Pressemitteilung vom 23. Januar 2012

Spitzencluster "BioEconomy" mit UFZ-Beteiligung

Leipzig/Halle/Leuna/Schkopau. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gehört zu den Gewinnern der dritten Runde des Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Es koordiniert im Spitzencluster "BioEconomy" eines der drei Leuchtturmprojekte, in dem die wissenschaftlichen Grundlagen zum "Management der BioÖkonomie" geschaffen werden. Der Spitzencluster-Wettbewerb ist Teil der Hightech-Strategie des BMBF. Über fünf Jahre fördert das BMBF die fünf Gewinner der dritten und abschließenden Runde des Wettbewerbs mit insgesamt bis zu 200 Millionen Euro. Ziel des Wettbewerbs ist es, die leistungsfähigsten regionalen Cluster auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen. Der Spitzencluster "BioEconomy " ist ein Verbund von Industrie, Mittelstand und Forschung Mitteldeutschlands, dem für die kommenden fünf Jahre 40 Millionen Euro Fördermittel des BMBF sowie weitere 40 Millionen Euro aus der Industrie zur Verfügung stehen.

Bagger sortiert Holzstämme

Das Cluster "BioEconomy" setzt vor allem auf die nachhaltige Maximierung der Wertschöpfung von Holz zur Erzeugung von Chemikalien, Werkstoffen, neuen Materialien und Energie.
Foto: André Künzelmann/UFZ

Der Verbund hat das Ziel, non-food-Biomasse wie Holz zur Erzeugung von Werkstoffen, Chemikalien und Energieträgern effizient und nachhaltig zu nutzen. Auf diese Weise kann Biomasse nicht nur energetisch, sondern auch stofflich genutzt werden und die Abhängigkeit von fossilen Inputs mit problematischer Nachhaltigkeit reduzieren. Denn nach wie vor wird das Potenzial, das in Pflanzen steckt, noch nicht voll ausgeschöpft. Kohlenstoffreiche Rohstoffe wie Holz oder mehrjährige Pflanzen lassen sich in zahlreiche chemische Basisprodukte zerlegen. Ob diese dann beispielsweise Ausgangsstoff für den Massenmarkt, Biokraftstoffe oder für den Hochqualitätsmarkt chemische Rohstoffe sein werden, ist eine der Fragen, die die Verbundpartner beantworten wollen. Es geht also um eine nachhaltige Maximierung der Wertschöpfung aus nachwachsenden Rohstoffen. Erreichen wollen das die Projektpartner durch die intelligente Kopplung verschiedener Produktionen (Koppelproduktion) und eine kaskadenförmige Rohstoffnutzung, aber auch durch eine abgestimmte Skalierung von Prozessen und Anlagen. Der Spitzencluster verbindet die für die Bioökonomie relevanten Industriebereiche wie die chemische Industrie, die Papier- und Zellstoffindustrie, die Land- und Forstwirtschaft, die Energiewirtschaft sowie den Maschinen- und Anlagenbau in Mitteldeutschland und bildet erstmals die gesamte Innovations- und Wertschöpfungskette branchenübergreifend ab.

Zu den Partnern gehören sowohl große Unternehmen als auch über 40 innovative Mittelständler. Seitens der Forschung sind neben dem UFZ das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna, bei dem die wissenschaftliche Koordination liegt, das Fraunhofer Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und Polymerverarbeitung (PAZ) in Schkopau, das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) in Halle, das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) und die Handelshochschule in Leipzig (HHL) beteiligt.

Das UFZ ist vor allem mit seiner Forschungsexpertise in den Bereichen Stoffstromanalyse (in Zusammenarbeit mit dem DBFZ) sowie Sozioökonomie am Spitzencluster federführend beteiligt. Im Rahmen des Leuchtturmprojektes "Management der BioÖkonomie", das als eines der wichtigsten Vorhaben im Verbund "BioEconomy" gewertet wurde, analysieren die Wissenschaftler die neuen Produktionsabläufe, Stoffströme und Produkte, die im Spitzencluster auf den Weg gebracht werden und bewerten diese hinsichtlich ihrer Effizienz, Umwelteffekte, Nachhaltigkeit und Qualität, um beim Aufbau des Clusters frühzeitig die Vorteile der neuen Rohstoffe, Kooperationen und Produkte umfassend einzubeziehen.

Erfolg und Nachhaltigkeit von Innovationen stehen und fallen mit den politischen, rechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Deshalb analysieren Sozioökonomen, Politik- und Rechtswissenschaftler des UFZ zudem die Umfeldbedingungen in der Energie-, Agrar- und Klimapolitik. Gibt es Hemmnisse oder Akzeptanzprobleme, die die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationen behindern? Sind Veränderungen im politischen, volkswirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeld zu erwarten - und mit welchen Konsequenzen? Welche Stakeholder müssen in welche Management- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden? Antworten auf diese Fragen helfen letztendlich, über Mitteldeutschland hinaus Wege in die Bioökonomie aufzuzeigen.

Die Förderung des Spitzenclusters "BioEconomy" zeigt, dass die Bundesregierung in diesem Bereich außergewöhnlich hohe Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie großes Innovationspotenzial sieht. Denn thematische Vorgaben gab es in dem Wettbewerb nicht: Ausgewählt wurden die Cluster, die in ihren jeweiligen Branchen die besten Strategien für die Zukunft präsentieren konnten.

Die Gewinner werden auf der Clusterkonferenz 2012 am 23.2.2012 in Berlin prämiert.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Daniela Thrän
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ (und DBFZ)
Prof. Dr. Daniela Thrän
Telefon: 0341/2434-475 oder 0341/2434-435

Prof. Dr. Erik Gawel
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Prof. Dr. Erik Gawel
Telefon: 0341/235-1940

Tilo Arnhold oder Doris Böhme
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
presse@ufz.de
Telefon: 0341/235-1269 oder 1635

Links

Bio Economy Cluster
www.bioeconomy.de

Pressemitteilung BMFB
www.bmbf.de/de/15573.php

Der Spitzencluster-Wettbewerb - Mehr Innovation. Mehr Wachstum:
www.spitzencluster.de

Clusterkonferenz 2012 (23.-24.2.2012):
Clusterkonferenz 2012

Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg ungefähr 1.000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit über 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 17 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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