herunter geladen werden: www.ufz.de/mhm

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Luis Samaniego-Eguiguren (luis.samaniego@ufz.de).

Grundwassermessstelle im HCH-kontaminiertem Flutgebiet / Quelle: UFZ Grundwassermessstelle im HCH-kontaminierten Flutgebiet der Mulde/Spittelwasser
Foto: UFZ/Archiv
Lindan gehört zu den sogenannten HCHs (Hexachlorzyklohexanen) und wurde in Deutschland lange Zeit als Insektizid eingesetzt. HCHs sind schwer abbaubar, reichern sich in der Nahrungskette an und gelten als hormonell wirksam.
Im Jahr 2003 wurde der Einsatz von Lindan in der Landwirtschaft aufgrund seiner stark toxischen Wirkung und seiner hohen Langlebigkeit EU-weit verboten. Böden und Grundwasser sind jedoch teilweise noch immer stark damit belastet. Für ein effizientes Umweltmanagement ist es wichtig zu wissen, ob und wie schnell der Schadstoffabbau voranschreitet.

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben nun eine Methode erarbeitet, mit der sich der biologische Abbau von Lindan quantifizieren lässt und die zeitliche Abschätzungen zum Fortschritt des Schadstoffabbaus ermöglicht. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Environmental Science and Technology veröffentlicht.

Der innovative Ansatz beruht auf der Isotopen- und der Enantiomeren-Fraktionierung und der Kombination zweier Detektions-Methoden. In Laborversuchen entwickelten sie ein Modell, mit dessen Hilfe das Ausmaß des Schadstoffabbaus aus Umweltproben messbar ist.
Mit der Methode könnte der biologische Abbau beim Transport im Wasser oder mit Bodenpartikeln ermittelt werden. Künftig würden damit Berechnungen möglich, wie lange die HCHs die Umwelt noch belasten.

Die Arbeiten wurden vom Ökologischen Großprojekt Bitterfeld-Wolfen, der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt sowie dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH mit Daten und Hilfe bei der Probenahme unterstützt.

Publikation:
Yaqing Liu, Safdar Bashir, Reiner Stollberg, Ralf Trabitzsch, Holger Weiß, Heidrun Paschke, Ivonne Nijenhuis, Hans-Hermann Richnow (2017). "Compound Specific and Enantioselective Stable Isotope Analysis as Tools to Monitor Transformation of Hexachlorocyclohexane (HCH) in a Complex Aquifer System". Environ. Sci. Technol., 2017, 51 (16), pp 8909-8916 http://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.6b05632

Januar 2018

Grafik: UFZ 2017 wurden bereits zum vierten Mal Preise an UFZ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergeben, die herausragende Leistungen erbracht und sich in besonderem Maße für das UFZ engagiert haben – zum Beispiel in der Forschung sowie im Wissens- und Technologietransfer.

Insgesamt wurden 80 Vorschläge für 41 potenzielle Preisträgerinnen und Preisträger sowie sieben Teams eingereicht – so viele wie nie zuvor. Die sieben Jurys haben in teilweise umfangreichen Diskussionen und Entscheidungsprozessen als Gewinner die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Im Rahmen der 53. Aufsichtsratssitzung wurden unter anderen folgende Preise verliehen:

Dr. Matthias Gehre (Department Isotopenbiogeochemie) wird der UFZ-Technologietransferpreis verliehen für die Entwicklung, Patentierung und Vermarktung eines neuen Verfahrens zur Messung von Wasserstoffisotopen.

Dr. Heidi Wittmer (Department Umweltpolitik) wird mit dem UFZ-Wissenstransferpreis ausgezeichnet für die Initiierung und Unterstützung umweltpolitischer Prozesse in Entwicklungsländern, die eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz von Ökosystemen in diesen Ländern ermöglichen.

Der UFZ-Forschungspreis geht an ein – sehr großes – Team des Departments Hydrosystemmodellierung für die Entwicklung des hydrologischen Modellsystems mHM und seiner Anwendungen wie z.B. des Dürremonitors.

BonaRes/ABO-Stand auf der IGW, Foto: UFZ Am 28. Januar ging die 83. Internationale Grüne Woche in Berlin zu Ende. Die weltweit größte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau ist bei Fachleuten und Verbrauchern gleichermaßen beliebt und zählte auch 2018 wieder rund 400.000 Gäste.

Auf dem ErlebnisBauernhof mit dabei waren in diesem Jahr auch Bodenforscher und -forscherinnen des BonaRes-Zentrums und Vertreter der Aktionsplattform Bodenschutz.

An einem gemeinsamen Messestand zum Thema "Was unsere Böden leisten" setzten sie mit einer interaktiven Bodensäule, Kästen zum Erfühlen von Bodenarten sowie Informationen zur BonaRes-Förderinitiative den Boden als unsere Lebensgrundlage gebührend in Szene.

Die wichtigste Botschaft, die jedem Gast ob Grundschüler, Landwirt oder Entscheidungsträger mit auf den Weg gegeben wurde: Intakte Böden sind für Mensch und Umwelt ebenso wichtig wie das Klima, sauberes Wasser und die Biodiversität.

Darum ließen es sich Prof. Dr. Hans-Jörg Vogel (UFZ) und Prof. Dr. Georg Guggenberger (Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft) nicht nehmen auch auf der Bühne des ErlebnisBauernhofs aufzutreten um dort wichtige Fragen rund um den Boden zu beantworten und so das Bewusstsein für unsere Böden als Lebensgrundlage zu stärken.

Dass dem Boden auf der Grünen Woche in diesem Jahr mehr Platz eingeräumt wurde, stieß durchweg auf positive Resonanz. Besonders erfreulich war, dass sowohl Landwirte als auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft BonaRes als sinnvolle und wichtige Förderinitiative bewerteten. Einige Landwirte bekundeten auch ihr Interesse, sich an BonaRes zu beteiligen.

Susanne Döhler, Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit