Forschungsvorhaben:

Naturschutzfachliches Monitoring des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strombereich und Entwicklung von Instrumenten zur Verminderung der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft

Zuwendungsgeber

Bundesamt für Naturschutz BfN
Karl-Liebknecht-Straße 143
04277 Leipzig

Bundesamt für Naturschutz BfN, FB II, 4.3

Projektlaufzeit

2015 bis 2018

Hintergrund

Bisher finden diese Umweltauswirkungen, die über die klassischen Indikatoren der Ökobilanzierung hinausgehen, kaum bis keinen Eingang in die strategische Planung der Umgestaltung des deutschen Energiesystems. Sie werden lediglich teilweise im Rahmen der Regionalplanung berücksichtigt, sofern diese Flächen für die Windenergie oder Photovoltaik explizit ausweist, oder aber im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG). Dabei werden aber in der Regel nur Einzelstandorte technologiespezifisch untersucht, wodurch eine Gesamtschau der Effekte auch hinsichtlich möglicher kumulativer Auswirkungen einer Technologie bezogen auf benachbarte Standorte (Barrierewirkungen) oder aber auch zwischen den Technologien (Windenergie und Biomasseanbau = Attraktion vs. Versiegelung von Nahrungshabitaten) ausbleibt.

Das Hauptziel des Forschungsvorhabens ist eine systematische Erfassung und Darstellung der Auswirkungen und Wirkmechanismen der erneuerbaren Energien, Windenergie, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft und des Stromnetzes auf die biotische Umwelt bzw. die Schutzgüter im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatschG). Diese Informationen bilden die Basis für die Entwicklung eines der Komplexität der Probleme angemessenen integrierten Systems zur laufenden Dokumentation der technologischen Entwicklung und des infrastrukturellen Ausbaus der EE und einer dazu komplementär stehenden kontinuierlichen raum-zeitlich kohärenten Erfassung und Beobachtung der resultierenden Folgen (Monitoring). Darauf aufbauend können Handlungsstrategien zur Konfliktminimierung entwickelt und möglichst naturverträglichen Lösungen abgeleitet werden. Gleichzeitig muss die Erreichung und möglicherweise Überschreitung von kritischen Grenzwerten (Dichte und Interaktion von erneuerbaren Energien, Verschlechterung von Habitaten, steigende Mortalität -> Veränderung des Gleichgewichts zwischen Reproduktion bzw. Produktivität und direkten oder indirekten Verlusten) dokumentiert und geeignete Gegenmaßnahmen abgeleitet werden.

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • multi temporale Erfassung der räumlichen Verteilung von Energieträgerproduktion und Energieinfrastrukturen (Kraftwerke für erneuerbaren Energien und Netze) und damit verbundene ökologische und sozio-technologische Konflikte
  • Ableitung von geeigneten Indikatoren für ein Monitoring der Auswirkungen des historischen und zukünftigen Ausbaus der erneuerbaren Energien
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Politik und die Planung

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windkraft
Kraftwerk Lippendorf
Stromleitungen

Projektpartner:

  • Leipziger Institut für Energie IE
  • bosch & partner
  • Ingenieurbüro Floeckmühle - Wasser Umwelt Energie
  • Deutsches Biomasseforschungszentrum DBFZ
  • Projektleitung und -koordination

    Prof. Dr. Daniela Thrän
    Dr. Marcus Eichhorn