Biodiv-News

Ein Schritt voraus: Wie Pflanzen gefährliche Mutationen vermeiden

17.01.2022

DNA-Mutationen treten nicht so zufällig auf, wie bisher angenommen wurde. Dies zeigen neue Forschungsergebnisse des Max-Planck-Instituts für Biologie Tübingen und der University of California Davis in den USA. Die Ergebnisse, die jetzt in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurden, haben das Potenzial, unsere Sichtweise der Evolution drastisch zu verändern. Die Erkenntnisse haben weitreichende Auswirkungen, von besseren Kenntnissen über die Domestizierung von Nutzpflanzen bis hin zu Vorhersagen über die Mutationslandschaft bei Krebserkrankungen.

Mehr Informationen: Artikel (mpg.de)

Die Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana)
Die Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana)

Licht ins Dunkel: unbekannte Insektenvielfalt in Deutschland

15.01.2022

In Deutschland gibt es wohl viel mehr noch unentdeckte Fliegen- und Mückenarten als bisher angenommen. Dies zeigen neue Ergebnisse des nationalen DNA-Barcoding-Projekts „German Barcode of Life III“ (GBOL III), welches gezielt bisher unbekannte Arten, sogenannte “Dark Taxa”, in unserer heimischen Fauna aufspürt.


Mehr Informationen:  SNSB – Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns » Licht ins Dunkel: unbekannte Insektenvielfalt in Deutschland

C. Chimeno, SNSB – Zoologsiche Staatssammlung München
Ausgewählte Familien der „Dark Taxa“, die im Rahmen der Studie untersucht wurden (von oben links nach unten rechts): Cecidomyiidae, Phoridae, Sciaridae, und Chironomidae.
(Bild: C. Chimeno, SNSB – Zoologsiche Staatssammlung München)

Rangezoomt: Mensch-Natur-Beziehungen

14.01.2022

Senckenberg-Wissenschaftler*innen haben gemeinsam mit einem internationalen Team eine neue Typologie eingeführt, welche Mensch-Natur-Beziehungen auf der Ebene einzelner Menschen und Naturentitäten – einer definierten Einheit aus dem Bereich Umwelt – kategorisiert. Die 17 Beziehungstypen werden anhand der jeweiligen Einstellung, Verhaltenspräferenz und des Verhaltens eines Individuums definiert. Ziel der Einordnung ist es, Strategien zur Förderung nachhaltigen und naturschutzfreundlichen Verhaltens effektiver zu gestalten und etwaige soziale Ungleichheiten in Mensch-Natur-Beziehungen offenzulegen.


Mehr Informationen: Rangezoomt: Mensch-Natur-Beziehungen | Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Thomas Müller/Senckenberg
Mensch-Natur-Beziehungen können viele Formen annehmen. Hier: Eine in der Hand eines Kindes sitzende Libelle.
(Bild: Thomas Müller/Senckenberg)

Umfassender Praxisleitfaden für DNA-basierte Methoden veröffentlicht

14.01.2022

DNA-gestützte Methoden sind Game Changer für die Bewertung der biologischen Vielfalt. Der Praxisleitfaden „A practical guide to DNA-based methods for biodiversity assessment“ des internationalen Forschungsnetzwerks DNAqua-Net liefert nun die bislang fehlenden Standardisierungen und Richtlinien für die Anwendung DNA-basierter Biomonitoring-Instrumente. Das Handbuch wird zukünftig mit der Weiterentwicklung der Technologien aktualisiert.


Mehr Informationen: Umfassender Praxisleitfaden für DNA-basierte Methoden veröffentlicht – LIB (leibniz-lib.de)

Kathrin Litza / Universität Bremen
Sammlung von Umweltproben aus dem Wasser für DNA-Analysen.
(Bild: DNAqua-Net)

Klimawandel bedroht die Artenvielfalt in Hecken

13.01.2022

Nord- und Westeuropa werden vielerorts durch Heckenlandschaften geprägt. Eine europaweite Studie unter Beteiligung der Universität Bremen hat jetzt der Einfluss von Klima und Pflege auf die Artenvielfalt in diesen Hecken untersucht. Fazit: Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar.


