Seenforschung. Foto: André Künzelmann/UFZ

Department Seenforschung


Welche Funktionen erfüllen Seen und Talsperren für unsere Gesellschaft und welche in unserer natürlichen Umwelt? Wie können wir vom Menschen verursachte Belastungen für Seen und Talsperren minimieren und welche Managementstrategien fördern den Schutz dieser Ökosysteme? Können wir die Ökosystemdynamik in Standgewässern durch mathematische Modelle beschreiben? Können diese Modelle Vorhersagen zu den Auswirkungen des Globalen Wandels liefern, die uns helfen, unsere Managementstrategien zu optimieren? Kann man eigentlich eine Talsperre so steuern, dass ihre Effekte auf das Fließgewässersystem verschwinden?


Standgewässer erfüllen wichtige Funktionen in der Landschaft. Sie sind ein Spiegel ihres Einzugsgebietes. Die Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung unserer Standgewässer liegt deshalb im integrierten Management von Einzugsgebiet und Gewässer. In den vier Arbeitsgruppen Biogeochemie, Limnophysik und Modellierung, Mikrobiologie sowie Plankton arbeiten wir deshalb an der Quantifizierung, dem Management und der Vorhersage von Stoffflüssen in Seeökosystemen im Kontext zu Landschaft und Klima.

Im Fokus unserer Arbeiten stehen Talsperren, die durch die anthropogene Nutzung einem sehr starken Management unterliegen. Die Bewirtschaftung von Talsperren ist von Nutzungskonflikten geprägt wie zum Beispiel zwischen der Trinkwasserbereitstellung oder dem Hochwasserschutz. Drängende Fragen wie etwa die Verbindung von Wassermengen- und Wassergütebewirtschaftung oder die Minimierung der ökologischen Effekte der Talsperre auf das Fließgewässer sind nach wie vor unzureichend gelöst.

Unser Ziel ist es, die weitere Etablierung ökologischer Aspekte im Management von Seen und Talsperren voranzutreiben und geeignete Werkzeuge und Lösungsansätze für die Bewirtschafter zur Verfügung zu stellen. Das setzt ein profundes Systemverständnis aller beteiligten Ökosystemkomponenten sowie deren Interaktionen voraus.