Wer wohnt wo in einem Insektenhotel? 



In dem Maße, wie der Lebensraum der Menschen wächst, wird der von anderen Lebewesen eingeschränkt. Der Habitatsmangel ist eine maßgebende Ursache für das Verschwinden vieler Arten. Dagegen soll ein Insektenhotel zumindest einen kleinen Teil ersetzten. Der menschliche Eingriff in die Natur hat in den letzten Jahrhunderten stark zugenommen. So werden z.B. Grünflächen besiedelt, Felder mit Pestiziden behandelt, Gewässer begradigt oder trockengelegt. Teilweise ist der Ordnungswahn des Menschen tödlicher als jede Umweltkatastrophe. Seine Eingriffe führen unter anderem dazu, dass viele natürliche Lebensräume wie z.B. Lehmhänge oder Totholz nur noch selten vorhanden sind. Mit dem Lebensraum verschwinden aber auch die dort lebenden Insekten. 


Ein Insektenhotel soll zumindest einen kleinen Teil des verlorenen Lebensraums ersetzten. Arten, die durch ein Insektenhotel gefördert werden sind meist für uns sehr wertvoll, da sie das Ökosystem vielerorts gut ergänzen, indem sie darin als Fraßfeinde von Pflanzenschädlingen und als Bestäuber auftreten.


Insektenhotels sind ein kleiner, bescheidener, lokaler Versuch gegen das Artensterben anzugehen.
 

Wildbienen

In Deutschland gibt es neben unserer Honigbiene, die als wildes Haustier gehalten wird, noch fast 500 weitere Arten. Die bekannteste ist vielleicht die Rote Mauerbiene. Aber auch andere, wie die Sandbiene, die Wollbiene oder die Mörtelbiene sind dem Einen oder Anderen schon aufgefallen. Diese Wildbienen lieben Löcher in trockenem Altholz, Lehm oder hohle oder markhaltige Schilf-, Holunder- oder Brombeerstengel.

Wildbiene

Wildbiene mit Bruthöhle

Marienkäfer

Marienkäfer fressen Schädlinge, wie Wanzen, Blattläuse, Milben, Schildläuse und deren Larven. Ein einzelner Marienkäfer schafft 40 - 50 Blattläuse pro Tag. Seine Larve während ihrer Entwicklung sogar das 70-fache. Finden die Marienkäfer einen Unterschlupf, wie Holzspäne, Holzwolle und Kiefernzapfen legen sie auch dort ihre Eier ab und können so doppelt gegen Blattlausbefall auf Zier- und Nutzpflanzen vorgehen. Zum Überwintern finden sie sich in kleinen Gruppen unter Laub, Holz oder Moos zusammen. In unseren Breiten vermehren sich die Marienkäfer bis zu zweimal pro Jahr. Die zweite Generation schlüpft von Ende Juni bis August.

Holz und Kiefernzapfen

Holz und Kiefernzapfen als Unterschlupf für Marienkäfer, Florfliegen, Ameisen und Käfer

Schmetterlinge

Schmetterlinge lieben schmale Nischen und Hohlräume, in denen sie geschützt sind vor Wind, Wetter und Fressfeinden. Dort können sie Kälte und Regen überleben und teilweise sogar als ausgewachsener Falter überwintern. Diese Überwinterungsstrategie nutzen von den ca. 180 in Deutschland heimischen Tagfaltern nur sechs Arten. Der bekannteste ist wohl der Zitronenfalter. Auch das Tagpfauenauge, der C-Falter, der Trauermantel und Großer Fuchs und Kleiner Fuchs sind Falterüberwinterer. Diese können teilweise schon an warmen Tagen im Februar oder März gesichtet werden, wenn sie über den Schnee fliegen. In den Kälteverstecken sollten Gelegenheiten zum Festklammern vorhanden sein, wie kleine Ästchen oder Strohhalme. Natürlich sollte auch die Umgebung der Insekten- oder Schmetterlingshäuser schmetterlingsfreundlich sein. Schmetterlingspflanzen sind für die Entwicklung der Raupen und erwachsenen Schmetterlinge die Lebensgrundlage. Die Raupen, die Jungstadien der Schmetterlinge, fressen in ihrer Entwicklung die Blätter ihrer Wirtspflanze. Die voll entwickelten Falter hingegen bestäuben die Blüten beim Nektar sammeln.

Die Schlehe (Prunus spinosa) ist zum Beispiel eine ausgesprochene Schmetterlingspflanze. Für 126 Schmetterlingsarten ist diese Pflanze im Raupen- oder Falterstadium als Nährungsgrundlage interessant.

Eine ausführliche Liste findet man beim Bundesamt für Naturschutz unter:


FÖJ am UFZ

Das UFZ ist Einsatzstelle für das FÖJ in Sachsen.

Insgesamt drei Stellen, in der Forschung und in der Umweltbildung, stehen für Interessierte Jugendliche bereit.

Kontakt: Personalabteilung Martin Schröder, Tel. 0341 235 1619


Insektenhotel

Insektenhotel "Zur Artenvielfalt"

Artenvielfalt unterstützen - Hotelbesitzer werden

Hotelbesitzer sein - wer kann das schon von sich behaupten?

Am Jugend-Zukunfts-Tag 2015 konnten im Schülerlabor in ganz kurzer Zeit acht Mädchen und acht Jungs diesen Schritt tun. Sie wurden zu Besitzern eines Insektenhotels, welches sie auch mit nach Hause nehmen durften. Zudem errichteten sie im Forschungszentrum eine große Variante davon. Mehr davon und Fotos unter:

 

Das UFZ-Schülerlabor unterstützt:

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HGF
Helmholtz-Tag in allen Schülerlaboren der Helmholtz-Gemeinschaft


An diesem Tag warten besondere Angebote auf die Besucher.

Hermann von Helmholtz

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