Mehr Informationen: Klimawandel bedroht die Artenvielfalt in Hecken - Universität Bremen (uni-bremen.de)

Kathrin Litza / Universität Bremen
Wichtig für eine große Artenvielfalt: Wallhecken zwischen Äckern und Wiesen. Um im Klimawandel bestehen zu können, sollten sie breit genug sein.
(Bild: Kathrin Litza / Universität Bremen)

Die heimlichen Förderer des Baumwachstums

10.01.2022

Die meisten Bäume leben in Symbiose mit Pilzen. Wie wichtig diese Gemeinschaft für das Wachstum ausgewachsener Bäume ist, zeigen ETH-​Forschende mit einer umfangreichen Datenanalyse erstmals grossflächig für europäische Wälder auf.


Mehr Informationen: Die heimlichen Förderer des Baumwachstums | ETH Zürich

P.Rüegg
Damit Bäume in den Himmel wachsen können, sind sie auf einen Pilzpartner angewiesen.
(Bild: P.Rüegg / ETH Zürich)

Artenverschiebung aufgrund von Kipppunkt im Humboldt-Strom vor Peru

06.01.2022

Forschende rekonstruieren Zusammenhang zwischen Ozeanerwärmung und Verschiebung zu kleineren Fischarten anhand von Sedimentproben aus dem Humboldtstrom-Gebiet


Grundlegende Veränderungen im Ozean wie eine zunehmende Erwärmung, Versauerung oder Sauerstoffreduzierung können erhebliche Folgen für die Zusammensetzung von Fischbeständen haben – bis hin zur Verdrängung einzelner Arten. Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) haben gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland, Kanada, den USA und Frankreich anhand von Sedimentproben aus dem Humboldtstrom-Gebiet vor Peru Umweltbedingungen der älteren Warmzeit vor 125.000 Jahren (Eem- Interglazial) rekonstruiert. Sie konnten aufzeigen, dass sich bei wärmeren Temperaturen vor allem kleinere, grundelartige Fischarten durchsetzen und wichtige Speisefische wie die Sardelle (Engraulis ringens) zurückdrängen. Die Entwicklung ist unabhängig von Fischereidruck und Fischereimanagement. Die stärkere Erwärmung des Humboldtstrom-Gebietes als Folge des Klimawandels hat demnach weitreichendere Auswirkungen für das Ökosystem und die weltweite Fischereiwirtschaft als bisher angenommen.


Mehr Informationen: Uni Kiel: Artenverschiebung aufgrund von Kipppunkt im Humboldt-Strom vor Peru (uni-kiel.de)

D Alvesd-unsplash
Fischkutter vor der Küste Perus im Humboldt-Auftriebssystem, einem der produktivsten Ökosysteme der Welt.
(Bild: Martin Visbeck, GEOMAR)

Mit Strategie: Biodiversität schützen und dabei Platz sparen


16.12.2021

Die Vielfalt des Lebens auf der Erde ist bedroht, die Biodiversität nimmt rapide ab. Bis zu eine Million Arten sind gefährdet. Viele könnten in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Schutzgebiete sind daher dringend notwendig, sie werden jedoch oft strategisch falsch gewählt. Doch wie lässt sich die biologische Vielfalt einer Region sinnvoll beziffern? Mit einem neuen Ansatz hat ein Forschungsteam aus Bogotá gemeinsam mit Dr. Kerstin Jantke von der Universität Hamburg jetzt die wertvollsten Flächen in den amerikanischen Tropen identifiziert.


