CLAIRE - Centre for Climate Action and Innovation - Research & Engineering

CLAIRE erhält Zuschlag für erste Förderphase

23. Juli 2021

Das vom UFZ koordinierte Konsortium treibt die Planungen für ein neues Zentrum für Klimamaßnahmen und Innovationen – Forschung & Technologien voran

Pressemitteilung des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ)

Hintergrund

Am 14. August 2020 ist das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ (StStG) in Kraft getreten. Dieses Gesetz sieht die Schaffung von Strukturhilfemaßnahme für die Bundesländer bzw. Reviere und Standorte vor, die vom Braunkohleausstieg betroffen sind. In § 17 Ziffer 29 des StStG ist die Gründung von je einem neuen Großforschungszentrum in der sächsischen Lausitz und im mitteldeutschen Revier auf Grundlage eines Wettbewerbsverfahrens vorgesehen. Die Ausschreibung erfolgte durch das BMBF gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen im Rahmen des Wettbewerbs "Wissen schafft Perspektiven für die Region".

Das UFZ ist Antragsteller für den Vorschlag CLAIRE (Centre for Climate Action and Innovation - Research & Engineering, dt.: Zentrum für Klimamaßnahmen und Innovationen - Forschung & Technologien) und damit federführend für ein Antragskonsortium von 14 namhaften wissenschaftlichen Institutionen (davon 11 aus der Region). Das Antragskonsortium ist zusammengesetzt aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der folgenden Institutionen: Fraunhofer IMW Leipzig, iDiv Halle-Jena-Leipzig, Uni Leipzig, TU Dresden, MLU Halle-Wittenberg, HHL Leipzig, DBFZ Leipzig, TROPOS Leipzig, IPK Gatersleben, IPB Halle, PIK Potsdam, ZALF Müncheberg und dem MPI-BGC Jena.


Die Mission von CLAIRE

CLAIRE entwickelt wissenschaftlich fundierte Systemlösungen für Klimaschutz und Klimaanpassung, setzt diese um und schafft neue Perspektiven für die Region. Grundlage hierfür sind neuartige digitale Datenräume sowie Reallaborsysteme, die von Wissenschaft, Unternehmen, Fachbehörden und Zivilgesellschaft im Mitteldeutschen Revier und der Lausitz gemeinsam betrieben werden. Diese unterstützen die regionalen Transformationsprozesse hin zu einer kohlenstoffneutralen und klimaresilienten Gesellschaft und schaffen attraktive Innovationscluster mit nachhaltiger Wertschöpfung in den Bergbaufolgeregionen. Ergänzend hierzu ermöglicht die neu zu gründende ‚School for Climate Innovation Leipzig‘ eine interdisziplinäre Ausbildung mit Schwerpunkt Klima-Entrepreneurship. 


CLAIRE adressiert Handlungsoptionen im Klimawandel und schafft Innovationsbedarf

CLAIRE bringt die angewandte Klimafolgenforschung mit gesellschaftlichen Akteuren und Entscheidungsträgern zusammen, die stark zunehmend die technologischen, ökonomischen und politischen Weichen für das Leben im Klimawandel stellen müssen. Dabei sind neben der Wissenschaft Politik, Unternehmen, Verwaltung und Zivilgesellschaft gleichermaßen gefordert, Wandel und Anpassung nicht nur zu bewältigen, sondern zu gestalten. Der Klimawandel und seine Folgen sind globale Phänomene mit weltweiten Auswirkungen, die jedoch vor allem auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene bewältigt werden müssen. Deshalb wird CLAIRE Klimaschutzoptionen sowie erwartete Klimawandelrisiken und wirksame Anpassungsmaßnahmen in und zwischen wichtigen Wirtschaftssektoren adressieren.

