Biodiv-News

Plankton verschiebt sich zu den Polen

15.10.2021

Aufgrund der Erwärmung der Ozeane als Folge des menschlichen Treibhausgas-​Ausstosses werden viele Arten des Meeresplanktons neue Lebensräume erschliessen (müssen). ETH-​Forschende erwarten, dass viele Organismen zu den Polen wandern und dort neue Artengemeinschaften bilden – mit unabsehbaren Folgen für die marinen Nahrungsnetze.

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Plankton verschiebt sich zu den Polen | ETH Zürich

Arostynov
Eine Qualle treibt in einer Planktonwolke.
(Bild: Adobe Stock/ arostynov)

Rückgang von Pflanzenbestäubern bedroht Artenvielfalt

14.10.2021

Etwa 175.000 Pflanzenarten – die Hälfte aller Blütenpflanzen – sind für die Samenbildung und damit für ihre Fortpflanzung überwiegend oder vollständig auf tierische Bestäuber angewiesen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die am 13. Oktober 2021 von einem globalen Forschungsnetzwerk mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Konstanz in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde. Ein Rückgang in der Zahl dieser Bestäuber könnte daher zu erheblichen Störungen der natürlichen Ökosysteme führen – einschließlich eines Verlustes der biologischen Vielfalt.

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https://www.idiv.de/de/news/news_single_view/2282.html


Mark-Oliver Rödel/Museum für Naturkunde Berlin
Die meisten Blütenpflanzenarten sind zur Fortpflanzung auf Bestäuber angewiesen. Dies gilt auch für die einjährigen Gänseblümchenarten, die in Südafrika im Frühjahr die Massenblüte dominieren.
(Bild: Prof. Alan Ellis/Stellenbosch University)

Empfindliche Frösche: Der Regenwald heilt langsamer als gedacht

13.10.2021

Wissenschaftler*innen der beiden Leibniz-Einrichtungen Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden und Museum für Naturkunde Berlin haben eine über zwanzig Jahre angelegte Langzeitstudie zur Biodiversität im Regenwald abgeschlossen. Anhand von Froschgemeinschaften im Gebiet der westafrikanischen Elfenbeinküste konnte das Team zeigen, dass sich das Ökosystem fast 50 Jahre nach der Abholzung immer noch nicht erholt hat. Einige Froscharten kehren nie wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zurück.

Mark-Oliver Rödel/Museum für Naturkunde Berlin
Die Laubstreufroschart Phrynobatrachus guineensis ist nach der Abholzung nicht in ihren früheren Lebensraum zurückgekehrt.
(Bild: Mark-Oliver Rödel/Museum für Naturkunde Berlin)

“Hilfe zur Selbsthilfe” der Korallenriffe

12.10.2021

Korallenriffe sind die Regenwälder des Meeres. 30 Prozent der marinen Biodiversität ist von Korallenriffen abhängig, wirtschaftlich gesehen sind es global rund eine Milliarde Menschen. Gleichzeitig sind Korallenriffe als Ökosysteme stark vom Klimawandel bedroht. In einer Übersicht, die in der aktuellen Ausgabe des Online-Journals Nature Reviews Earth & Environment erschienen ist, fasst Prof. Dr. Christian Voolstra von der Universität Konstanz gemeinsam mit einer internationalen Gruppe von ExpertInnen natürliche Prozesse zusammen, die die Widerstandsfähigkeit von Korallen als repräsentative Schlüsselarten erhöhen können, um dadurch Korallenriff-Ökosystemen besser zu helfen. Sie plädieren dafür, vielversprechende Ansätze aus der Natur zu identifizieren und daraus Methoden zu entwickeln, um die natürliche Hitzebeständigkeit von Korallen zu erweitern und sie dadurch resistenter zu machen. Ziel ist, ein Arsenal an Methoden für die Hilfe zur Selbsthilfe von Korallen zur Verfügung zu stellen.

Mehr Informationen:

„Hilfe zur Selbsthilfe“ der Korallenriffe | campus.kn (uni-konstanz.de)

Nature
(Bild: Pixabay)

Insekten im Klima- und Landschaftswandel

12.10.2021

Weltweit gehen die Menge und die Vielfalt der Insekten zurück: Dafür hat die Wissenschaft in den vergangenen Jahren immer mehr Hinweise gefunden. In Politik und Gesellschaft haben diese Befunde teils große Besorgnis ausgelöst. Forscherinnen und Forscher führen das Insektensterben zum einen auf Veränderungen der Landnutzung zurück, beispielsweise auf die Zunahme großer Monokulturen wie Mais und Raps. Zum anderen nennen sie als Ursache auch den Klimawandel mit vermehrter Hitze und Trockenheit. Doch scheinen diese Befunde Schwächen zu haben, wie der Tierökologe Professor Jörg Müller vom Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) sagt. Die zugrundeliegenden Studien würden bislang unter anderem die Vielfalt der Insektenspezies nicht gut genug abbilden oder nur kurze Zeiträume und kleine Gebiete berücksichtigen. Dieses Manko wollte ein Forschungsteam des bayerischen LandKlif-Netzwerks, koordiniert von der JMU, nun zumindest teilweise beheben. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Verstädterung ein weiterer Schlüsselfaktor ist, der Insekten das Überleben schwermacht.

