BlueGreen City Coaching
Von der Planung zur Umsetzung: Wege zur blau-grünen Infrastruktur in Kommunen
Grafik blau-grüne Infrastruktur ©Artkolchose
Städte stehen angesichts des Klimawandels vor großen Herausforderungen: Extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Dürren nehmen zu und treffen nicht nur die Stadtbewohner:innen, sondern auch die Infrastruktur und städtische Ökosysteme.
Blau-grüne Infrastrukturen gewinnen in diesem Kontext zunehmend an Bedeutung. Ob begrünte Dächer, Quartiers-Seen, Straßenbegleitgrün oder Versickerungsanlagen: Die blau-grüne Infrastruktur bietet wirksame naturbasierte Lösungen gegen Überflutungen und Hitzestress. Durch sie kann Regenwasser ortsnah verdunsten, versickern und gespeichert werden; sie entlastet die Kanalisation und reduziert die Gefahr von Überflutungen. Zugleich schafft die blau-grüne Infrastruktur – oft auch als Schwammstadt bezeichnet – Erholungs- und Naturräume. Sie sorgt dafür, dass es in Hitzeperioden ausreichend Wasser für die Vegetation gibt und die Stadt abkühlen kann.
Wollen sich Kommunen an Klimaveränderungen anpassen und ihre Infrastruktur entsprechend umbauen, stehen sie allerdings oft vor einer Reihe von Herausforderungen: Zunächst muss politische Einigkeit über die nötigen Veränderungen hergestellt werden, dann gilt es, Verwaltungsprozesse für die Planung anzupassen, wirksame und bezahlbare Maßnahmen zu identifizieren und diese im komplexen Stadtgefüge auch tatsächlich umzusetzen.
Genau hier setzt das Projekt „BlueGreen City Coaching – Implementierung Blau-Grüner Infrastrukturen zur Klimaanpassung kleinerer deutscher Großstädte“ (BGCC) an. Wir unterstützen Städte mit 100.000 bis 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bei der Planung und Umsetzung einer klimaangepassten Stadtentwicklung – mit wissenschaftlich fundierten Lösungsansätzen, die praxisnah gemeinsam mit den Städten weiterentwickelt werden.
Im Frühjahr 2025 konnten sich nach einem über den Deutschen Städtetag veröffentlichten Aufruf interessierte Städte für ein individuell zugeschnittenes Coaching bewerben. Die zehn ausgewählten Städte werden nun von Herbst 2025 bis Frühjahr 2027 auf ihrem Weg zu einer blau-grünen Infrastruktur begleitet.
Gemeinsam mit den zehn Coaching-Städten identifizieren unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Zeitraum stadtspezifische Potenziale, Grenzen und praxisnahe Lösungsansätze für eine blau-grüne Infrastruktur. Im Fokus des Coachingprozesses stehen juristische Fragstellungen, Kosten-, Nutzen- und Finanzierungsfragen, die Infrastrukturplanung sowie Entscheidungs-Prozesse in Politik und Verwaltung.
Die Erkenntnisse aus dem Coaching der zehn Städte werden als Musterlösungen aufbereitet und und ab Mitte 2027 für den Transfer in weitere Kommunen auf dieser Website veröffentlicht.
Das Projekt BlueGreen City Coaching wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und der Politikberatung Fresh Thoughts (FT) umgesetzt. Das Umweltbundesamt (UBA) betreut das Projekt, unterstützt wird es zudem vom Deutschen Städtetag (DST) und dem Zentrum Klimaanpassung (ZKA). Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) fördert das BlueGreen City Coaching aus Mitteln des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK).
Inhaltliche Coaching-Bausteine
- Blau-grüne Infrastrukturplanung
- Recht
- Governance
- Kosten, Nutzen, Finanzierung
Coaching in zehn Städten
- je ein Grundlagenworkshop vor Ort
- drei zentrale Fachtreffen zu Schwerpunktthemen
- stadtspezifisch angepasste Coachingtermine
- idealerweise pilothafte Implementierung vor Ort
Interne Referenz: FKZ 3723 NK 902 0