General Sessions

The organizing committee welcomes submissions of talks or posters for the following general sessions.

A 1 Aquatic food webs
A 2 Extreme events and global change
A 3 Hydrodynamics and ecology
A 4 Microbial ecology
A 5 Multiple stress
A 6 Non-native species
A 7 Diversity and ecology of aquatic communities
A 8 Matter fluxes in aquatic communities
A 9 Urban and heavily modified water bodies
A 10 Long-term monitoring
A 11 Miscellaneous

Special Sessions

We also invite contributions for special sessions, which were suggested by DGL members.

Die Vortragsreihe Aquatische Ökotoxikologie lädt zu Beiträgen aus allen Bereichen der aquatischen Toxikologie und Ökologie ein. Insgesamt sollen die Beiträge maßgeblich zu einem besseren Verständnis von Chemikalien in der Umwelt dienen und somit zu einem nachhaltigen Schutz aquatischer Systeme in Bezug auf deren Biodiversität sowie Ökosystemfunktionen beitragen. Darin inbegriffen sind zum einem Studien sowohl aus dem Labor, Mesokosmen, Freiland oder Modellierung zur Wirkung von anthropogenen Chemikalien, ebenso wie zu Monitoring Studien und Kombinationswirkungen mit verschiedenen abiotischen und biotischen Stressoren. Weitere Beiträge von Studien zum Verbleib wie auch (Bio-)Akkumulation von Stoffen in verschiedenen Matrices geben einen umfassenden Einblick in die Bedeutung von anthropogenen Chemikalien in aquatischen Systemen. Beiträge sind willkommen in englischer und deutscher Sprache.
Verantwortlich: Rene Gergs, Stefan Lorenz

Ökologisch betrachtet bilden Gewässer und ihre Auen eine funktionale Einheit, sowohl in Bezug auf hydromorphologische Prozesse, aber auch im Hinblick auf Stoffflüsse und Nahrungsnetze. In der Forschung und Bewertung werden Gewässer und deren Auen jedoch meist getrennt betrachtet. Gerade für den Erfolg von Renaturierungen im Sinne der Schaffung eigendynamischer und funktional intakter Gewässerabschnitte wäre eine ganzheitliche Betrachtung jedoch von essenzieller Bedeutung. Die Session soll einen Einblick in die teils sehr unterschiedlichen Forschungsansätze in der Auenforschung geben sowie den Nutzen und Wert für die Gewässerforschung und –bewertung erörtern. Im Fokus können dabei morphologische und hydrologische Studien stehen; im Hinblick auf die Biologie sind Fallbeispiele erwünscht, die sich mit den verschiedenen aquatischen und terrestrischen Artengruppen in Auen beschäftigen. Insgesamt soll mit dieser Session ein Forum geboten werden, in dem mögliche Synergieeffekte zwischen Gewässer- und Auenforschung diskutiert werden.
Verantwortlich: Kathrin Januschke, Mathias Scholz, Barbara Stammel, Christine Fischer

Stream biofilms are spatiotemporally heterogeneous conforming microbial landscapes. Their landscapes are modulated by physical habitat heterogeneity shaping both diversity (structure and composition) and meta-community dynamics. The biogeochemical processes carried out by these microbial communities are affected by the physical habitat heterogeneity. The relationship between the structure and function of microbial landscapes is unclear as well as how it translates across scales determining the biogeochemical processes at the reach scale, which is the scale at which nutrient cycling is determined and streams are managed. Our goal in this session is to explore these relationships, contributions focusing on drivers of microbial community structure and function as well as upscaling are invited.
Verantwortlich: Clara Mendoza-Lera, Ute Risse-Buhl

Der Klimawandel und der beschlossene Braunkohleausstieg ist in aller Munde. Auch dadurch wird an den Planungen für die Gestaltung der nachbergbaulichen Landschaften mit hoher Intensität gearbeitet. Um für die neu entstehenden Bergbauseen die zahlreiche Anforderungen aus bergrechtlicher, wasserwirtschaftlicher, regionalplanerischer und Nutzer-Sicht sowie denen der EG-WRRL gerecht werden zu können, sind wir Limnologen sehr gefragt. Die bisherigen Erfahrungen, die nach 1990 z.B. während der Sanierungsphase in den ehemaligen Mitteldeutschen und Lausitzer Braunkohlengebieten gewonnen wurden, stehen zur Verfügung, um in den nun anstehenden Planungsprozessen eine hohe Qualität an limnologischen Prognosen einbringen zu können. Fragen nach der Eignung der bisher eingesetzten Methodiken oder nach der verbesserten Prognosesicherheit stellen sich neu. Bei den modellgestützten Prognosen sind gleichermaßen die hydrochemische Beschaffenheitsentwicklung (Stichwort Versauerung) als auch die Trophieprognosen von großer Bedeutung für die zukunftssichere Planung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen. Die Session sollte eine Plattform bieten für den Erfahrungsaustausch zum erreichten Kenntnisstand und einerseits eine kritische Sicht, aber auch Ausblick auf neue Aufgaben und Herausforderungen ermöglichen. Fachleute von Behörden, Ingenieur- und Planungsbüros und aus der Wissenschaft sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Erfahrungsberichten, Ideen und Konzepten sowie kritischer Fachdiskussion in der Session einzubringen.
Verantwortlich: Ina Hildebrandt, Ingrid Carmienke

