Bewertung der Nachhaltigkeit von Flächennutzungsoptionen

Zielsetzung des Arbeitsschwerpunktes Nachhaltigkeitsbewertung ist die Entwicklung eines computerbasierten Moduls zur Bewertung der Nachhaltigkeit verschiedener Flächennutzungsoptionen. Das Modul ist Bestandteil des Entscheidungsunterstützungssystems und wird dort mit den Modulen zur Sanierungskostenoptimierung und Flächenwertermittlung verknüpft.

Ziel ist es, ein Modul zu entwickeln, das Entscheidungen treffende Personen bei der Bewertung möglicher Flächennutzungen hinsichtlich der lokal spezifischen Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung unterstützt. Voraussetzung für eine solch spezifische Bewertung ist die Definition eines auf der Vorstellung von und den Anforderungen an nachhaltige Entwicklung basierenden Bewertungsrahmens.

Gelaende Bausch

Um das zu erreichen, liegt dem Nachhaltigkeitsmodul das Integrative Nachhaltigkeitskonzept der Helmholtz Gemeinschaft ("HGF-Konzept", Kopfmüller et al., 2001) zu Grunde. Die Besonderheit dieses Konzeptes ist, dass ein normativer top-down mit einem problemorientierten bottom-up Ansatz verbunden und damit die relativ abstrakte Idee nachhaltiger Entwicklung in einen sehr konkreten räumlichen und zeitlichen Kontext gestellt wird. Im Konzept wird dazu das Leitbild nachhaltiger Entwicklung in Form von 15 so genannten "Nachhaltigkeitsregeln" ausdifferenziert. Diesen Nachhaltigkeitsregeln werden dann spezifische Problemfelder zugeordnet.

An der Schnittstelle von Nachhaltigkeitsregeln und lokalen Problemfeldern werden Indikatoren identifiziert, die anzeigen können, ob sich die Entwicklung im definierten Kontext dem Leitbild der Nachhaltigkeit annähert oder davon entfernt.

Das methodische Vorgehen im SAFIRA II Projekt basiert auf Vorarbeiten im Rahmen des Projektes "Kommunales Nachhaltigkeitsmonitoring". In diesem Projekt wurden auf Grundlage des HGF-Konzeptes in einem partizipativen Prozess Nachhaltigkeits-Monitoringsysteme für die Städte Halle und Leipzig entwickelt. Dieser Methodologie folgend kann die relativ abstrakte Idee nachhaltiger Entwicklung für jede Situation systematisch definiert werden.

Die Erstellung eines Nachhaltigkeits-Indikatorensystems zur Bewertung von Flächennutzungsoptionen wird exemplarisch am Standort Ravensburg partizipativ durchgeführt. In einem ersten Schritt wurden im Rahmen der Interviews mit den Stakeholdern lokale Problemfelder und relevante Informationen über die Megasites erfragt, die als Grundlage für die Herleitung eines speziellen Sets von Kriterien und Indikatoren zur Bewertung von Flächennutzungsoptionen dienen.

Workshop

Für die Verbindung der lokalen Problemfelder mit der Idee der Nachhaltigkeit sowie zur Auswahl entsprechender Indikatoren werden an diesem Standort zusätzlich zu den Interviews Stakeholderworkshops durchgeführt. Darüber hinaus werden die Problemfelder mit Hilfe von Verfahren der multikriteriellen Analyse bewertet, um prioritäre Handlungsfelder zu identifizieren. Gemeinsam mit den Stakeholdern werden geeignete Indikatoren für die Beschreibung der identifizierten Problemfelder ausgewählt. Die Indikatoren stellen Kriterien dar, mit deren Hilfe mögliche Nutzungsoptionen der zu revitalisierenden Fläche zu bewerten sind.

Parallel zu den Arbeiten mit den Stakeholdern wird die Architektur eines computerbasierten Modells entwickelt, das den partizipativen Prozess der Nachhaltigkeitsbewertung in das SAFIRA II Megasite Management System integrieren soll (Megasite Management Toolsuite (MMT)).

Literatur

Bleicher, Alena; Groß, Matthias (2010): Sustainability assessment and the revitalization of contaminated sites: operationalizing sustainable development for local problems, International Journal of Sustainable Development & World Ecology 17(1), 57-66.

Ansprechpartnerin

SAFIRA II

Alena Bleicher
Tel.: +49 (0)341 235 1745
alena.bleicher@ufz.de