Mehr Informationen:

Insekten im Klima- und Landschaftswandel - Universität Würzburg (uni-wuerzburg.de)

Nature
Malaise-Fallen eignen sich hervorragend zum Sammeln einer Vielzahl von Insekten in verschiedenen Lebensräumen.
(Bild: LandKlif-Team)

Artenvielfalt auf den Inseln ist extrem bedroht

11.10.2021

Inseln machen nur 7 Prozent der weltweiten Landfläche aus – doch sie beherbergen 20 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Diese Vielfalt ist extrem bedroht. In einem Beitrag in der Zeitschrift „Global Ecology and Conservation“ beschreibt Biogeograph Prof. Severin Irl von der Goethe-Universität zusammen mit Kollegen den Ist-Zustand der Artenvielfalt.

Mehr Informationen:

Goethe-Universität — ​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ (uni-frankfurt.de)

Nature
(Bild: Pixabay)

„Nature“-Studie: Aussehen von Pflanzen verrät nichts über ihre Wurzeln

07.10.2021

Die große oberirdische Vielfalt der Pflanzen spiegelt sich nur bedingt im Aussehen ihrer Wurzeln wider. Während es oberhalb der Erde sehr viele verschiedene Pflanzenmerkmale und charakteristische Muster gibt, ähneln sich die meisten Arten im Boden stark. Mehr noch: Es gibt offenbar keinen Zusammenhang zwischen "oben" und "unten", wie ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tartu und Beteiligung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in der Fachzeitschrift "Nature" schreibt.

Mehr Informationen:
„Nature“-Studie: Aussehen von Pflanzen verrät nichts über ihre Wurzeln (uni-halle.de)

Nature
Cover der Ausgabe von "Nature"

(Bild: Nature)

Immer mehr Straßen aber kaum Wissen über deren Auswirkungen auf Wildtiere

06.10.2021

Gerade in Regionen mit sehr dichtem Straßennetz wie Deutschland gehören Fahrzeuge vermutlich zu den wesentlichen Lebensbedrohungen aller Arten von Wildtieren. Wie stark sich dieser Faktor jedoch auf die Populationen auswirkt, lässt sich mangels Daten leider nicht darstellen. Dies hat nun ein Wissenschaftlerteam unter Leitung der Complutense-Universität Madrid (UCM), dem deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in der Zeitschrift Perspectives in Ecology and Conservation gezeigt. Die Analyse einschlägiger Literatur ergab, dass Studien zu stark auf wenige Regionen und Arten beschränkt sind. Die Wissenschaftler sehen in der systematischen Erfassung von tierischen Verkehrsopfern ein großes Potenzial zur Bewertung des Aussterberisikos von Tierarten.

Mehr Informationen:
News single view (idiv.de)

Pixabay
Nur sieben Prozent der Studien, die Verkehrsunfälle als Todesursache von Tieren aufführen, untersuchen auch die Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung.

(Bild: Pixabay)

Große Wassertiere sind durch den Verlust von frei fließenden Flüssen gefährdet

05.10.2021

Der Verlust von frei fließenden Flüssen gefährdet weltweit die biologische Vielfalt in Fließgewässern – und die Fragmentierung von Flüssen dauert an: Mehr als 3.400 große Wasserkraftanlagen mit über einem Megawatt Leistung sind entweder geplant oder im Bau. Forschende unter Leitung des IGB zeigen nun: Wenn alle beabsichtigten Staudämme gebaut werden, verlieren weltweit 19 Prozent der Flüsse mit über 500 Kilometern Länge, in denen große Tiere vorkommen, ihren Status als frei fließende Gewässer. Und ein weiteres Ergebnis ist: Fließgewässer, in denen Dämme und andere Bauwerke geplant sind, beherbergen heute noch den höchsten Artenreichtum an großen Tieren – mehr als die dann verbleibenden frei fließenden Flüsse oder solche, die bereits verbaut sind.

Mehr Informationen:
Große Wassertiere sind durch den Verlust von frei fließenden Flüssen gefährdet | IGB (igb-berlin.de)

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(Bild: Pexels)

Wiedervernässte Moore sind neuartige Ökosysteme

05.10.2021