Biodiv-News

Deutschland steigert seine internationale Finanzierung

für biologische Vielfalt bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr


21.09.2022

Wichtiges Signal für den Biodiversitätserhalt im Rahmen der 77. Generalversammlung der Vereinten Nationen

Bundeskanzler Olaf Scholz hat gestern Abend in New York angekündigt, dass Deutschland ab 2025 jährlich 1,5 Milliarden Euro für den internationalen Biodiversitätsschutz bereitstellt. Das ist eine Verdopplung gegenüber den rund 750 Millionen Euro, die in den Jahren 2017-2021 im Durchschnitt investiert wurden. Die Mittel sind Teil der Erhöhung des Budgets für den internationalen Klimaschutz auf mindestens 6 Milliarden Euro pro Jahr bis spätestens 2025. Damit sendet die Bundesregierung ein wichtiges Signal zum Schutz von Wäldern und anderen gefährdeten Ökosystemen weltweit und für ein ambitioniertes Ergebnis der Weltnaturkonferenz im Dezember 2022 in Montreal.



Mehr Informationen: https://www.bmuv.de/pressemitteilung/verlaesslicher-partner-bei-weltweitem-naturschutz-deutschland-steigert-seine-internationale-finanzierung-fuer-biologische-vielfalt-bis-2025-auf-15-milliarden-euro-pro-jahr

iStock.com/JarnoVerdonk
iStock.com/JarnoVerdonk

Lärm beeinflusst das Leben am Meeresboden


18.08.2022

Ozeane haben ihre ganz eigene Klangkulisse: Viele marine Lebewesen nutzen beispielsweise Schallwellen zur Echoortung, Navigation oder zur Kommunikation mit Artgenossen. In den letzten Jahrzehnten durchdringen jedoch immer mehr Geräusche, verursacht durch menschliche Aktivitäten, die Meere. Eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts liefert nun den Nachweis, dass diese Geräusche manche wirbellose Tiere, die im und am Meeresboden leben, beeinflussen, sodass wichtige Funktionen für das Ökosystem Meer betroffen sein können.



Mehr Informationen: Presse Detailansicht - AWI

Wattschlickkrebse
Wattschlickkrebse
Bild: Sheng Wang

Zusammenhänge der biologischen Vielfalt in ganz Deutschland

besser verstehen


17.08.2022

Was verrät uns die Natur, wenn wir die Zusammenhänge von Lebensräumen und Arten genauer untersuchen und Querverbindungen aufdecken? Erstmals werden dafür jetzt Monitoring-Langzeitdaten systematisch zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet. Erhoben werden diese Daten auf identischen Probeflächen in ganz Deutschland vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit den Länderfachbehörden sowie vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA). Ziel ist es, mit Hilfe der neu gewonnenen Erkenntnisse die biologische Vielfalt langfristig besser schützen zu können.



Mehr Informationen: Zusammenhänge der biologischen Vielfalt in ganz Deutschland besser verstehen – LIB (leibniz-lib.de)

©pixabay
©pixabay

Nationalparke - Inseln in einer Wüste?


15.08.2022

Wie wirksam ist der Biodiversitätsschutz europäischer und afrikanischer Nationalparke? Dies scheint stark mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen zusammenzuhängen, in die sie eingebettet sind. Aber selbst unter den günstigsten Bedingungen können die Bedrohungen der biologischen Vielfalt in den Nationalparken nicht vollständig beseitigt werden, wenn sie nicht gleichzeitig auch außerhalb verbessert werden.




Mehr Informationen: Nationalparke - Inseln in einer Wüste? (idiv.de)

Wie wirksam ist der Biodiversitätsschutz europäischer und afrikanischer Nationalparke?
Ein Naturschutzwart (Ranger) des Nationalparks Sächsische Schweiz, Deutschland, zeigt seinem Kollegen eine Waldfläche in der er eine illegale Feuerstelle entdeckt hatte.
Bild: Hanspeter Mayr

Wie die Biodiversität in Weinbergen am besten gefördert wird


10.08.2022

Forschende der Universität Bern haben untersucht, wie sich eine biologische, biodynamische und konventionelle Bewirtschaftung in Weinbergen auf die Insektenfauna auswirkt. Sie konnten zeigen, dass biologische – und in einem geringeren Masse auch biodynamische – Bewirtschaftung bessere Lebensraumbedingungen für die Insekten bietet als konventionell bewirtschaftete Weinberge.




