Biodiv-News

Green Balance-Projekt gefördert - Universitätsklinikum Bonn erforscht städtische Grünflächen

29.11.2022

Bonn und Köln sind attraktive und beliebte Städte, die stetig wachsen. Mit der steigenden Einwohnerzahl und der Förderung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht auch immer mehr die Planung städtischer Grünflächen einher. Parks, Naherholungsgebiete, Wälder oder Wasserflächen sind beliebte Freizeitorte der Städterinnen und Städter. Doch was sind die Vor- und Nachteile, aber auch die Risiken dieser Grünflächen für die menschliche Gesundheit? „Insbesondere vektorübertragende Krankheiten, z.B. durch Zecken oder Stechmücken, aber auch allergische Beschwerden können durch die urbane Biodiversität an Bedeutung zunehmen. Diese Gesundheitsrisiken werden derzeit nicht systematisch erforscht und nur beiläufig in Grünflächenplanungen berücksichtigt“, so Prof. Nico Mutters, Direktor des IHPH am UKB.


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(v.l.) Prof. Thomas Kistemann, Leiter des GeoHealth Centres und des WHO Kollaborationszentrums am UKB, Dr. Timo Falkenberg, Nachwuchsgruppenleiter IHPH, und Prof. Nico Mutters, Direktor des IHPH, bei Messungen im Bonner Naherholungsgebiet Kottenforst
(v.l.) Prof. Thomas Kistemann, Leiter des GeoHealth Centres und des WHO Kollaborationszentrums am UKB, Dr. Timo Falkenberg, Nachwuchsgruppenleiter IHPH, und Prof. Nico Mutters, Direktor des IHPH, bei Messungen im Bonner Naherholungsgebiet Kottenforst
Foto: Rolf Müller, Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Biodiversitätsverlust im Anthropozän: Senckenberg geht wegweisende Schritte für den Schutz von Natur und Mensch

28.11.2022

Im Zeitalter des Anthropozäns ist der Mensch eine gestaltende Kraft im Erdsystem geworden: Menschen verändern den Planeten Erde nicht nur für wenige Generationen, sondern für Tausende bis Millionen von Jahren. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat sich vollumfänglich für das strategische Erweiterungsvorhaben „Anthropocene Biodiversity Loss“ der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ausgesprochen. Der zuständige GWK-Ausschuss folgte am 20. September 2022 der im Juli vorausgegangenen Empfehlung des Wissenschaftsrats, die Senckenberg-Erweiterung in die Haushaltsaufstellung für das Jahr 2024 aufzunehmen. Drei Schwerpunkte werden im Rahmen des Konzeptes dauerhaft etabliert: Collectomics, Biodiversity Genomics und die Solutions Labs. Ein achtes Senckenberg-Institut wird in Jena gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität etabliert.


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Sammlungen von Präparaten
Mit dem neuen Vorhaben „Anthropocene Biodiversity Loss“ wird Senckenberg die „Geobiodiversitätsforschung“ weiterentwickeln und vertiefen. Foto: Sven Tränkner, Senckenberg

Ja, es geht: Nahrungs- und Energieproduktion, Biodiversitäts- und Klimaschutz gemeinsam auf vorhandener Agrarfläche

24.11.2022

Kann zukünftige Nahrungsproduktion, nachhaltige Rohstoff- und Energieerzeugung, Biodiversitätsschutz und Wasserbewirtschaftung auf Deutschlands Agrarfläche in ausreichendem Maße gesichert werden? Ja, das geht, sagten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Strategischen Forum der DAFA vom 8.-9. November 2022. Der Vorstand der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) empfiehlt deshalb die Förderung des Ausbaus von Photovoltaik in Agrarlandschaften, Anpassung des genehmigungs- und förderrechtlichen Rahmens für Landnutzungsänderungen, Preise stärker mit gesellschaftlichen Erfordernissen in Einklang zu bringen und das gemeinsame Experimentieren von Wissenschaft und Praxis voranzutreiben.


