Baustein blau-grüne Infrastrukturplanung
Ermittlung von Potenzialen und Auswirkungen blau-grüner Infrastruktur auf Basis von im Co-Design entwickelter räumlicher und technologischer Szenarien
Coaches: Dr. Ganbaatar Khurelbaatar
Städte stehen bei der Einführung blau-grüner Infrastrukturen oft vor der Schwierigkeit, passende Maßnahmen zu identifizieren, zu vergleichen und in ihre Planung zu integrieren – insbesondere angesichts komplexer Rahmenbedingungen, begrenzter Ressourcen und teilweise widersprüchlicher Zielsetzungen. Dies führt nicht selten zu Strategien, die den tatsächlichen urbanen Herausforderungen nur unzureichend gerecht werden.
Hier setzen wir an. Wir unterstützen Kommunen dabei, methodisch abgesicherte Entscheidungsgrundlagen aufzubauen. Das beinhaltet die Entwicklung technisch und räumlich plausibler Szenarien, die Simulation ihrer Wirkungen sowie die räumliche Modellierung von Effekten. Die Modellierung der blau-grünen Infrastrukturen erfolgt dabei von einzelnen Grundstücken bis hin zu gesamten Stadtgebieten, um die Potenziale und Begrenzungen der unterschiedlichen Gestaltungsvarianten aufzuzeigen und somit eine technische und räumliche Priorisierung vornehmen zu können. Um die Realisierungschancen einzelner Gestaltungsvarianten beurteilen zu können, sind außerdem ökonomische Betrachtungen wichtig.
Im Coaching werden Wege aufgezeigt, wie sowohl unmittelbare Kosten, Folgekosten als auch direkte, indirekte und induzierte Nutzeneffekte mit vertretbarem Aufwand abgeschätzt oder zumindest qualitativ bewertet werden können. So werden verschiedene Handlungsoptionen transparent vergleichbar gemacht und eine solide Basis für Planungs- und Investitionsentscheidungen geschaffen. Siehe dazu auch Baustein „Kosten – Nutzen – Finanzierung“ .
Besonderer Wert wird auf Co-Design-Prozesse gelegt, in denen Verwaltung, Fachplanung, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam an Szenarien und Lösungsstrategien arbeiten. Dadurch können die Potenziale von blau-grünen Infrastrukturen – etwa für Regenwassermanagement, urbane Kühlung oder die Förderung von Biodiversität – nicht nur aufgezeigt, sondern auch gezielt in lokale Planungen integriert werden. Auf diese Weise entstehen wissensbasierte, partizipativ entwickelte Strategien, die über rein technische Maßnahmen hinausgehen.
Wir verwenden für das Coaching unter anderem folgende Methoden und Ansätze:
- Optimised and fast dimensioning of decentralised urban water infrastructures based on design events (DOI: 10.2166/bgs.2026.003)
- UrbanWaterBlocks: A Python Tool for Block-Based Urban Water Management (DOI: 10.1016/j.scs.2026.107244)
- Urban blocks enable data-reduced, hydraulically sound planning for combined sewer overflow mitigation (DOI: 10.1016/j.wroa.2025.100466)
- Co-designing water-sensitive suburbs through blue-green infrastructure planning by research, municipal and housing association partners (DOI: 10.2166/9781789065015_0175)
- Spatial-economic scenarios to increase resilience to urban flooding (DOI: 10.1016/j.wroa.2024.100284)
- Pysewer: A Python Library for Sewer Network Generation in Data Scarce Regions (DOI: 10.21105/joss.06430)
- Management of Urban Stormwater at Block-Level (MUST-B): A New Approach for Potential Analysis of Decentralized Stormwater Management Systems (DOI: 10.3390/w13030378)
- Marc Breulmann, Lucie Moeller (2025): Planung gekoppelter blau-grüner Infrastrukturen. Ein Handbuch zur wassersensiblen Stadtentwicklung in Leipzig: Starkregenmanagement und Bewässerung, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ.
Zu den weiteren Bausteinen: Recht Kosten, Nutzen, Finanzierung Politik und Verwaltung