Landnutzung in Mitteleuropa. Foto: André Künzelmann/UFZ

Department Landschaftsökologie


Welchen Einfluss hat Landnutzung auf Ökosystemfunktionen, auf die Artenvielfalt und auf erneuerbare Ressourcen – also Ökosystemleistungen, die wir von der Natur erhalten? Was ist für den Erhalt von Ökosystemleistungen in einer Landschaft wichtiger: Die Intensität der Bewirtschaftung, die Vielfalt von Landnutzungen oder die Konfiguration der Landschaft? Was sind die Treiber, die Landnutzungsveränderungen bestimmen? Wie kann man die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Ökosystemleistungen quantifizieren und zwischen den vielfältigen Nutzungsoptionen von Ressourcen abwägen? Und wie differenzieren sich Antworten auf diese Fragen in unterschiedlichen Regionen der Welt aus?

Fläche ist eine limitierte Ressource, daher sind auch die Produkte, die wir aus einer Landschaft gewinnen können - die Ökosystemleistungen - begrenzt. Die Herausforderung ist zu erkennen, wo welche Ökosystemleistungen verfügbar sind, in wie weit möglicherweise Produktivität gesteigert werden kann, aber auch welche Nutzungen sich gegenseitig ausschließen (trade-offs) oder unterstützen (Synergien). Eine klassische Unterscheidung von Schutz von Natur vs. Produktion ist für viele Regionen der Welt keine Lösung. Stattdessen gilt es die Wirkungsmechanismen in Landschaften unter unterschiedlicher Landnutzungsintensität zu verstehen. Handlungsoptionen ergeben sich aus einer optimalen Kombination von Landnutzungszusammensetzung, -struktur, und Nutzungsintensität, die unerwünschte Konflikte vermeidet und Synergien befördert.

Ausgehend von Feldmessungen, Fernerkundungsdaten und statistischen Analysen entwickeln und nutzen wir integrierte Simulationsmodelle, die ein Prozessverständnis der Interaktionen von Landnutzung, Biodiversität und Ökosystemleistungen liefern. Dazu gehören u.a. Modelle zur Wasser- und Stoffdynamik, Artverbreitungsmodelle und einfache Modelle für Artinteraktionen wie Bestäubung oder Schädlingsregulation. Dazu verwenden wir Datengrundlagen aus einer Vielzahl regionaler Fallstudien. Mit Meta-Analysen zu spezifischen Fragestellungen können wir regionale Ergebnisse im globalen Kontext einordnen und identifizieren Indikatoren, die eine Übertragbarkeit von Ergebnissen ermöglichen. Dazu nutzen wir eine Vielzahl – auch globaler – Datensätze und entwickeln statistische Verfahren zu Regionalisierung und Abschätzung der Repräsentativität regionaler Studien zur Landnutzung im globalen Kontext.

Mit dem generierten Wissen ist es möglich, Lösungsoptionen für den Umgang mit limitierten natürlichen Ressourcen und Ökosystemen zu entwickeln und möglichen Nutzungskonflikten vorzubeugen. Unser Ziel ist es, mittels interdisziplinärer Zusammenarbeit und Methoden Managementmaßnahmen für den Erhalt der Produktivität der Ökosystemfunktionen und Biodiversität zu entwickeln.

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Integrierte Projekte (UFZ)


Drittmittelprojekte (Auswahl)

  • Global Assessment of Land Use Dynamics on Greenhouse Gas Emissions and Ecosystem Services ( GLUES )
  • Helmholtz Research School Ecosystem Services Under Changing Land-Use and Climate ( ESCALATE )