The last decades have been characterized by multiple rapid environmental changes, such as increase of global temperatures concomitant with episodes of extreme weather events, changes in nitrogen and phosphorus concentrations in soil and water, or habitat degradation/loss through anthropogenic action. These changes differ in their intensity, their duration and spatial scale as well as how they interact with each other. In sum, they are currently driving a continuous loss of biodiversity on Earth, including species, phenotypic and genetic diversity. A reduced biodiversity might lead to a reduced capability of ecological systems to buffer environmental changes and maintain ecosystem functions and ecosystem services. This, in turn, might lead to a further decline in biodiversity. Thus, mechanistic understanding and models predicting future ecosystem responses to environmental changes are an important basis for conservation and management decisions. Within this session, we aim to discuss the potential of species, phenotypic and/or genetic diversity to buffer external perturbations through feedback dynamics between diversity and biomass/population (size) changes. We invite oral and poster presentations on studies focusing on eco-evolutionary dynamics, diversity-stability relationships and changes in diversity following an external perturbation. We welcome particularly theoretical studies and studies that combine theoretical and empirical work.
Verantwortlich: Lutz Becks, Stefanie Moorthi, Maren Striebel, Patrick Thomas

Knowledge and attention on the occurrence of multiple stressor impacts on aquatic ecosystems extended during the last years. However, there is increasing awareness that climate change related stress is a challenge by its own to research as well as to water system managers. For instance local or catchment – wide stressors (e.g. pollution or structural alterations) are manageable, in principle, whereas stressors related to climate change are less accessible. Further, climate change related effects may derive from a broad range of factors (e.g. global warming, changes in irradiance or hydrodynamics) and may change gradually or result in extreme events. They may further modulate the responses of aquatic systems to non-climate stressors. To increase our knowledge on potential interactions of multiple stressors under climate change, this session invites theoretical, experimental and modelling-based contributions analysing multiple stressor effects under different facets of climate change.
Verantwortlich: Mechthild Schmitt-Jansen

Der Holzhaushalt ist neben dem Wasser- und Sedimenthaushalt eine zentrale Säule für Flussökosysteme und an der Bedeutung von Holz in der Gewässerrenaturierung bestehen inzwischen keine Zweifel mehr. Der natürliche, gewässertypspezifische Anteil von Flussholz wird aber in den meisten Fällen nicht erreicht. Holzstrukturen werden deswegen im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen eingebaut, spiegeln aber oftmals nicht die Vielfalt und Menge natürlicher Holzstrukturen und deren Ausprägung unterschiedlicher Lebensräume wieder. Im Rahmen dieser Special Session laden wir daher zu Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis ein, die sich insbesondere mit der Frage befassen, wie sich ein zunehmender, natürlicher sowie maschinell eingebrachter Holzanteil in Bächen und Flüssen auf die biologische Diversität und ökologische Funktionsfähigkeit auswirkt. Ziel ist es, daraus Holzmengen abzuleiten, die einerseits zur Zielerreichung der EG WRRL beitragen, gleichzeitig aber noch praktisch umsetzbar sind.
Verantwortlich: Christine Anlanger, Ingo Schnauder, Mario Brauns, Michael Seidel

Complex natural dynamics, dominated mostly by landscape patterns and by climatic events, govern freshwater ecosystems. Anthropogenic impairments such as structural modifications, water abstraction, pollution and climate change further challenge our understanding of these ecosystems, as well as the implementation of appropriate management and conservation strategies. Ecological models help to predict and test hypotheses on how changing environmental conditions may reshape species distributions, abundances, communities and ecosystem functions. Thereby, they improve our understanding of freshwater ecosystems and strengthen our capacity for prediction, a key aspect for their management. This session will bring together spatial modelling efforts that help us to further understand how global environmental change has already, or is likely to modify freshwater assemblages, their habitats and the ecosystem functions and services they provide. Contributions will feature spatially explicit models providing insights into freshwater ecosystems, with a special emphasis on predicting responses to anthropogenic stress.
Verantwortlich: Mathias Kuemmerlen, Ralf B. Schäfer, Sonja C. Jähnig, Sami Domisch

