Sozialwissenschaftliche Vorbereitung und Begleitung von Rückbaumaßnahmen zur Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeldqualität - untersucht am Beispiel von Weisswasser Süd und Leipzig-Grünau
Bearbeitung
Status
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BMBF-gefördertes Projekt
Projektlaufzeit
07/2001 - 06/2005
Kurzbeschreibung
Ziel des sozialwissenschaftlichen Forschungsvorhabens ist es, am Beispiel von Weißwasser Süd, einem von Plattenbauten geprägten Stadtteil mit enormen Leerstandsproblemen und weit reichenden Plänen für einen Rückbau, exemplarisch die vielschichtigen Problemlagen herauszuarbeiten und erste Vorschläge für Lösungsstrategien zu entwickeln. Dabei finden neben soziologischen Fragestellungen auch stadtökologische Aspekte bzgl. der Wohnumfeldgestaltung und der Freiflächennutzung Beachtung.
Eine Untersuchungsrichtung zielt auf die verschiedenen Entscheidungsträger (Wohnungsanbieter, Politiker, Stadtplaner, Infrastrukturbetreiber etc.), ihre jeweiligen Problemlagen und Handlungsmuster. Hier geht es insbesondere darum, Interessenkonstellationen und Kooperationsformen der verschiedenen Akteure zu erkennen und die sich aus ihnen ergebenden Handlungsdynamiken zu analysieren. Die Chancen und die bereits vorhandenen Formen abgestimmten Handelns sind zu beschreiben, vorhandene Defizitbereiche sind zu erkennen.
Ein weiterer Fokus der Untersuchung wird auf die Bewohner von Weißwasser-Süd, ihre Wohnbedürfnisse, Problemlagen und Bindungen gerichtet. Da die Einbeziehung der Bewohner in geplante Rückbau- und Abrissvorhaben von entscheidender Bedeutung für deren Gebietsbindung und für ihre Bereitschaft an den Maßnahmen mitzuwirken ist, nehmen die Formen der Bewohnerbeteiligung eine zentrale Position ein. Darüber hinaus werden mit Hilfe der Auswertung sozialer und wohnungsbezogener Daten die Einflüsse des beabsichtigten und des vollzogenen Rückbaus auf die sozial-räumliche Differenzierung verdeutlicht. Als besondere Untersuchungsgruppe werden Spätaussiedler betrachtet. Neben Expertengesprächen und Tiefeninterviews bildet eine fragebogengestützte Bewohnerbefragung von ca. 600 Haushalten die empirische Basis.
Eine Untersuchungsrichtung zielt auf die verschiedenen Entscheidungsträger (Wohnungsanbieter, Politiker, Stadtplaner, Infrastrukturbetreiber etc.), ihre jeweiligen Problemlagen und Handlungsmuster. Hier geht es insbesondere darum, Interessenkonstellationen und Kooperationsformen der verschiedenen Akteure zu erkennen und die sich aus ihnen ergebenden Handlungsdynamiken zu analysieren. Die Chancen und die bereits vorhandenen Formen abgestimmten Handelns sind zu beschreiben, vorhandene Defizitbereiche sind zu erkennen.
Ein weiterer Fokus der Untersuchung wird auf die Bewohner von Weißwasser-Süd, ihre Wohnbedürfnisse, Problemlagen und Bindungen gerichtet. Da die Einbeziehung der Bewohner in geplante Rückbau- und Abrissvorhaben von entscheidender Bedeutung für deren Gebietsbindung und für ihre Bereitschaft an den Maßnahmen mitzuwirken ist, nehmen die Formen der Bewohnerbeteiligung eine zentrale Position ein.
Das Projekt "Weißwasser" wird auf der Basis einer finanziellen Aufstockung fortgeführt, indem der konzeptionelle Rahmen und das methodische Design hinsichtlich seiner Übertragbarkeit auf die Großsiedlung Leipzig-Günau geprüft werden.
Neben Expertengesprächen und Tiefeninterviews bildet eine fragebogengestützte Bewohner-befragung von ca. 600 Haushalten die empirische Basis.
Die bisherigen Ergebnisse sind in folgende Publikationen eingeflossen:
Kabisch, Sigrun (2001): Stadtumbau aus Akteursperspektive. Stadtsoziologische und stadtplanerische Perspekti-ven zur Auseinandersetzung mit dem Problem des Wohnungsleerstandes. In: Keim, Karl-Dieter (Hrsg.): Regenerierung schrumpfender Städte - zur Umbaudebatte in Ostdeutschland, Erkner, S. 69-97.
Kabisch, Sigrun und Matthias Bernt (2002): Nachhaltige Stadtentwicklung. Integrierte Strategien zum Umgang mit dem Wohnungsleerstand. Dokumentation des Workshops, Leipzig.
Matthias Bernt und Sigrun Kabisch (2003): Praxis ohne Theorie - Wissenslücken im Stadtumbau, In: PlanerIn 1_03, S. 42-44
Matthias Bernt, Sigrun Kabisch und Andreas Peter (2003): "Der Abriss ist okay, aber..." - Erfahrungen mit dem Stadtumbau in Weißwasser, erscheint in: AK Stadterneuerung (Hrsg.): Jahrbuch Stadterneuerung 2003
Matthias Bernt (2003): Risiken und Nebenwirkungen des Stadtumbaus, In: Online-Magazin Schrumpfende Stadt (www.schrumpfende-stadt.de), Juni 2003
Matthias Bernt (2003): Mit Durchwursteln zum Stadtumbau?, In: wohnbund-information, 2/2003, S. 5-7
Sigrun Kabisch (2003): Stadtumbau in Weißwasser aus Bewohnerperspektive, In: wohnbund-information, 2/2003, S.16-18
Sigrun Kabisch, Matthias Bernt und Andreas Peter (2004): Der Abriss ist okay, aber? Stadtumbau unter Schrumpfungsbedingungen - Eine sozialwissenschaftliche Fallstudie, Opladen