Biodiv-News

Die Vi­ren der Nord­see

13.09.2021

Vi­ren im Meer sind zahl­reich, viel­fäl­tig und spie­len eine wich­ti­ge Rol­le im ma­ri­nen Koh­len­stoff­kreis­lauf.
Eine neue Studie im ISME Journal liefert spannende Einblicke in das Leben von Meeresviren während der Frühjahrsblüte in der Nordsee. Vor der Hochseeinsel Helgoland fanden Forschende um Nina Bartlau vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie eine dynamische Virengemeinschaft, die die Sterblichkeit der Bakterien der Nordsee und dadurch den Kohlenstoffkreislauf dieses Lebensraumes stark beeinflussen kann. Sie entdeckten außerdem zahlreiche neue Virenarten, die im Labor isoliert werden konnten.

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Die Viren der Nordsee (mpi-bremen.de)

Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Naomi Esken
Helgoland ist Deutschlands einzige echte Hochseeinsel, bekannt eher für Seevögel, Robben und zollfreies Einkaufen als für Viren. Genau die standen jedoch im Fokus der MPI-Forschenden.
(Bild: Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Naomi Esken)

Waldränder in den Tropen verstärken Kohlenstoffemissionen

06.09.2021

Die Abholzung der tropischen Regenwälder schreitet unaufhaltsam voran. Die daraus resultierende Fragmentierung dieser Wälder nimmt stärker zu als erwartet, haben Wissenschaftler:innen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) festgestellt. Sie konnten durch die Auswertung hoch aufgelöster Satellitendaten jedes noch so kleine tropische Waldstück vermessen und erstmals die Veränderungen der tropischen Fragmentierung untersuchen. Dieser bislang kaum beachtete und unterschätzte Anstieg der Fragmentierung auf fast ein Drittel der Waldfläche hat Folgen für den globalen Kohlenstoffkreislauf, schreiben sie in einem Beitrag für Science Advances: Durch eine erhöhte Baumsterblichkeit werden an den Waldrändern große Mengen an Kohlenstoff freigesetzt. Modellsimulationen zeigen zudem, dass diese Emissionen in Zukunft zunehmen könnten. Nur durch weniger Abholzung kann der Prozess gebremst werden.

Mehr Informationen:

Presse - Waldränder in den Tropen verstärken Kohlenstoffemissionen (ufz.de)

CacioM / AdobeStock
Reste des atlantischen Waldes bei Recife, Brasilien
(Bild: CacioM / AdobeStock)

Beweidung als kostengünstige Maßnahme gegen Feuer

06.09.2021

Der Einsatz großer Pflanzenfresser kann ein wirksames Mittel zur Verhütung und Eindämmung von Waldbränden sein, insbesondere an Orten, an denen die Landnutzung aufgegeben wurde. Viel kostspieligere Lösungen wie die Brandbekämpfung oder die mechanische Entfernung der Vegetation könnten durch Beweidung ersetzt werden. Das ist das Ergebnis einer systematischen Literaturauswertung, die von Forschern des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) durchgeführt und im Journal of Applied Ecology veröffentlicht wurde. Die Studie gibt Anregungen für die Feuer- und Agrarpolitik in Europa und weltweit.

Mehr Informationen:

News single view (idiv.de)

Staffan Widstrand / Rewilding Europe
Iberian ibex, Capra pyrenaica, in Peña de Francia reserve, Sierra de Gata, Salamanca district, Castilla y León, Spain
(Bild: Staffan Widstrand / Rewilding Europe)

Totholz im globalen Kohlenstoff-Kreislauf

01.09.2021

Wie schnell totes Holz im Wald abgebaut wird, hängt vom Klima sowie von Pilzen und Insekten ab. Ein internationales Forschungsteam hat nun den jährlichen Beitrag von Totholz zum globalen Kohlenstoffkreislauf ermittelt und erstmals die Bedeutung von Insekten beim Holzabbau quantifiziert.

Mehr Informationen:

https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36876

Ralph Martin
Der Alpenbock (Rosalia alpina) gehört zu den Bockkäfern. Seine Larven ernähren sich von abgestorbenem Holz.
(Bild: Ralph Martin)

UN-Dekade der Wiederherstellung von Ökosystemen

31.08.2021

In der Biodiversitätsstrategie der EU für 2020 wurde die Wiederherstellung von 15 % der degradierten Ökosysteme gefordert. Im Zeitraum 2021-2030, in der UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen, soll dieses Ziel nun umgesetzt werden. Expert*innen der Universität Wien (Department für Botanik und Biodiversitätsforschung), des Umweltbundesamts sowie des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) haben in Österreich dafür konkrete Landschaftsräume für die Durchführung von Restaurationsmaßnahmen identifiziert. Ökologisch restaurierte Landschaften leisten schließlich auch einen höheren Beitrag zur Klimawandelresilienz.

Mehr Informationen:

https://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/un-dekade-der-wiederherstellung-von-oekosystemen/



Ulrich Schulte
Die Ökosystemkarte der Biotoptypen in Österreich hilft bestimmte Landschaftsräume für die Durchführung von Restaurationsmaßnahmen zu identifizieren.
( Bild: © Umweltbundesamt )

Forschung zeigt, wo und wie stark die Artenvielfalt weltweit bedroht ist

30.08.2021

Neue Forschungsergebnisse zeigen anhand eines neuartigen Modellierungsansatzes den Ort und die Intensität der wichtigsten Bedrohungen für die biologische Vielfalt an Land auf und identifizieren weltweit prioritäre Gebiete, um die Entscheidungsfindung für den Schutz auf nationaler und lokaler Ebene zu unterstützen.

Mehr Informationen:

https://iiasa.ac.at/web/home/about/210830-Threats-to-biodiversity.html



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( Bild: Pexels )

Erfüllung der Ziele in den Bereichen Biodiversität, Klima und Wasser durch integrierte Strategien

24.08.2021

Wir sind kollektiv nicht in der Lage, die biologische Vielfalt der Welt zu erhalten und natürliche Lösungen zu mobilisieren, um die globale Erwärmung zu bremsen. Eine neue Studie des Nature Map Consortium zeigt, dass durch die Bewirtschaftung von 30 % der Flächen, die strategisch für den Naturschutz vorgesehen sind, 70 % aller in Frage kommenden Landpflanzen- und Wirbeltierarten geschützt werden könnten, während gleichzeitig mehr als 62 % des ober- und unterirdischen gefährdeten Kohlenstoffs der Welt und 68 % des gesamten sauberen Wassers erhalten werden könnten.

Mehr Informationen:

https://iiasa.ac.at/web/home/about/210819-terrestrial-biodiversity.html


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( Bild: Pexels )

Gefährdete Brillenbären in Peru: Forschende finden Paddington Bär

23.08.2021