Re Urban Mobil - Herausforderungen der Reurbanisierung innenstadtnaher Wohnquartiere unter den Bedingungen des demographischen Wandels
Status:
Projekt mit 13 europäischen Partnern aus acht Ländern
Projektlaufzeit:
11/2002 - 10/2005
Kurzbeschreibung:
Viele Kernstädte in altindustrialisierten Regionen sowohl der Europäischen Gemeinschaft als auch der ostmitteleuropäischen Beitrittsländer sehen sich einer Problemkumulation gegenüber, die sich aus den negativen Auswirkungen der Deindustrialisierung mit hoher Arbeitslosigkeit, der Abwanderung und der demographischen Veränderungen speist. Insbesondere in den zentrumsnahen Altbauquartieren sind soziale, bauliche und die Umwelt betreffende Erosions- und Verfallsprozesse die Folge. In der Konsequenz dünnen die Stadtfunktionen aus, und die wertvolle historische Bausubstanz als das kulturelle Erbe und als symbolische Verbindung zwischen Stadtzentrum und Peripherie wird in seiner Existenz bedroht. Diese Destabilisierung befördert sozialräumliche Spaltungsprozesse. Insgesamt werden damit Tendenzen in Gang gesetzt, die dem EU-Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung entgegenstehen.
Vor diesem Hintergrund wird Reurbanisierung als eine umfassende Gegenstrategie betrachtet, die auf die Aufwertung der Wohn- und Lebensbedingungen der innerstädtischen Wohngebiete gerichtet ist. Im Unterschied zu bisherigen wachstumspräferierenden Prozessen wird damit eine neue, qualitative, auf vorhandene Potentiale aufbauende und breite soziale Schichten ansprechende Zielrichtung gewählt. Eine wesentliche Rahmenbedingung, die ein solches Umdenken erforderlich macht, ist der demographische Wandel, der mittlerweile in den meisten europäischen Ländern zu konstatieren ist und sich in der Herausbildung kleinerer Haushalte, neuer Haushaltstypen, einer niedrigen Geburtenrate und der Alterung der Gesellschaft zeigt. Die sich entsprechend verändernden Wohnbedürfnisse sollen mit dem Spektrum möglicher attraktiver Wohnangebote in zentrumsnahen Vierteln gespiegelt werden. Um bewohneradäquate Angebote unterbreiten zu können, ist eine enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Bewohnergruppen und lokalen Entscheidungsträgern vorgesehen.
Die beteiligten wissenschaftlichen Institutionen und Partnerstädte erarbeiten ein abgestimmtes Untersuchungsdesign, welches die unmittelbare Nutzung der Forschungsergebnisse in der kommunalen Praxis garantiert. Darüber hinaus werden langfristige Forschungsperspektiven deutlich: Die Struktur räumlicher Disparitäten in Europa einschließlich des Bedeutungsgewinns und -verlustes von Städten aufgrund der Ungleichverteilung von wirtschaftlicher Prosperität und Rezession im Verbund mit grundlegenden demographischen Wandlungen wird sich weiter verändern.