Mehr Informationen: Nahrungs- und Energieproduktion, Biodiversitäts- und Klimaschutz gemeinsam auf vorhandener Agrarfläche - Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA)

Projektschild in Bunter Biomasse. Bild: Christian Kemnade
Projektschild in Bunter Biomasse. Foto: Christian Kemnade

Eine Weltkarte der Pflanzenvielfalt

15.11.2022

Warum gibt es an manchen Orten mehr Pflanzenarten als an anderen? Warum ist die Vielfalt in den Tropen am größten? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Artenvielfalt und Umweltbedingungen? Um diese Fragen zu beantworten, hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Göttingen die Verteilung von Pflanzenvielfalt auf der ganzen Welt rekonstruiert und hochauflösende Vorhersagen darüber gemacht, wie viele Pflanzenarten es wo gibt. Dies soll zum Schutz und Erhalt der Pflanzenvielfalt beitragen und Veränderungen im Hinblick auf die aktuelle Biodiversitäts- und Klimakrise bewerten. Die Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift New Phytologist erschienen.


Mehr Informationen: Eine Weltkarte der Pflanzenvielfalt - Georg-August-Universität Göttingen

Parque Nacional Sajama, Sajama (Bolivien). Nur wenige Pflanzenarten kommen in den höchsten Höhenlagen vor, wie diese Polylepis-Bäume auf dem bolivianischen Altiplano.
Parque Nacional Sajama, Sajama (Bolivien). Nur wenige Pflanzenarten kommen in den höchsten Höhenlagen vor, wie diese Polylepis-Bäume auf dem bolivianischen Altiplano. Foto: Patrick Weigelt

Ökosystembasiertes Fischereimanagement rettet Fischbestände der Ostsee

14.10.2022

Das erste Ökosystemmodell, welches das gesamte Nahrungsnetz der westlichen Ostsee abdeckt, sagt voraus, wie Meereslebewesen der Region auf verschiedene Fischereiszenarien und zusätzliche vom Menschen verursachte Stressfaktoren reagieren würden. Die Modellsimulationen zeigen, dass ein ökosystembasiertes Fischereimanagement die Bestände kommerziell relevanter Fischarten und der gefährdeten Schweinswale wiederherstellen würde. Das Leben im Meer würde widerstandsfähiger, und es würden sich Optionen für eine zusätzliche Kohlenstoffspeicherung eröffnen, erklärt ein Team von Meereswissenschaftler:innen unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.


Mehr Informationen: Ökosystembasiertes Fischereimanagement rettet Fischbestände der Ostsee - GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

stark gefährdete Schweinswal
Die stark gefährdete Schweinswal-Population der Ostsee kann sich durch ökosystembasiertes Fischereimanagement wieder erholen. Foto: Sven Gust, BfN

Erstmals Klassifizierung aller Lebensräume der Erde vorgelegt

12.10.2022

Von Wäldern über Steppen bis hin zu Mooren, Meeren und vielen mehr–die globale Vielfalt der Lebensräume ist überwältigend. Bis vor Kurzem gab es jedoch kein umfassendes, wissenschaftliches Klassifizierungssystem dieser Vielfalt. Ein internationales Forscher*innen-Team unter Beteiligung von Franz Essl vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien veröffentlicht nun in Nature erstmals eine Klassifizierung der Lebensräume der Erde. Die Wissenschafter*innen liefern damit eine wesentliche Grundlage für den dringend nötigen besseren Schutz von Lebensräumen.


Mehr Informationen: Erstmals Klassifizierung aller Lebensräume der Erde vorgelegt (univie.ac.at)

Steyr Fluss in Oberösterreich
Naturnahe Flüsse wie die Steyr in Oberösterreich weisen eine große Vielfalt selten gewordener Lebensräume wie Auwälder und Felshänge auf.
Bild: Franz Essl

Million Jahre alte DNA in Antarktis gefunden

05.10.2022

Eine neue Studie hat die älteste marine DNA in Tiefseesedimenten der Scotia Sea nördlich des antarktischen Kontinents entdeckt. Das Material konnte auf eine Million Jahre datiert werden. Dies zeigt, dass sedimentäre DNA den Weg zur Untersuchung langfristiger Reaktionen von Meeresökosystemen auf den Klimawandel eröffnen kann. Diese Erkenntnis wird auch dazu beitragen, die gegenwärtigen und künftigen Veränderungen des Meereslebens rund um den gefrorenen Kontinent zu bewerten.