Mehr Informationen: Wie die Biodiversität in Weinbergen am besten gefördert wird (unibe.ch)

Beispiel eines biologisch bewirtschafteten Walliser Weinbergs
Beispiel eines biologisch bewirtschafteten Walliser Weinbergs mit wenig gestörter und artenreicher Bodenbegrünung.
Bild: Pfammatter / Naturpark Pfyn-Finges

Mit der Natur rechnen heißt gesellschaftlich umdenken


09.08.2022

Unser wirtschaftlicher und sozialer Wohlstand hängt entscheidend von einer intakten, artenreichen Natur ab. Doch der wahre Wert unseres Naturvermögens und funktionierender Ökosysteme wird noch viel zu häufig unterschätzt - im Bewusstsein vieler Menschen ebenso wie in volkswirtschaftlichen Berechnungen und Unternehmensbilanzen. Aber es zeichnen sich Fortschritte ab. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und geplante Regulierungen auf internationaler Ebene bringen jetzt eine neue Dynamik in die ökologische Erweiterung staatlicher und privater Bilanzierungen. Vor diesem Hintergrund untersucht der Forschungsverbund „Wertschätzung von Biodiversität - Zur Modernisierung der Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland“ (Bio-Mo-D), wie der Wert von Ökosystemleistungen und biologischer Vielfalt im Sinne einer ehrlichen Rechnung besser in nationale Berichte und Unternehmensbilanzen integriert werden kann. Nun erschien der Ergebnisbericht zum Stakeholder-Workshop am 7.7.2022 über die Chancen für eine Bilanzierung und Nutzung von Ökosystemleistungen in nationalen und unternehmerischen Entscheidungsprozessen.




Mehr Informationen: https://zenodo.org/record/6979392#.YxiyIXHP1D8

Fotos: O. Bastian und K. Grunewald
Fotos: O. Bastian und K. Grunewald

Globale Studie erforscht und gewichtet Ursachen für die

Vielfalt von Baumarten


09.08.2022

Die Anzahl der in den äquatornahen Regionen wachsenden Baumarten ist signifikant höher als in den weiter nördlichen und südlichen Regionen der Erde. Eine in „Nature Ecology and Evolution“ veröffentlichte internationale Studie untersucht die Ursachen hierfür mit einer zuvor nie erreichten Genauigkeit. Sie betont, dass die Vielfalt der Baumarten in den Tropen nicht allein von bioklimatischen Faktoren abhängt. Die Studie basiert auf einer Kooperation von 222 Universitäten und Forschungseinrichtungen.




Mehr Informationen: https://www.uni-bayreuth.de/pressemitteilung/Artenvielfalt-Baeume

Südpare-Berge in Tansania
Standortbedingungen wie Klima und Bodenverhältnisse, aber auch der Einfluss des Menschen sind maßgeblich für die Artenvielfalt eines Waldes, hier: die Südpare-Berge in Tansania.Bild: Andreas Hemp

Mehr als eine Nummer: Die Vögel der Zukunft


03.08.2022

Senckenberg-Wissenschaftler*innen haben mit Kollegen der Technischen Universität München und der Universität Durham (UK) untersucht, wie sich die biologische Artengemeinschaften von Vögeln auf der ganzen Erde in Zukunft zusammensetzen könnten. Sie zeigen in ihrer Studie, dass sich die Vogelgemeinschaften – unter verschiedenen Klimawandel-Szenarien und der daraus resultierenden Verschiebung von Verbreitungsgebieten – bis 2080 weltweit über große Regionen stark verändern werden. Dies hat auch Auswirkungen auf Ökosystemleistungen, wie Samenausbreitung oder Bestäubung von Pflanzen.




Mehr Informationen: https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/mehr-als-eine-nummer-die-voegel-der-zukunft/

Stephen Willis
Die Wissenschaftler*innen rechnen in allen Gebieten der Welt mit Umstrukturierungen der Artengemeinschaften – mit Auswirkungen auf die Ökosystemfunktionen, die Vögel erfüllen, wie z.B. die Bestäubung von Pflanzen.
(Foto: Stephen Willis)

Bestäubung durch Krebstiere


29.07.2022

Bis vor Kurzem bestand die Annahme, dass eine Bestäubung durch Tiere ausschließlich Pflanzen an Land vorbehalten ist. Ein internationales Forscherteam hat nun herausgefunden, dass kleine Meereskrustentiere die Vermehrung von Rotalgen fördern, indem sie das Sperma von den männlichen zu den weiblichen Organismen weitertragen. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass Meerestiere schon viel länger als Arten an Land eine Rolle bei der Befruchtung spielen.



Mehr Informationen: https://www.bio.mpg.de/de/artikel/pollination-by-crustaceans0/

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Eine junge Baltische Meerassel (Idotea balthica) auf dem Ast einer Rotalge.
(Foto: Wilfried Thomas)

LifeGate – Neue interaktive Karte zeigt die ganze Vielfalt

des Lebens

27.07.2022

Wissenschaftler aus Leipzig haben eine riesige, digitale Karte veröffentlicht, welche die ganze Vielfalt des Lebens in Tausenden Fotos zeigt. Das sogenannte LifeGate umfasst alle 2,6 Millionen bekannten Arten des Planeten und sortiert diese nach ihrer Verwandtschaft. Die interaktive Karte ist nun für jeden kostenlos nutzbar unter lifegate.idiv.de.



Mehr Informationen: https://www.idiv.de/de/news/news_single_view/3502.html

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Die Startansicht des LifeGates zeigt die Vielfalt des Lebens auf einen Blick. In alle Bereiche kann man reinzoomen und so bis auf die Artebene gelangen.
Bild: Martin Freiberg

​​Vielfalt auf dem Feld hält Unkräuter in Schach –

Wissenschaftlerinnen der Universität Rostock

untersuchen Unkraut in Mecklenburg-Vorpommern

22.07.2022

Wissenschaftler*innen untersuchten welchen Einfluss eine größere Vielfalt von Kulturpflanzen im ökologischen Anbau auf die Unkräuter hat. Die Studie zeigt, dass in artenreichen Ackervegetationen keine einzelnen Problemarten in großen Mengen auftreten, sondern bei vielen Arten kleine Mengen unterschiedlicher Unkrautarten vorkommen. Dazu gehören Unkrautarten, die jeder kennt: Klatschmohn, Kornblume, Kamillen, Knötericharten, Spörgel oder auch Hirtentäschelkraut.
Die artenreiche Ackervegetation hat durchaus Vorteile, denn Ackerunkräuter dienen als Nahrungsquelle und Habitat für Nützlinge.



Mehr Informationen: https://www.uni-rostock.de/universitaet/kommunikation-und-aktuelles/medieninformationen/detailansicht/n/vielfalt-auf-dem-feld-haelt-unkraeuter-in-schach-wissenschaftlerinnen-der-universitaet-rostock-untersuchen-unkraut-in-mecklenburg-vorpommern/

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Für die einen Unkraut, für die anderen schöne Sommerblumen: drei Kamillearten
Foto: Bärbel Gerowitt/Universität Rostock

Mehr Arten als bisher angenommen könnten vom Aussterben

bedroht sein

18.07.2022

Im Mittel 30 Prozent aller Arten weltweit sind in den letzten 500 Jahren vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Dies ergaben Schätzungen von 3.331 Expertinnen und Experten, die sich mit der biologischen Vielfalt in 187 Ländern beschäftigen. Diese große und diverse Expertengruppe wurde im Rahmen einer Umfrage gebeten, Einschätzungen zum Wandel der von ihnen beforschten Arten zu geben. Die Ergebnisse sollen Wissenslücken bestehender wissenschaftlicher Bewertungen der globalen Biodiversität verringern und so die Wissensbasis für politische Entscheidungen verbessern.


