Grundwasserbelastung mit organischen Arsenspezies

Am Standort des ehemaligen Chemiewerkes Kapen (Sachsen-Anhalt) ist das Grundwasser im Bereich des ehemaligen Tanklagerkomplexes für chemische Kampfstoffe mit organischen Arsenverbindungen im Konzentrationsbereich von einigen Milligramm Arsengesamt pro Liter kontaminiert. Bis zu 80% des Gesamtarsengehaltes machen phenylierte Arsenspezies aus, im Wesentlichen Phenylarsonsäure und Diphenylarsinsäure.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen auf dem Gelände umfassten:

  • analytische Untersuchungen zur quantitativen Bestimmung der Phenylarsonsäuren im Wasser
  • einen Pilotversuch zur Grundwasserreinigung und
  • tiefenorientierte Erkundung der Arsenbelastung des Grundwassers mittels Direct-Push-Technologie.
  • ökotoxikologische Tests mit vom Standort gewonnenen Grundwasserproben und Reinsubstanzen (Kooperation mit dem Department Bioanalytische Ökotoxikologie)

Zur Beurteilung des Potentials der natürlichen Selbstreinigung (Natural Attenuation) wurden Versuche zur mikrobiologischen Abbaubarkeit der phenylierten Arsenverbindungen mit Standortmaterial (Grundwasser-Sediment Gemisch) durchgeführt. Folgende Versuche wurden mit den autochthonen Mikroorganismen im Labor realisiert:

  • Abbauversuche unter grundwassernahen, anaeroben Bedingungen
  • Versuche unter Zusatz entsprechender Elektronenakzeptoren zur Einstellung nitratreduzierender bzw. sulfatreduzierender Bedingungen
  • Zugabe von Elektronendonatoren zur Stimulierung/Beschleunigung eines möglichen Abbaus
  • Abbauversuche unter aeroben Bedingungen

Ziel der Untersuchungen ist es, auf Grundlage der gewonnenen Daten und Erkenntnisse konkrete Handlungsempfehlungen bezüglich einer in situ Sanierung oder des Enhanced Natural Attenuation (ENA) am Standort Kapen zu geben und damit zur nachhaltigen Verbesserung der Qualität des Grundwasserleiters beizutragen.
Das Projekt wird durch die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) des Landes Sachsen Anhalt sowie durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Stipendium 20007/919) finanziell unterstützt. Der Standortmanager ist die CDM Consult GmbH.