Mehr Informationen: https://www.uni-bonn.de/de/neues/215-2022

Beprobung der Bohrkerne
DNA-Crew zur Beprobung der Bohrkerne mit Studienleiterin Linda Armbrecht in der Mitte.
Foto: Sarah Kachovich

Schwerpunkt Artenvielfalt

04.10.2022

Im Dezember findet die UN-Artenschutzkonferenz COP 15 statt. ARD-Wissenschaftsreaktionen berichten in diesem Zusammenhang über Artenschutz und Biodiversität. Die Inhalte zu dem Schwerpunkt Artenvielfalt sind nun gebündelt auf einer neuen Sammelseite zu finden.



Mehr Informationen: https://www.ardalpha.de/wissen/natur/tiere/artenschutz/artenschutz-artenvielfalt-artensterben-schwerpunkt-100.html

Bild: ARDalpha
Bild: ARDalpha

Neue genetische Variation aus alten und exotischen Sorten für den umweltfreundlichen Weizenanbau


04.10.2022

Genbanken weltweit leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Neben negativen Merkmalen besitzen viele alte und exotische Sorten auch wertvolle Genvarianten, die in modernen Sorten verloren gegangen sind, aber für die Pflanzenproduktion der Zukunft entscheidend sein können. Doch wie kann dieser Schatz biologischer Vielfalt für die Landwirtschaft erschlossen werden? Dieser Frage ist ein Forschungsteam unter Führung des IPK nachgegangen.



Mehr Informationen: https://www.ipk-gatersleben.de/fileadmin/content-presse/Pressemitteilungen/2022_PM_10_Weizen_engl_final_KK.pdf

Foto: IPK Leibniz-Institut / C. Martin
Die Wissenschaftler haben neben den fast 9.000 Winterweizen-Akzessionen auch Elitesorten auf dem Versuchsfeld angebaut und unter anderem die Resistenz gegenüber Gelbrost untersucht.Foto: IPK Leibniz-Institut / C. Martin

Deutschland steigert seine internationale Finanzierung

für biologische Vielfalt bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr


21.09.2022

Wichtiges Signal für den Biodiversitätserhalt im Rahmen der 77. Generalversammlung der Vereinten Nationen

Bundeskanzler Olaf Scholz hat gestern Abend in New York angekündigt, dass Deutschland ab 2025 jährlich 1,5 Milliarden Euro für den internationalen Biodiversitätsschutz bereitstellt. Das ist eine Verdopplung gegenüber den rund 750 Millionen Euro, die in den Jahren 2017-2021 im Durchschnitt investiert wurden. Die Mittel sind Teil der Erhöhung des Budgets für den internationalen Klimaschutz auf mindestens 6 Milliarden Euro pro Jahr bis spätestens 2025. Damit sendet die Bundesregierung ein wichtiges Signal zum Schutz von Wäldern und anderen gefährdeten Ökosystemen weltweit und für ein ambitioniertes Ergebnis der Weltnaturkonferenz im Dezember 2022 in Montreal.



Mehr Informationen: https://www.bmuv.de/pressemitteilung/verlaesslicher-partner-bei-weltweitem-naturschutz-deutschland-steigert-seine-internationale-finanzierung-fuer-biologische-vielfalt-bis-2025-auf-15-milliarden-euro-pro-jahr

iStock.com/JarnoVerdonk
iStock.com/JarnoVerdonk

Lärm beeinflusst das Leben am Meeresboden


18.08.2022

Ozeane haben ihre ganz eigene Klangkulisse: Viele marine Lebewesen nutzen beispielsweise Schallwellen zur Echoortung, Navigation oder zur Kommunikation mit Artgenossen. In den letzten Jahrzehnten durchdringen jedoch immer mehr Geräusche, verursacht durch menschliche Aktivitäten, die Meere. Eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts liefert nun den Nachweis, dass diese Geräusche manche wirbellose Tiere, die im und am Meeresboden leben, beeinflussen, sodass wichtige Funktionen für das Ökosystem Meer betroffen sein können.