Mehr Informationen: https://www.idiv.de/de/news/news_single_view/3482.html

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Die Umfrage sollte auch in der globalen Literatur unterrepräsentierten Experten, etwa aus dem globalen Süden, und vor allem Frauen eine Stimme geben. (Bild: Andy Underwood Bultmann)

Endstation Tiefsee: Mikroplastik belastet Meeresgrund noch stärker als angenommen

12.07.2022

Forschende haben die Mikroplastik-Verschmutzung des westpazifischen Kurilen-Kamtschatka-Grabens untersucht. Dabei fanden sie in jeder einzelnen von insgesamt 13 Sedimentproben aus bis zu 9450 Metern Tiefe zwischen 215 und 1596 Kleinstpartikel pro Kilogramm – mehr als zuvor nachgewiesen. Ihre erschienene Studie zeigt: Die Tiefsee ist der „Mülleimer der Meere“ – und bei der Ablagerung überraschend dynamisch. Die hohe Biodiversität am tiefsten Meeresgrund ist durch die Verschmutzung mit Mikroplastik stark gefährdet.


Mehr Informationen: https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/endstation-tiefsee-mikroplastik-belastet-meeresgrund-noch-staerker-als-angenommen/

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
In jeder einzelnen der entnommenen Sedimentproben wiesen die Wissenschaftler*innen Mikroplastik-Teilchen nach.
Foto: AWI

Wertschätzung der biologischen Vielfalt ist Voraussetzung zur Bewältigung der globalen Biodiversitätskrise - Weltbiodiversitätsrat verabschiedet in Bonn zwei neue Berichte

11.07.2022

Wie kann der Mensch wildlebende Arten nachhaltig nutzen? Welche unterschiedlichen Wertvorstellungen haben Menschen von der Natur? Zwei Berichte des Weltbiodiversitätsrates IPBES geben der Politik wichtige Empfehlungen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der globalen biologischen Vielfalt an die Hand. Sie zeigen, dass die Übernutzung wildlebender Arten eine weltweite Bedrohung darstellt. Eine bessere Berücksichtigung der vielfältigen Werte der Natur kann dazu beitragen, die Biodiversitätskrise zu stoppen. Bei den Verhandlungen in Bonn wurde außerdem ein neuer Bericht auf den Weg gebracht, der sich mit den Zusammenhängen zwischen Wirtschaft und Biodiversität auseinandersetzen wird.


Mehr Informationen: https://www.bmuv.de/pressemitteilung/weltbiodiversitaetsrat-uebernutzung-wilder-arten-stoppen-schutz-der-natur-staerker-beruecksichtigen

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Bildnachweis

mauritius images / Alamy / blickwinkel

Mikroben helfen bei der Anpassung an den Klimawandel

04.07.2022

Alle vielzelligen Lebewesen sind von einer unvorstellbar großen Anzahl von Mikroorganismen besiedelt und haben sich in der Entstehungsgeschichte des Lebens von Beginn an gemeinsam mit ihnen entwickelt. Das natürliche Mikrobiom, also die Gesamtheit dieser Bakterien, Viren und Pilze, die in und auf einem Körper leben, ist von fundamentaler Bedeutung für den Gesamtorganismus. Forschende aus Kiel und Düsseldorf untersuchen nun am Beispiel der Seeanemone Nematostella vectensis den Beitrag des Mikrobioms zur Temperaturanpassung von Lebewesen. Die Forschenden konnten zeigen, dass sich die Bakterienbesiedlung der Tiere infolge der Akklimatisierung ändert und deren Organismus zudem resistenter gegenüber Hitzestress wird. Zusätzlich gelang es ihnen, einen ursächlichen Zusammenhang zu belegen: Übertrugen sie das Mikrobiom der wärmeangepassten auf nicht akklimatisierte Anemonen, wurden auch diese unempfindlicher gegenüber höheren Temperaturen.


