Das umweltmedizinische Zentrum Leipzig kann in diesen Tagen auf eine zehnjährige Arbeit zurückblicken. In ihrer Einheit aus Lehre und
Weiterbildung, Forschung und umweltmedizinischer Beratung und Betreuung ist die Einrichtung in Deutschland einmalig.
Umweltmedizinisches Zentrum Leipzig feiert sein zehnjähriges Bestehen
Drei Partner wirken unter dem Dach einer gemeinsamen Einrichtung
Offiziell gegründet wurde das Umweltmedizinische Zentrum (UMZ) im Jahre 1994. Der Grundstein für die Einrichtung wurde jedoch bereits 1992
gelegt. Damals begannen die gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeiten des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle (UFZ) und der
Universität Leipzig zur "Präpathologie umweltbeeinflusster Erkrankungen".
Integriert waren schon vor der Gründung des UMZ die Sektion Expositionsforschung und Epidemiologie des UFZ, verschiedene Kliniken des
Universitätsklinikums und auch Institute der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Finanziert wurden diese Forschungsarbeiten
unter anderem vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Aus diesen Projekten heraus wurde die Idee, ein Zentrum für
Umweltmedizin zu gründen, Wirklichkeit. Der entsprechende Vertrag wurde 1993 unterzeichnet.
Die Gründungspartner waren die Universität Leipzig, vertreten durch die Medizinische Fakultät, und das UFZ, vertreten durch die Sektion
Expositionsforschung und Epidemiologie. Insgesamt waren in den vergangenen zehn Jahren nicht nur Institute der Medizinischen Fakultät,
sondern auch anderer Fakultäten, wie zum Beispiel die Fakultät für Physik und Geowissenschaften (Mikroklimauntersuchungen), die Fakultät für
Chemie und Mineralogie (Schadstoffauflagerungen an Staub) sowie seit 2000 das Department für Immunologie des UFZ involviert.
Seit 2003 ist das Umweltmedizinische Zentrum um einen weiteren Partner ergänzt. Es handelt sich hierbei um das Akademische Lehrkrankenhaus
der Universität Leipzig, das Städtische Klinikum "St. Georg". Gegenwärtig wird das Zentrum für Umweltmedizin also durch drei Partner getragen:
die Medizinische Fakultät der Universität, das Department Expositionsforschung und Epidemiologie des UFZ und das Akademische
Lehrkrankenhaus. Die Leitung des Klinikums ermöglichte zeitgleich, dass mit dem Akademischen Lehrkrankenhaus eine Studienambulanz
sowie eine Umweltmedizinisch-Pädiatrische Ambulanz in die Arbeit des Zentrums integriert werden konnten.
Mit der Gründung des UMZ vor zehn Jahren wurden drei wesentliche Ziele verfolgt. Über die Medizinerausbildung an der Universität
Leipzig sowie Weiterbildung von ärzten sollte die Umweltmedizin in Lehre und Weiterbildung eingebunden werden, was damals ein noch
außergewöhnliches Herangehen bedeutete. Im Rahmen der Forschung sollte die Zusammenführung der klinischen Arbeiten der Universität und
der Forschungsarbeiten des UFZ zu einer neuen Qualität der Untersuchung von umweltbedingten Erkrankungen führen. Und nicht zuletzt sollte
die Umweltmedizinische Beratung und Betreuung im Rahmen von umweltmedizinischen Sprechstunden für Kinder und Erwachsene eine neue
Qualität erlangen. "Auf all diesen drei Strecken sind wir wie geplant vorangekommen," so Prof. Dr. Olf Herbarth (Leiter des Departments
Expositionsforschung und Epidemiologie, UFZ) im Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt. "Das beweist unter anderem die Anerkennung für
unsere wissenschaftlichen Studien, das beweist die Tatsache, dass Umweltmedizin jetzt in ganz Deutschland zum Prüfungsfach für Mediziner
geworden ist und das beweisen natürlich auch die Beratungs- und Behandlungsergebnisse unserer Ambulanzen."
Der Arbeit des Umweltmedizinischen Zentrums Leipzig wurde von Beginn an sehr viel Aufmerksamkeit entgegengebracht. So führte es im
Auftrag der Landesärztekammer die Zusatzausbildung für Umweltmedizin gemäß der Musterweiterbildungsverordnung der
Bundesärztekammer durch. Zielgruppe waren Fachärzte aus ganz Deutschland. Der vom Zentrum veranstaltete Kurs "Umweltmedizin" umfasste
jeweils immer 200 Stunden.
An den regelmäßig stattfindenden "Umweltmedizinischen Symposien" nehmen Mediziner, Naturwissenschaftler, Mitarbeiter des
öffentlichen Gesundheitsdienstes und niedergelassene ärzte aus allen Bundesländern und zunehmend auch dem Ausland teil.
Die bisherigen Themen waren 1995 "Kind und Umwelt", 1996 "Allergien", 1998 "Nichtinvasive Methoden in der Umweltmedizin", 2000 "Hygiene
und Umweltmedizin", 2001 "Umweltmedizin - Diagnostik mit Stabilen Isotopen", 2003 "Quo vadis Umweltmedizin?". Das nächste Symposium
wird derzeit geplant.
Finanziert wird das Zentrum vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle sowie der Universtiät Leipzig. Außerdem wurden über das
UFZ Drittmittel eingeworben. In summa handelt es sich dabei um einen Betrag von etwa 4,6 Millionen EUR. Die Mitarbeiter des UMZ
rekrutieren sich aus beiden Einrichtungen.
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