CLAIRE verfolgt einen neuen Weg, der ‚vom Problem her gedacht‘, beginnend bei den Problemstellungen und den Fragen der Umsetzung (TRL 6-9), bis zu Fragen der Grundlagenentwicklung (TRL 1-5), für die verschiedenen Entwicklungsabschnitte die Forschungsbedarfe adressiert, um innovative Lösungsoptionen für den Klimawandel umzusetzen. Dabei werden nicht nur einzelne Aspekte oder einzelne Technologien und Verfahren isoliert betrachtet, sondern globales Klimawissen integriert und Systemlösungen gesucht, die auf allen Ebenen – lokal, regional, global – wirken.


Die drei Elemente von CLAIRE
CLAIRE besteht aus drei Elementen: Digitale Plattformen, Reallaborsysteme und Bildung & Kommunikation. In den Bereichen und deren Überlappungen entsteht eine Vielzahl an Transferleistungen in die Region (äußerer Ring).

Die drei Hauptelemente von CLAIRE

Die Entwicklung von Systemperspektiven braucht umfangreiches Prozesswissen und dazu gehörende Daten. Mittels neuartiger Digitaler Zwillinge der Erdoberfläche wird CLAIRE einen neuen, kontinuierlichen, digitalen Daten- und Entscheidungsraum mit nie dagewesener Aktualität und räumlich-zeitlicher Auflösung aufbauen, der es erlaubt, belastbare Prognosen und Projektionen nicht nur auf globaler Ebene, sondern hochauflösend bis zur Straßenzugs- und Landschaftsebene zu erstellen. Dies ist Voraussetzung für fundierte Analysen und die Entwicklung und Umsetzung geeigneter Handlungsoptionen mit politisch-gesellschaftlichen Entscheidungsträger/innen. CLAIRE schafft mit Forschungspartner/innen einen neuen Datenraum europäischer und globaler Dimension mit enormem wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Nutzungspotential. Dieser Datenraum soll nach europäischen Standards aufgebaut und sicher und vertrauenswürdig als Teil der europäischen Dateninfrastruktur GAIA-X betrieben werden.

Die praktische Umsetzung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen erfolgt in besonders dafür eingerichteten Reallaborsystemen im Mitteldeutschen Revier sowie in der Lausitz und später auch in anderen Regionen. Sie sind effizient organisierte Experimentier- und Datenräume, zwischen Beteiligten aus Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft, in denen konkrete Produkte und Verfahren langfristig erprobt und zur Marktreife gebracht werden. Damit werden neue Wissens- und Wertschöpfungsstrukturen in der Region implementiert, die entsprechend angepasst auch in andere Regionen weltweit übertragen werden können. Im regionalen Kontext werden Erfolgsgeschichten für städtische und ländliche Räume entwickelt und aus praktischer Erfahrung können mittel- bis langfristig positive Überzeugungen und Gewohnheiten entstehen.

Als Ort der Ausbildung der nächsten Generation und Ort des Austauschs zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Unternehmen und Staat wird gemeinsam mit der Universität Leipzig und unter Beteiligung der Technischen Universität (TU) Dresden, der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle und der Handelshochschule Leipzig (HHL) eine School for Climate Innovation Leipzig (SCIL) nach US-amerikanischem Vorbild einer Transdisciplinary and Professional School entstehen. Diese soll interdisziplinäre Spitzenforschung mit großen Freiheiten, Transferorientierung, gesellschaftlicher und politischer Relevanz sowie neuartige Lehr- und Ausbildungskonzepte anbieten.

Die Abbildung zeigt das CLAIRE-Konstrukt mit den Bereichen ”Digitale Räume”, ”Reallaborsysteme” sowie ”Bildung und Kommunikation” inkl. SCIL, die sich überlappen und in der Mitte den Raum für Systemlösungen und Entscheidungen bilden. Kooperations-, Transfer- und Wertschöpfungselemente umgeben die drei zentralen wissenschaftlichen Bereiche und ergänzen diese.

Es ist erklärtes Ziel, mit Unterstützung von CLAIRE im Mitteldeutschen Revier eine kreative, national wie international hochattraktive Unternehmensszene in Verbindung mit vorhandenen und neuen Unternehmen im Bereich Klimaschutz aufzubauen.