Mehr Informationen: Uni Kiel: Mikroben helfen bei der Anpassung an den Klimawandel (uni-kiel.de)


Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Die Seeanemone Nematostella vectensis, hier bei der Eiablage, kann ihre Temperaturanpassung durch die Weitergabe bestimmter Bakterien direkt an ihre Nachkommen vererben. Bild: Hanna Domin

Schad­s­toffe gefähr­den hei­mi­sche Fle­der­mäuse

13.06.2022

Fledermäuse wurden in Europa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer seltener. Gründe dafür sind auch die Belastung mit Schwermetallen und schwer abbaubaren organischen Schadstoffen. Das zeigt eine aktuelle Studie zu den Beständen der kleinen Hufeisennase im Bayerisch-Tiroler Alpenraum unter der Leitung der Universität Innsbruck. Urbanisierung und Verlust von Laubwäldern engen den Lebensraum der Fledermäuse zusätzlich ein.


Mehr Informationen: https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2022/schadstoffe-gefahrden-heimische-fledermause/

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Fledermausmütter mit Jungen (Ohren nach oben) in der Wochenstube Foto: A. Vorauer

Wohl dem, der Wärme liebt

03.06.2022

Wie sich der fortschreitende Klimawandel auf die Bestände heimischer Tierarten auswirkt, ist aufgrund lückenhafter Datensätze oft schwer zu verfolgen. In einer neuen Studie der Technischen Universität München (TUM) und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) wurde nun das umfangreiche Datenbanksystem der Artenschutzkartierung (ASK) des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) zum Vorkommen von Schmetterlingen, Libellen und Heuschrecken in Bayern seit 1980 ausgewertet. Das Ergebnis: Wärmeliebende Arten zeigen positive Trends.


Mehr Informationen: https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/37448

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) ist eine der bekanntesten Profiteurinnen der Klimaerwärmung. Die ursprünglich im mediterranen Raum verbreitete Großlibelle trat Anfang der 1990er Jahre zum ersten Mal in Bayern auf und ist inzwischen weiträumig verbreitet.
Bild: E. K. Engelhardt / TUM

Neue Studie zur Anpassungsfähigkeit von großen Korallenriffen an die Klimaerwärmung

25.05.2022

Eine neue Studie des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) berechnet anhand eines Modells und von Daten aus dem Feld, inwieweit große Riffe wie das Great Barrier Reef vor der australischen Küste in der Lage sein werden, sich auf lange Sicht der Ozeanerwärmung anzupassen.


Mehr Informationen: Neue Studie zur Anpassungsfähigkeit von großen Korallenriffen an die Klimaerwärmung (leibniz-zmt.de)

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Noch finden sich in der Karibik Korallenriffe wie dieses Riff vor Curaçao, die weitgehend intakt sind. (Foto: Lisa Röpke, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung)

Kulturlandschaft als Hotspot der Artenvielfalt: Projekt Teichlausitz forscht zum Erhalt der Lausitzer Teichlandschaften

12.05.2022

In manchen Gebieten ist es das Beste, die Natur sich selbst zu überlassen. Der Artenvielfalt in ökologisch wertvollen mitteleuropäischen Kulturlandschaften kann genau das zum Verhängnis werden – ohne den Erhalt traditioneller Bewirtschaftungsformen ist ihr Überleben gefährdet. So auch in den Teichlandschaften der Lausitz in Sachsen und Brandenburg, in denen seit etwa 800 Jahren Karpfen und andere Fische gezüchtet werden. Die einst künstlich angelegten Teiche haben sich längst zu einem Eldorado des Artenschutzes entwickelt. Neben ihrer Rolle als Lebensräume für Fischotter und Co. spielen sie auch für den Wasserhaushalt, den Tourismus und für das Lokalklima eine entscheidende Rolle.


