Arbeitsgruppe
„Nachhaltigkeitsbewertung der Bioökonomie“

Zielstellung des Teilprojekts

Um die Schwierigkeiten, die mit dem Übergang in eine nachhaltige Bioökonomie einhergehen, angemessen bewältigen zu können, bedarf es ein passendes Management und die dazu notwendigen Strukturen und Werkzeuge.

Dieses bietet der Spitzencluster BioEconomy und vor allem das “Themenengebiet (TG) 5 – Management der Bioökonomie”. Das übergeordnete Ziel des im TG 5 verorteten Teilprojekts (TP) 5.1.1 „Stoffstrombewertung und Logistik“* ist die Sicherung des Markterfolgs des BioEconomy Clusters im Sinne der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unter Beachtung von Nachhaltigkeitszielen. Dazu stellt TP 5.1.1 Bewertungsansätze für Stoffe, Prozesse und Produkte bereit, die technische, ökonomische, ökologische und soziale Komponenten berücksichtigen und damit eine umfassende Beurteilung der Nachhaltigkeit der Prozesse und Produkte gestatten.

Weiterhin werden Instrumente zum Logistikmanagement und zum Nachhaltigkeitsmonitoring entwickelt. Auf dieser werden Einflussfaktoren identifiziert, die für das nachhaltige Handeln von Cluster-Akteuren relevant sind. Aufbauend darauf werden Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für biobasiertes Wirtschaften in Deutschland entwickelt.

* Das TP 5.1.1 beinhaltet insgesamt sechs Arbeitspakete (AP):

  • AP 1: Koordination / Bestandsaufnahme
  • AP 2: Anlagenbilanzierung
  • AP 3: Erweitertetes Life Cycle Assessment (LCA)
  • AP 4: Logistik und Supply Chain Management
  • AP 5: Qualitätssicherung
  • AP 6: Nachhaltigkeitsmonitoring
Abb. 1: Organisationsplan des TP 5.1.1 "Stoffstrombewertung und Logistik"
Abb. 1: Organisationsplan des TP 5.1.1 "Stoffstrombewertung und Logistik"

Thematische Schwerpunkte der TP 5.1.1-Aktivitäten am UFZ:

  • Koordination der systematischen Erhebung der im Cluster geplanten Stoffströme, Prozesse, Verfahren, Produkte und Schnittstellen
  • Erweitertes Life Cycle Assessment für die erzeugten Produkte, u.a. zur Darstellung gegenwärtig geforderter und künftig zu erwartender Nachhaltigkeitsdimensionen
  • Zusammenführung der Bewertungsansätze aller Partner in einer Multikriterienbewertung und Ableitung von Monitoringgrößen und Kenngrößen zur Sicherung nachhaltiger Stoffkreisläufe für das Clustermanagement

Die am UFZ bearbeiteten Arbeitspakete im Einzelnen:

  • Im Arbeitspaket „Erweitertes Life Cycle Assessment“ werden zur Erstellung von Ökobilanzen die Bilanzgrenzen (From-Cradle-to-Grave) festgelegt und relevante Stoffströme identifiziert und aufgenommen.
  • Im Arbeitspaket „Nachhaltigkeitsmonitoring“ werden Befragungen mit Key-Stakeholdern zu möglichen gesellschaftlichen Spannungsfeldern und Entwicklungschancen einer Bioökonomie-Region Mitteldeutschland durchgeführt. Diese dienen in der stoffstrombasierten Nachhaltigkeitsbewertung zur Identifizierung von Problemfeldern und Chancen bei der Umsetzung der Rohstoffstrategie basierend auf Buchenholz und möglichen Erweiterungen dieser Rohstoffstrategie auf weitere Reststoffströme.
Abb. 2: Übersicht über die Aktivitäten und Dimensionen der Begleitforschung
Abb. 2: Übersicht über die Aktivitäten und Dimensionen der Begleitforschung

Zielgruppen

Ein zentrales Element der Arbeiten ist die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis. Diese wird gewährleistet durch

  • die enge Zusammenarbeit mit dem Clustermanagement
  • den Austausch mit TG-Leitern und Unternehmen (im Cluster) zu aktuellen Forschungsfragen
  • den Stakeholder-Dialog (Befragungen, Workshops, auf Messen)
  • Konferenz- und Veranstaltungsvorträge

Aufbauend auf den wissenschaftlichen Analysen, deren Ergebnisse in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht werden, werden fachlich fundierte Stellungnahmen zu aktuellen Entwicklungen als auch Empfehlungen für Weiterentwicklungen des Spitzenclusters erarbeitet. Somit ist die Beratung des Clustermanagements bei strategischen Fragen ein Kernbestandteil der Arbeit. Die interessierte Öffentlichkeit wird aber ebenso bedient, indem beispielsweise Factsheets, Kurzanalysen und Broschüren erstellt und verbreitet werden.