Mehr Informationen: Presse Detailansicht - AWI

Wattschlickkrebse
Wattschlickkrebse
Bild: Sheng Wang

Zusammenhänge der biologischen Vielfalt in ganz Deutschland

besser verstehen


17.08.2022

Was verrät uns die Natur, wenn wir die Zusammenhänge von Lebensräumen und Arten genauer untersuchen und Querverbindungen aufdecken? Erstmals werden dafür jetzt Monitoring-Langzeitdaten systematisch zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet. Erhoben werden diese Daten auf identischen Probeflächen in ganz Deutschland vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit den Länderfachbehörden sowie vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA). Ziel ist es, mit Hilfe der neu gewonnenen Erkenntnisse die biologische Vielfalt langfristig besser schützen zu können.



Mehr Informationen: Zusammenhänge der biologischen Vielfalt in ganz Deutschland besser verstehen – LIB (leibniz-lib.de)

©pixabay
©pixabay

Nationalparke - Inseln in einer Wüste?


15.08.2022

Wie wirksam ist der Biodiversitätsschutz europäischer und afrikanischer Nationalparke? Dies scheint stark mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen zusammenzuhängen, in die sie eingebettet sind. Aber selbst unter den günstigsten Bedingungen können die Bedrohungen der biologischen Vielfalt in den Nationalparken nicht vollständig beseitigt werden, wenn sie nicht gleichzeitig auch außerhalb verbessert werden.




Mehr Informationen: Nationalparke - Inseln in einer Wüste? (idiv.de)

Wie wirksam ist der Biodiversitätsschutz europäischer und afrikanischer Nationalparke?
Ein Naturschutzwart (Ranger) des Nationalparks Sächsische Schweiz, Deutschland, zeigt seinem Kollegen eine Waldfläche in der er eine illegale Feuerstelle entdeckt hatte.
Bild: Hanspeter Mayr

Wie die Biodiversität in Weinbergen am besten gefördert wird


10.08.2022

Forschende der Universität Bern haben untersucht, wie sich eine biologische, biodynamische und konventionelle Bewirtschaftung in Weinbergen auf die Insektenfauna auswirkt. Sie konnten zeigen, dass biologische – und in einem geringeren Masse auch biodynamische – Bewirtschaftung bessere Lebensraumbedingungen für die Insekten bietet als konventionell bewirtschaftete Weinberge.




Mehr Informationen: Wie die Biodiversität in Weinbergen am besten gefördert wird (unibe.ch)

Beispiel eines biologisch bewirtschafteten Walliser Weinbergs
Beispiel eines biologisch bewirtschafteten Walliser Weinbergs mit wenig gestörter und artenreicher Bodenbegrünung.
Bild: Pfammatter / Naturpark Pfyn-Finges

Mit der Natur rechnen heißt gesellschaftlich umdenken


09.08.2022

Unser wirtschaftlicher und sozialer Wohlstand hängt entscheidend von einer intakten, artenreichen Natur ab. Doch der wahre Wert unseres Naturvermögens und funktionierender Ökosysteme wird noch viel zu häufig unterschätzt - im Bewusstsein vieler Menschen ebenso wie in volkswirtschaftlichen Berechnungen und Unternehmensbilanzen. Aber es zeichnen sich Fortschritte ab. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und geplante Regulierungen auf internationaler Ebene bringen jetzt eine neue Dynamik in die ökologische Erweiterung staatlicher und privater Bilanzierungen. Vor diesem Hintergrund untersucht der Forschungsverbund „Wertschätzung von Biodiversität - Zur Modernisierung der Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland“ (Bio-Mo-D), wie der Wert von Ökosystemleistungen und biologischer Vielfalt im Sinne einer ehrlichen Rechnung besser in nationale Berichte und Unternehmensbilanzen integriert werden kann. Nun erschien der Ergebnisbericht zum Stakeholder-Workshop am 7.7.2022 über die Chancen für eine Bilanzierung und Nutzung von Ökosystemleistungen in nationalen und unternehmerischen Entscheidungsprozessen.