Mehr Informationen: Kulturlandschaft als Hotspot der Artenvielfalt: Projekt TeichLausitz forscht zum Erhalt der Lausitzer Teichlandschaften — TU Dresden — TU Dresden (tu-dresden.de)

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Die Lausitzer Teiche bilden das in Mitteleuropa größte zusammenhängende Teichgebiet. Diesen Hotspot der Artenvielfalt möchte das Projekt TeichLausitz bewahren.
(Bild: IHI Zittau)

Wie wirkt sich Wiederaufforstung auf den Wasserkreislauf aus?

12.05.2022

Wie würden sich Aufforstung und Renaturierung großer Flächen weltweit auf die Wasserströme auswirken? Eine neue Studie unter der Leitung der Wissenschaftlerin Anne Hoek van Dijke von der Universität Wageningen und unter Mitwirkung von Martin Herold vom GFZ liefert interessante Antworten. Die Auswirkungen auf die Niederschläge reichen demnach weit über Ländergrenzen und sogar Kontinente hinaus: So kann die Wiederaufforstung von Bäumen im Amazonasgebiet zum Beispiel Niederschläge in Europa und Ostasien beeinflussen. In der Studie, die am 11. Mai 2022 in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, wurden die globalen Auswirkungen einer groß angelegten Baumsanierung auf die Wasserflüsse und die Wasserverfügbarkeit berechnet.


Mehr Informationen: Wie wirkt sich Wiederaufforstung auf den Wasserkreislauf aus?: GFZ (gfz-potsdam.de)

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Bäume im Wissenschaftspark Albert Einstein.
(Bild: GFZ)

Artenschutz für Pilze

12.05.2022

Eines vorweg: Es geht nicht um die großen Speisepilze, sondern um die mikroskopisch kleinen Vertreter im Wasser. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des IGB plädiert dafür, diese besser zu schützen. Das klingt unbedeutend und schwer umsetzbar, ist es aber beides nicht. Das große Reich der Pilze fristet ein Schattendasein neben den beiden anderen Reichen eukaryotischer Lebewesen – den Pflanzen und Tieren. Dabei gäbe es ohne die Pilze kein Penicillin, kein Bier und keinen Hefezopf. Ähnlich eines Verdauungsapparats befördern sie im Wasser die Zersetzung von Stoffen und sind zugleich Nahrung für Tiere. Bedroht sind aquatische Pilze beispielsweise durch eingespülte Fungizide, die sie eigentlich gar nicht bekämpfen sollen. Um Pilze zu schützen, wären Bioassays und ein besseres Monitoring sinnvoll.


Mehr Informationen: Artenschutz für Pilze | IGB (igb-berlin.de)

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Aquatische Pilze sind vielleicht unscheinbar, aber umso wichtiger im Nahrungsnetz von Gewässern.
Bild: H. Masigol

Fleischalternativen aus Pilzkulturen könnten helfen, die Wälder der Erde zu retten

04.05.2022

Wenn bis 2050 nur ein Fünftel des pro-Kopf Rindfleischkonsums durch Fleischalternativen aus mikrobiellem Protein ersetzt wird, könnte das die weltweite Entwaldung halbieren: Das ist das Ergebnis einer neuen Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde und zum ersten Mal mögliche Auswirkungen dieser bereits marktreifen Lebensmittel auf die Umwelt umfassend untersucht. Der aus Pilzkulturen durch Fermentierung produzierte Fleischersatz ähnelt echtem Fleisch in Geschmack und Konsistenz, ist aber ein biotechnologisches Produkt. Gegenüber Rindfleisch erfordern diese Fleischalternativen deutlich weniger Landressourcen und können somit die Treibhausgasemissionen durch Viehhaltung und die Ausweitung von Acker- und Weideland stark senken. Die Analyse geht von der Annahme aus, dass die wachsende Weltbevölkerung immer mehr Appetit auf Rindfleisch hat.


Mehr Informationen: Fleischalternativen aus Pilzkulturen könnten helfen, die Wälder der Erde zu retten — Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (pik-potsdam.de)

Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
(Bild: Pexels)