Internationale WasserforschungsAllianz Sachsen

Die Region

Das Einzugsgebiet des Westlichen Bug befindet sich im Grenzgebiet zwischen Ukraine, Weißrussland und Polen. Der Fluss entspringt in der westlichen Ukraine, fließt dann zunächst entlang der Grenze zwischen der Ukraine und Polen, dann an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen bis er schließlich in den Narew und die Weichsel (Vistula) und später in die Ostsee mündet. Das Untersuchungsgebiet in IWAS ist das Gewässer und das Einzugsgebiet des Westlichen Bugs auf dem Staatsgebiet der Ukraine.

Das Einzugsgebiet hat eine Gesamtgröße von etwa 40.000 km², wovon etwa 11.000 km² in der Ukraine liegen. Der Westliche Bug hat an der Quelle eine mittlere Wasserführung von 30 l/s und bei Stryzów, an der ukrainisch-polnischen Grenze etwa 41 m³/s.

Belastungen sind vor allem chemischer und biologischer Art, da die Flussmorphologie weitgehend intakt ist. Sie werden in erster Linie durch veraltete Kläranlagen, intensive Landwirtschaft, Bergbau und Pestizidlagerstätten hervorgerufen.

Karte des Einzugsgebiets des Bug (Zufluss der Weichsel)

Ziele und Inhalte des Regionalvorhabens

Im Einzugsgebiet des Westlichen Bug werden Konzepte zur effizienten Verbesserung der Oberflächengewässerqualität entwickelt. Dabei werden sämtliche Quellen und Eintragspfade, d. h. die dynamischen und chronischen Einträge aus Punktquellen und aus diffusen Quellen, die gewässerinterne Struktur sowie sozio-ökonomische und institutionelle Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Für die integrierte Analyse der potenziellen Eintragspfade wird ein Modellkonzept entwickelt, welches neben der Untersuchung der aktuellen Situation, Prognosen für unterschiedliche Szenarien erlaubt und die Bewertung verschiedener Handlungsoptionen ermöglicht. Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des Modellkonzepts ist die Erprobung und Anwendung der, gemeinsam mit den ukrainischen Partnern erarbeiteten, Strategien zur Behebung von Datendefiziten.
Die konkreten Arbeitsschritte für die Analyse des gegenwärtigen Zustandes sind:

  • Analyse der Oberflächengewässer: detaillierte Erfassung des Wasserdargebotes und der Wasserqualität,
  • Erfassung und Analyse von Verschmutzungsquellen durch Industrie, kommunale Abwässer und Landnutzung,
  • modellbasierte Identifikation und Bewertung der maßgebenden Einträge, Transport- und Transformationsprozesse,
  • Identifikation der Triebkräfte im Mensch-Umwelt-System: retrospektive Analyse des Landbedeckungs-/-nutzungswandels und der Analyse der gesetzlichen und institutionellen Randbedingungen.

Nach der Zustandsanalyse werden die Untersuchungsgebiete und -themen priorisiert und auf das übergeordnete Ziel der Verbesserung der Wasserqualität bzw. Optimierung der ökologischen Funktionen (ecosystem services) im Einzugsgebiet des Westlichen Bug ausgerichtet. Gleichzeitig werden parametrisierte regionale Szenarien auf der Basis von Klima- und Landnutzungsprojektionen erarbeitet, die für eine gekoppelte Modellierung zur Verfügung gestellt werden und modellbasierte Prognosen ermöglichen. Damit kann bspw. eine optimale Abfolge effizienter Sanierungsschritte im Sinne einer Kombination aus Emissionsprinzip und „modernem Immissionsprinzip“ – also unter Einbeziehung gewässerinterner Maßnahmen – entwickelt werden. Dies schließt innovative Verfahren zur Abwasserreinigung ebenso ein wie die Verminderung der Einträge aus der Industrie. Dieses Vorgehen soll abschließend zu umsetzbaren Handlungsempfehlungen für die Wasserdienstleistungsunternehmen einschließlich Kostenabschätzung für notwendige Maßnahmen führen. Damit passt sich das Modellprojekt in den Prozess der integrierten Gewässerbewirtschaftung nach Flusseinzugsgebieten in der Ukraine ein. Die zu erwartenden Ergebnisse sollen für die wissenschaftlichen Einrichtungen, für die Vodokanal-Unternehmen, für politische Entscheidungsträger aber auch für Verbandsstrukturen und Verwaltungen eine wichtige Unterstützung sein.