Mehr Informationen: https://zenodo.org/record/6979392#.YxiyIXHP1D8

Fotos: O. Bastian und K. Grunewald
Fotos: O. Bastian und K. Grunewald

Globale Studie erforscht und gewichtet Ursachen für die

Vielfalt von Baumarten


09.08.2022

Die Anzahl der in den äquatornahen Regionen wachsenden Baumarten ist signifikant höher als in den weiter nördlichen und südlichen Regionen der Erde. Eine in „Nature Ecology and Evolution“ veröffentlichte internationale Studie untersucht die Ursachen hierfür mit einer zuvor nie erreichten Genauigkeit. Sie betont, dass die Vielfalt der Baumarten in den Tropen nicht allein von bioklimatischen Faktoren abhängt. Die Studie basiert auf einer Kooperation von 222 Universitäten und Forschungseinrichtungen.




Mehr Informationen: https://www.uni-bayreuth.de/pressemitteilung/Artenvielfalt-Baeume

Südpare-Berge in Tansania
Standortbedingungen wie Klima und Bodenverhältnisse, aber auch der Einfluss des Menschen sind maßgeblich für die Artenvielfalt eines Waldes, hier: die Südpare-Berge in Tansania.Bild: Andreas Hemp

Mehr als eine Nummer: Die Vögel der Zukunft


03.08.2022

Senckenberg-Wissenschaftler*innen haben mit Kollegen der Technischen Universität München und der Universität Durham (UK) untersucht, wie sich die biologische Artengemeinschaften von Vögeln auf der ganzen Erde in Zukunft zusammensetzen könnten. Sie zeigen in ihrer Studie, dass sich die Vogelgemeinschaften – unter verschiedenen Klimawandel-Szenarien und der daraus resultierenden Verschiebung von Verbreitungsgebieten – bis 2080 weltweit über große Regionen stark verändern werden. Dies hat auch Auswirkungen auf Ökosystemleistungen, wie Samenausbreitung oder Bestäubung von Pflanzen.




Mehr Informationen: https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/mehr-als-eine-nummer-die-voegel-der-zukunft/

Stephen Willis
Die Wissenschaftler*innen rechnen in allen Gebieten der Welt mit Umstrukturierungen der Artengemeinschaften – mit Auswirkungen auf die Ökosystemfunktionen, die Vögel erfüllen, wie z.B. die Bestäubung von Pflanzen.
(Foto: Stephen Willis)

Bestäubung durch Krebstiere


29.07.2022

Bis vor Kurzem bestand die Annahme, dass eine Bestäubung durch Tiere ausschließlich Pflanzen an Land vorbehalten ist. Ein internationales Forscherteam hat nun herausgefunden, dass kleine Meereskrustentiere die Vermehrung von Rotalgen fördern, indem sie das Sperma von den männlichen zu den weiblichen Organismen weitertragen. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass Meerestiere schon viel länger als Arten an Land eine Rolle bei der Befruchtung spielen.



Mehr Informationen: https://www.bio.mpg.de/de/artikel/pollination-by-crustaceans0/

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Eine junge Baltische Meerassel (Idotea balthica) auf dem Ast einer Rotalge.
(Foto: Wilfried Thomas)

LifeGate – Neue interaktive Karte zeigt die ganze Vielfalt

des Lebens

27.07.2022

Wissenschaftler aus Leipzig haben eine riesige, digitale Karte veröffentlicht, welche die ganze Vielfalt des Lebens in Tausenden Fotos zeigt. Das sogenannte LifeGate umfasst alle 2,6 Millionen bekannten Arten des Planeten und sortiert diese nach ihrer Verwandtschaft. Die interaktive Karte ist nun für jeden kostenlos nutzbar unter lifegate.idiv.de.



