Erneuerbare
im naturschutzfachlichen Monitoring

Naturschutzfachliches Monitoring des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strombereich und Entwicklung von Instrumenten zur Verminderung der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft

Anlass und Hintergrund

Abbildung 1: Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch. Datengrundlage: BMWi (2019): Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). EEG (2017): Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) - 2017.

Seit Inkrafttreten des Stromeinspeisegesetzes im Jahr 1991 und des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 entwickeln sich die erneuerbaren Energien insbesondere im Strombereich rasant. Wurden im Jahr 1990 nur ca. 19 TWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, waren es im Jahr 2018 schon ca. 225 TWh. Erneuerbare Energien nehmen nach Braun- und Steinkohle damit den zweiten Rang im deutschen Strommix ein. Ihr Anteil am Bruttostromverbrauch lag im Jahr 2018 bereits bei ca. 38 %. Ein weiterer kräftiger Ausbau ist notwendig, um bis zum Jahr 2050 den Zielwert von 80 % Anteil am Bruttostromverbrauch zu erreichen.

Abbildung 1: Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch. Datengrundlage: BMWi (2019): Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). EEG (2017): Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) - 2017.

Die Notwendigkeit des Umbaus des Energiesystems sowie die positiven Effekte der erneuerbaren Energien für die Reduktion von Treibhausgasemissionen sind unstrittig. Klimaschutz ist eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt von Natur und Landschaft und trägt dazu bei, das Überleben von Arten langfristig zu sichern. Galten erneuerbare Energien lange Zeit per se als umweltfreundlich, so treten mit zunehmendem Ausbau Auswirkungen auf Natur und Umwelt deutlicher zu Tage, die zu zunehmenden Konflikten mit den Zielen des Naturschutz führen können (z. B. Vogel- und Fledermausschlag an Windenergieanlagen, Verlust an Brachflächen und Biodiversität durch Monokulturen von Energiepflanzen oder Landschaftsbildbeeinträchtigungen durch Hochspannungsleitungen).

Eine systematische und wiederkehrende Beschreibung, die die durch die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung und Übermittlung von Strom aus erneuerbaren Energien verursachten Auswirkungen auf Natur und Umwelt bündelt, gibt es derzeit noch nicht. Ein solches Monitoringsystem könnte unter anderem sowohl die nationale Berichterstattung zum Ausbau der erneuerbaren Energien um die Effekte auf Natur und Landschaft erweitern als auch mittelfristig das Wirkungswissen schrittweise verbessern. Problematische Entwicklungen könnten damit frühzeitig erkannt und vermieden werden.

Zielstellung

Ziel des Forschungsvorhabens „Naturschutzfachliches Monitoring des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strombereich und Entwicklung von Instrumenten zur Verminderung der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft (EE-Monitor)“ war daher eine möglichst systematische Erfassung und Darstellung der Entwicklungen und daraus folgenden Auswirkungen der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung (Windenergie, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft) sowie des zum Energietransport benötigten Stromnetzes insbesondere auf die Schutzgegenstände des Bundesnaturschutzgesetzes. Notwendig dafür ist insbesondere die räumliche Erfassung der Entwicklungen und Effekte über die Zeit (Monitoring).

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Bereitstellung und Veröffentlichung anlagenspezifischer Basisdaten erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung (Windenergie, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft, Freileitungen, Erdkabel)
  • Ableitung von geeigneten Indikatoren als Grundlage für ein naturschutzfachliches Monitoring der Auswirkungen des historischen und zukünftigen Ausbaus der erneuerbaren Energien
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Politik und die Planung

Kernfragen

  • Wie hat sich der Ausbau der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung seit 1990 räumlich entwickelt?
  • Wie wirken sich die erneuerbaren Energien auf die im Bundesnaturschutzgesetz definierten Schutzgegenstände aus?

Ergebnisse

Der ausführliche Endbericht zum Forschungsvorhaben „EE-Monitor“ wird voraussichtlich im Herbst 2019 veröffentlicht.

Förderung

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

FKZ 3515 82 2700
UFOPLAN 2015
Laufzeit: 01.08.15 - 31.12.18

Fördergeber

Bundesamt für Naturschutz
FG II 4.3 Naturschutz und Erneuerbare Energien
Karl-Liebknecht-Str. 143, 04277 Leipzig
Webseite

Projektleitung

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
Department Bioenergie
Permoserstr. 15, 04318 Leipzig
Kontakt E-Mail
Webseite

Projektpartner

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
Department Naturschutzforschung
Permoserstr. 15, 04318 Leipzig
Webseite

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
Department Umwelt- und Planungsrecht
Permoserstr. 15, 04318 Leipzig
Webseite

DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
Torgauer Straße 116, 04347 Leipzig
Webseite

Leipziger Institut für Energie GmbH (IE)
Lessingstraße 2, 04109 Leipzig
Webseite

Bosch und Partner GmbH
Kantstraße 63 a, 10627 Berlin
Webseite

Ingenieurbüro Floecksmühle GmbH
Bachstr. 62-64, 52066 Aachen
Webseite