Capacity Development

Ein wesentlicher Bestandteil von IWAS ist die Entwicklung von Anpassungsstrategien, Werkzeugen und Methoden, die in den Regionalvorhaben nachhaltig implementiert werden können. Daher ist die Entwicklung von adäquaten Konzepten zum Wissenstransfer und zum Capacity Development (CD) ein essentieller Bestandteil der IWAS-Initiative.
Die Grundlage für die CD-Strategie des Regionalvorhabens Osteuropa bildet das allgemeine IWAS CD-Konzept, welches an die Ziele und Notwendigkeiten der Region angepasst wurde. Anhand des regionalspezifischen CD-Konzepts werden in Absprache mit den jeweiligen Partnern CD-Maßnahmen vorgeschlagen, die für die Verbesserung der Kompetenzen vor Ort notwendig sind. Partner innerhalb des Projektes sind wissenschaftliche Institutionen auf regionaler und nationaler Ebene, Vodokanal-Unternehmen, sowie Umwelt- und Wasserverwaltungen.
Maßnahmen können unterschiedlicher Natur sein, sollen jedoch nicht nur der Personalentwicklung dienen, sondern auch der Stärkung der Institutionen und somit auch indirekt zu einer Stärkung des politischen und gesellschaftlichen Systems beitragen: Aus- und Weiterbildung von Praktikern und Führungskräften in den Vodokanal-Unternehmen, Unterstützung der wissenschaftlichen Ausbildung, Wissensaustausch und -vermittlung, oder die Stärkung des Flußgebietsmanagements durch Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Verwaltungen. Entscheidend für den Erfolg solcher Maßnahmen ist jedoch der Aufbau von funktionierenden Netzwerken sowohl im akademischen, als auch im wirtschaftlichen Bereich, um u.a. den Erfahrungsaustausch zu gewährleisten. So erfolgt derzeit die Stärkung eines Netzwerkes von Wasser- und Abwasserunternehmen (Ukrvodokanalekologia) unter Berücksichtigung der institutionellen Gestaltung des Abwassersektors in der Ukraine.

Arbeitsgruppen, Arbeitspakete

Kontakt und weitere Informationen

Prof. Thomas Berendonk (TU Dresden): thomas.berendonk@tu-dresden.de
Gunda Röstel (Stadtentwässerung Dresden): gunda.roestel@se-dresden.de
Jörg Seegert (TU Dresden): joerg.seegert@tu-dresden.de
Corinna Weigelt (DREBERIS GmbH): corinna.weigelt@dreberis.com
Olena Wolf (TU Dresden): olena.wolf@tu-dresden.de

Animation

IWAS model regions

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Film

Brasil - Water for Brasilia

Veranstaltungen

IWAS Touch-screen am BMBF-Stand auf

6.-7. Dezember: 3.IWAS Statuskolloquium in Magdeburg

12.-17.März 2012
6.Weltwasserforum in Marseille

12.-13. Oktober 2011
IWRM Konferenz in Dresden

15. April 2011: IWAS-Statuskolloquium in Leipzig

17.-20. Mai 2010: Internationaler Workshop IWAS AGUA-DF in Brasília

11.11.2009: 2. IWAS Status-Kolloquium in Dresden

29.04.2009: internes IWAS-Kick-Off in Dresden

März 2009: IWAS-Kick-Off Workshop in Hanoi

März 2009: IWAS stellt sich auf der ECOGerma in Sao Paulo vor

Februar 2009: große IWAS-"Mongolei-Konferenz" in Magdeburg

Dezember 2008: IWAS-Osteuropa Kick-Off in Ivano-Frankivsk

Gefördert durch

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