Dampf-Luft-Injektion zur partiellen Quellensanierung eines Benzol-Schadens

Das Schadenszentrum einer Boden- und Grundwasserkontamination mit BTEX, primär Benzol, liegt im Bereich einer ehemaligen Benzoldestillationsanlage. Der Grundwasserspiegel liegt bei ca. 8 m u. GOK. Bei den Bohrmaßnahmen im Jahr 2006 zur Erschließung des Pilotfelds (9 x 15 m) wurden in der ungesättigten Zone ab 3 m u. GOK bis zu 3,5 g Benzol/kg Boden und in der gesättigten Bodenzone ab ca. 7,5 m u. GOK bis zu 0,9 g/kg bestimmt.
Im Rahmen des Forschungsprojektes SAFIRA II sollen am Standort unterschiedliche Sanierungstechnologien zur partiellen Quellensanierung eingesetzt werden. Dabei sollen Fragen Effektivität, Auswirkungen auf den Abstrom, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der partiellen Quellensanierung untersucht werden. Zur In-situ Sanierung werden auf einer Pilotfläche zwei thermisch unterstützte Sanie-rungsverfahren eingesetzt werden: Dampf-Luft-Injektion (DLI) und thermische In-Situ-Sanierung mit elektrischen Heizelementen (THERIS). Zielsetzung ist die Erwärmung des Bodens auf Siedetemperatur des Benzols (85°C) mit zeitgleicher Bodenluft- und Grundwasserentnahme. Die Anlagentechnik ist in einer mobilen thermischen Sanierungsanlage in Modulbauweise (MOSAM) in drei Seecontainern installiert.
Bei beiden Verfahren werden die organischen Schadstoffe durch die Aufheizung im Boden und im Grund-wasser verdampft und mittels der Bodenluftabsaugung gasförmig aus dem Boden entnommen. Bei der DLI dient der in die mitteldurchlässigen Bodenschichten injizierte Dampf als Energieträger zur Erwärmung des ungesättigten oder gesättigten Untergrunds, während der Luftanteil als inertes Trägergas dem Transport der Schadstoffe in Richtung Bodenluftextraktionsbrunnen dient. THERIS wird in der ungesättigten Bodenzone in den schlecht durchlässigen Bodenschichten eingesetzt, um die Schadstoffe über konduktive Erwärmung des Bodens zu verdampfen.