windmills on a rape field

Transformation von Energielandschaften

Plattform-Projekt − PP 6.2

Energielandschaften sind Teil der multifunktionalen Landschaften der Zukunft. Um diese Transformation zu steuern, entwickeln wir Entscheidungshilfen für die Integration von erneuerbaren Ressourcen und Energiesystemen in Landschaften und erforschen das Synergiepotenzial mit Optionen zur Kohlendioxid-Entfernung für die Transformation zu belastbaren Netto-Null-Energiesystemen.

Wir definieren Energielandschaften als Komposition aus Energieinfrastrukturen sowie natur- und sozialräumlichen Verhältnissen. Dabei fokussieren wir auf die Entwicklungspfade zur Klimaneutralität und die damit verbundenen Transformationsprozesse. Wir entwickeln Ansätze/Lösungen im Umgang mit Zielkonflikten in Bezug auf Energielandschaften.


Unter dem Dach der Transformation zur Nachhaltigkeit ist die Energiewende ein politisch gesteuertes Projekt, um ehrgeizige Klimaziele zu erreichen. Da 80 % der anthropogenen CO2-Emissionen durch die Energiebereitstellung freigesetzt werden, ist dies ein wichtiger Bereich, in dem erhebliche Reduzierungen erforderlich sind. Die vollständige Abkehr von der fossilen Energieversorgung hin zu einer kohlenstoffneutralen Energieversorgung (auch als Netto-Null-Energie-Systeme bezeichnet) bis spätestens 2050 ist in vielen europäischen Ländern sowohl auf EU-Ebene als auch auf Ebene der Mitgliedstaaten beschlossen worden.

Die Standortwahl und das Zusammenspiel von erneuerbaren Rohstoffen und Energieträgern in der Landschaft kann mit unterschiedlichen Präferenzen gestaltet werden, die noch in der Entwicklung und Diskussion sind. Darüber hinaus wird die Kohlendioxid-Entfernung (negative emission technology, NET) als potenzielles Element für Netto-Null-Versorgungssysteme gesehen, zumindest in bekannten Klimamodellen (IPCC 2018). Klar zu erwarten ist, dass diese neuen klimarelevanten Versorgungssysteme in Landschaften integriert werden müssen und hier vielfach Wissen fehlt, wie sie oft nur in internationalen Studien beschrieben werden und keine Anpassung an spezifische regionale Situationen aufweisen.

Energielandschaften sind somit Teil der multifunktionalen Landschaften der Zukunft. Bislang werden sie in der strategischen Energieplanung nur wenig berücksichtigt: Die Analyse und Planung von Energiesystemen umfasst in der Regel eine Vielzahl von technischen Optionen für erneuerbare Energien, die Beseitigung von Kohlendioxid sowie räumliche Informationen über die Energieinfrastruktur. Sie enthalten jedoch keine Informationen über biophysikalische Bedingungen oder spezielle Umweltrisiken, weder über die Menschen, die in einer bestimmten Landschaft leben, noch über ihre Vorstellungen von einer wünschenswerten Energielandschaft. Dies ist umso schwieriger, wenn man bedenkt, dass die Gesellschaft in vielfältiger Weise von der Transformation betroffen ist und diese auch ständig neu gestaltet.

Unsere Forschungsvision setzt genau hier an:

Wir wollen politischen Entscheidungsträgern auf verschiedenen Ebenen Entscheidungshilfen für die Integration von erneuerbaren Ressourcen und Energiesystemen (RRES) in Landschaften bieten und ihr Synergiepotenzial mit Optionen zur Kohlendioxid-Entfernung (NET) für die Transformation zu belastbaren Netto-Null-Energiesystemen erforschen.


Hauptziele des Projekts

Vor diesem Hintergrund sind die Hauptziele des Projekts:

  • Kartierung von Pfaden in eine robuste Netto-Null-Energieversorgung
  • Ermittlung des Potenzials von RRES sowie von NETs zur Erreichung der Netto-Null-Ziele
  • Untersuchung der räumlichen Anforderungen von RRES und NETs und der damit verbundenen Landnutzungskonflikte
  • Beobachtung der räumlichen Verteilung und des Einsatzes von Technologien, von politischen Diskursen und Bewertung ihrer gesellschaftlichen und institutionellen Durchführbarkeit auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene
  • Analyse und Vorschläge von Politiken und Instrumenten zur Ermöglichung von Governance im Rahmen einer Netto-Null-Energiepolitik