Highlights aus der Seenforschung

Harzer Stausee drohen italienische Wassertemperaturen

Die Rappbodetalsperre im Harz ist die größte Trinkwassertalsperre in Deutschland und beliefert rund 1 Mio. Menschen mit Trinkwasser, unter anderem in den Regionen Halle und dem südlichen Sachsen-Anhalt. Der Klimawandel könnte nun dafür sorgen, dass die Wassertemperaturen in dem Stausee deutlich steigen. Sollte die durchschnittliche Erderwärmung bis zum Jahr 2100 zwischen 4 und 6 Grad liegen, was der aktuellen Entwicklung entspricht, wird die Rappbodetalsperre Temperaturverhältnisse bekommen, die vergleichbar sind mit denen des Gardasees und anderer Seen südlich der Alpen. Die Talsperrenbetreiber könnten die Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung teilweise auffangen, schreibt ein vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) geführtes Forscherteam in der Zeitschrift Science of the Total Environment. Dafür müssten sie die Bewirtschaftung ändern. Mehr Informationen gibts hier.

Biofilme lassen Plastik absinken

Mikroplastik bedeckt von mikrobiellem Biofilm Untersuchungen in der Talsperre Bautzen ergaben, dass die Bildung von Calcium-Mineralen innerhalb von mikrobiellen Biofilmen einen großen Einfluss auf die Sedimentation von Mikroplastik haben kann.
Eine genauere Beschreibung dieses Prozesses kann in der aktuell darüber veröffentlichten Publikation "Interaction of cyanobacteria with calcium facilitates the sedimentation of microplastics in a eutrophic reservoir"  nachgelesen werden.

Weltweit unterschätzt: CO2-Emissionen trockengefallener Gewässerbereiche

Studie schließt die Lücke zwischen regionalen und globalen Aussagen

dry sediment Binnengewässer wie Flüsse, Seen oder Talsperren spielen im globalen Kohlenstoffkreislauf eine wichtige Rolle. In Hochrechnungen zum Kohlendioxidausstoß von Land- und Wasserflächen werden zeitweise trockenfallende Bereiche von Gewässern in der Regel nicht einbezogen. Die tatsächlichen Emissionen von Binnengewässern werden dadurch deutlich unterschätzt - das zeigen die aktuellen Ergebnisse eines internationalen Forschungsprojekts unter der Leitung von Wissenschaftler*innen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) am Standort Magdeburg sowie des Katalanischen Instituts für Wasserforschung (ICRA). Die Studie ist im Fachmagazin Nature Communications erschienen. Nähere Informationen gibt es hier.