Mehr Informationen: https://www.idiv.de/de/news/news_single_view/3502.html

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Die Startansicht des LifeGates zeigt die Vielfalt des Lebens auf einen Blick. In alle Bereiche kann man reinzoomen und so bis auf die Artebene gelangen.
Bild: Martin Freiberg

​​Vielfalt auf dem Feld hält Unkräuter in Schach –

Wissenschaftlerinnen der Universität Rostock

untersuchen Unkraut in Mecklenburg-Vorpommern

22.07.2022

Wissenschaftler*innen untersuchten welchen Einfluss eine größere Vielfalt von Kulturpflanzen im ökologischen Anbau auf die Unkräuter hat. Die Studie zeigt, dass in artenreichen Ackervegetationen keine einzelnen Problemarten in großen Mengen auftreten, sondern bei vielen Arten kleine Mengen unterschiedlicher Unkrautarten vorkommen. Dazu gehören Unkrautarten, die jeder kennt: Klatschmohn, Kornblume, Kamillen, Knötericharten, Spörgel oder auch Hirtentäschelkraut.
Die artenreiche Ackervegetation hat durchaus Vorteile, denn Ackerunkräuter dienen als Nahrungsquelle und Habitat für Nützlinge.



Mehr Informationen: https://www.uni-rostock.de/universitaet/kommunikation-und-aktuelles/medieninformationen/detailansicht/n/vielfalt-auf-dem-feld-haelt-unkraeuter-in-schach-wissenschaftlerinnen-der-universitaet-rostock-untersuchen-unkraut-in-mecklenburg-vorpommern/

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Für die einen Unkraut, für die anderen schöne Sommerblumen: drei Kamillearten
Foto: Bärbel Gerowitt/Universität Rostock

Mehr Arten als bisher angenommen könnten vom Aussterben

bedroht sein

18.07.2022

Im Mittel 30 Prozent aller Arten weltweit sind in den letzten 500 Jahren vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Dies ergaben Schätzungen von 3.331 Expertinnen und Experten, die sich mit der biologischen Vielfalt in 187 Ländern beschäftigen. Diese große und diverse Expertengruppe wurde im Rahmen einer Umfrage gebeten, Einschätzungen zum Wandel der von ihnen beforschten Arten zu geben. Die Ergebnisse sollen Wissenslücken bestehender wissenschaftlicher Bewertungen der globalen Biodiversität verringern und so die Wissensbasis für politische Entscheidungen verbessern.


Mehr Informationen: https://www.idiv.de/de/news/news_single_view/3482.html

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Die Umfrage sollte auch in der globalen Literatur unterrepräsentierten Experten, etwa aus dem globalen Süden, und vor allem Frauen eine Stimme geben. (Bild: Andy Underwood Bultmann)

Endstation Tiefsee: Mikroplastik belastet Meeresgrund noch stärker als angenommen

12.07.2022

Forschende haben die Mikroplastik-Verschmutzung des westpazifischen Kurilen-Kamtschatka-Grabens untersucht. Dabei fanden sie in jeder einzelnen von insgesamt 13 Sedimentproben aus bis zu 9450 Metern Tiefe zwischen 215 und 1596 Kleinstpartikel pro Kilogramm – mehr als zuvor nachgewiesen. Ihre erschienene Studie zeigt: Die Tiefsee ist der „Mülleimer der Meere“ – und bei der Ablagerung überraschend dynamisch. Die hohe Biodiversität am tiefsten Meeresgrund ist durch die Verschmutzung mit Mikroplastik stark gefährdet.


Mehr Informationen: https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/endstation-tiefsee-mikroplastik-belastet-meeresgrund-noch-staerker-als-angenommen/

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
In jeder einzelnen der entnommenen Sedimentproben wiesen die Wissenschaftler*innen Mikroplastik-Teilchen nach.
Foto: AWI

Wertschätzung der biologischen Vielfalt ist Voraussetzung zur Bewältigung der globalen Biodiversitätskrise - Weltbiodiversitätsrat verabschiedet in Bonn zwei neue Berichte