Mehr Informationen: Mit Strategie: Biodiversität schützen und dabei Platz sparen - Universität Hamburg (uni-hamburg.de)

D Alvesd-unsplash
(Bild: D Alvesd unsplash)

Kakao-Anbau bietet Fledermäusen und Vögeln Nahrung und Lebensraum


15.12.2021

Kakao-Anbau erlaubt uns nicht nur den Genuss von Schokolade, sondern kann auch die Artenvielfalt fördern. Die Vorteile der Farmen für die biologische Vielfalt wurden in Agrarlandschaften mit Resten von tropischen Regenwäldern umfassend untersucht, waren aber in Regionen mit tropischen Trockenwäldern bisher unbekannt. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen hat nun erstmals herausgefunden, wie saisonale Effekte das Vorkommen von Vögeln und Fledermäusen – den wichtigsten Fressfeinden von schädigenden Insekten – in Kakaowäldern in Peru bestimmen.


Mehr Informationen: Presseinformationen - Georg-August-Universität Göttingen (uni-goettingen.de)

Carolina Ocampo-Ariza
Carolina Ocampo-Ariza hält einen peruanischen Sperlingskauz (Glaucidium peruanum) in einer Kakaofarm.
(Bild: Carolina Ocampo-Ariza)

Ökologischer Landbau zum Schutz von Biodiversität


13.12.2021

Im EU-Projekt Managing soil biodiversity and ecosystem services in agroecosystems across Europe under climate change (SOILCLIM) untersuchte eine Forschungsgruppe die Auswirkungen von Trockenheit auf Bodenorganismen und Ökosystemfunktionen im ökologischen und konventionellen Landbau.. Ergebnis der Studie ist eine Abnahme der biologischen Aktivität im Boden und eine erhebliche Schwächung des Beitrags der Bodenlebewesen zu Ökosystemfunktionen unter konventioneller Bewirtschaftung.


Mehr Informationen: Ökologischer Landbau zum Schutz von Biodiversität - BTU Cottbus-Senftenberg (b-tu.de)

Franz Essl
Weltweit bedeutendster Langzeit-Feldversuch zum Vergleich biologischer und konventioneller Anbausysteme in Therwil, Schweiz, mit Regenausschlussdächern.
(Bild: Dominika Kundel)

Die Einzigartigkeit verschwindet


12.12.2021

Pflanzengemeinschaften werden sich immer ähnlicher, selbst zwischen weit voneinander entfernten Regionen unseres Planeten. Grund ist die Ausbreitung gebietsfremder Pflanzenarten, so das Ergebnis eines globalen Forschungsprojektes unter Leitung Konstanzer Biologinnen und Biologen und mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Die Ergebnisse der Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurden, unterstreichen die Wichtigkeit effektiver Schutzmaßnahmen für den Erhalt regionaler Einzigartigkeit.

Mehr Informationen: Die Einzigartigkeit verschwindet (idiv.de)

Franz Essl
Der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) entlang eines Flusses in Österreich.
(Bild: Franz Essl)

Schnelle Erho­lung tro­pischer Wäl­der bietet viele kurz­fristige Vor­teile

09.12.2021

Tropische Wälder werden mit einer alarmierenden Geschwindigkeit abgeholzt. Die gerodeten Flächen dienen meist der Landwirtschaft oder Weidehaltung und werden nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Auf dem verlassenen Land kann der Wald auf natürliche Weise nachwachsen und sogenannten Sekundärwald bilden. Eine Studie, die diese Woche in Science veröffentlicht wurde, zeigt, dass sich nachwachsende Tropenwälder überraschend schnell erholen und nach 20 Jahren fast 80 % der Bodenfruchtbarkeit, Kohlenstoffspeicherung und Baumvielfalt von Urwäldern erreichen können. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass natürliche Regeneration eine kostengünstige und naturbasierte Lösung für den Klimaschutz, den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Wiederherstellung von Ökosystemen darstellt.

Mehr Informationen: Schnelle Erho­lung tro­pischer Wäl­der bietet viele kurz­fristige Vor­teile (uibk.ac.at)

Uni Innsbruck
Tropische Wälder werden meist für landwirtschaftliche Nutzung oder Weidehaltung gerodet.
(Bild: Uni Innsbruck)

Spaß am Naturschutz und Gutes tun

08.12.2021