Im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte wurden große Teile der Naturlandschaft durch die Anlage von Graben-systemen modifiziert. Insbesondere in Auen und Feuchtgebieten bildete eine funktionierende Regelung der Wasserverhältnisse vielerorts eine entscheidende Voraussetzung für die Urbanisierung oder landwirtschaftliche Nutzung. Speziell die Grünlandgebiete im Tiefland sind heute geprägt von dichten Grabennetzen. Sie stellen essentielle Funktionselemente für Landnutzung dar. Vielerorts sind Gräben aber auch integrale Bestandteile von Wieder-vernässungs- oder Renaturierungskonzepten in Auen und Feuchtgebieten. Viele der bisher durchgeführten Studien zeigen, dass Gräben oft artenreich besiedelt sind. Insbesondere im intensiv genutzten Umfeld erfüllen sie häufig eine wichtige ökologische Funktion als Ersatzlebensraum für seltene oder geschützte Arten. Allerdings unterliegen Gräben nicht selten einem intensiven Management und sind von zahlreichen Belastungsfaktoren betroffen. Diese Session bietet die Möglichkeit, das Forschungsgebiet der Grabenökologie in ihrer Breite zu beleuchten. Gebündelt werden könnten, um nur einige Themen zu nennen, Studien zur Abiotik, Biodiversität und ökologischen Charakterisierung, ebenso wie Forschungsarbeiten, die sich mit Belastungsfaktoren, der Habitatbindung ausgewählter Arten, dem Grabenmanagement oder dem Schutz grabenlebender Arten befassen.
Verantwortlich: Ellen Kiel

The session addresses studies on effects of direct and indirect factors related to climate change that may influence physicochemical and biological functioning of aquatic ecosystems. Important physical drivers include changes in temperature disproportional availability of water (droughts and floods) across temporal and spatial scales, while biogeochemical drivers include changes in nutrient input from catchments, accelerated import of suspended sediments or altered rates of iron oxidation. Rates of ecosystem change may be caused by altered climate scenarios and land use changes. The complexity of ecosystems and their response to external forcing increasingly demands evaluating effects within lakes and streams (community changes, food web effects, water chemistry) as well as outside of these ecosystems (groundwater exchange, land use, riparian ecosystems). Eco-logical and biogeochemical effects on aqueous ecosystems in the free water and sediments are so far difficult to predict. They include changes of substrate conditions that can cause shifts of biological communities and altered availability of fundamental parameters including nutrients, iron and dissolved oxygen. Contributions are invited from a wide range of studies including all types of aquatic ecosystems. We anticipate an interdisciplinary session to allow transfer of knowledge, techniques and results across disciplines including biology, hydro(geo)logy and biogeochemistry amongst others.
Verantwortlich: Benjamin Gilfedder, Johannes Barth, Jürgen Geist

Grundwassergeprägte Lebensräume wie Quellen und auch das Grundwasser selbst sind von den Veränderungen, die im Zuge des Globalen Klimawandels auftreten, stark betroffen. Dies betrifft die Veränderung des Schüttungsregimes ebenso wie steigende Temperaturen, insbesondere des Grundwassers. In Mittelgebirgs- und Gebirgsregionen lässt sich bereits beobachten, dass Quellen häufiger über die Sommermonate austrocknen. Wichtige Ökosystemdienstleistungen wie die Reinigungsleistung des Grundwassers oder auch die Trinkwasserversorgung sind von diesen Veränderungen betroffen. Wie Grundwasser- und Quellorganismen auf erhöhte Temperaturen und ein verändertes Schüttungsregime reagieren werden, ist weitgehend unklar. Es ist allerdings bereits bekannt, dass die erhöhten Temperaturen des Grundwassers Grundwasserspezialisten massiv stressen. In dieser Session wollen wir aktuelle Erkenntnisse bezüglich der Reaktion der Gewässerorganismen in grundwassergeprägten Lebensräumen auf klimatische Veränderungen diskutieren. Bei Interesse kann diese Session auf englisch stattfinden - English abstracts are welcome!
Verantwortlich: Stefanie von Fumetti

Wir freuen uns sehr über Beiträge zum Thema „Limnologie der Wasserkraft (II)", dem wir erneut eine Session sowie einen Workshop widmen wollen. Die hohe Teilnehmer*innenzahl 2019 sowie die Dringlichkeit des Themas haben uns dazu veranlasst. Ziel bleibt es, das sehr lückenhafte limnologische Wissen über Wasserkraftanlagen darzustellen, und daraus Schlussfolgerungen für Forschung, Verwaltungshandeln und Regelungsrahmen abzuleiten. Wir wollen Vorträge zu folgenden Themen anregen: 1. Limnologische Wirkungen von Dammbauten und Wehren, 2. Beurteilung limnologischer Wirkungen, 3. Erheblichkeitsschwellen für die Schädigung von Fischpopulationen, 4. Methanbildung in Stauhaltungen, 5. Ökologische Durchgängigkeit für Sedimente, Totholz und Wirbellose, 6. Ökologische Durchgängigkeit für Jungfische und kleine Fische, 7. Welche Anforderungen an Wasserkraftanlagen sind aus limnologischer Sicht zu stellen?, 8. Wie muss ein limnologisches Monitoring aussehen?, 9. Wanderverhalten der heimischen Fischfauna, 10. Welche Anforderungen sind an UVPs/FFH-Verträglichkeitsprüfungen zu stellen? und 11. weitere interessante Themenvorschläge. Wir erwarten erneut eine hochinteressante Session. Der Workshop soll Gelegenheit geben, vertiefend gemeinsam zu diskutieren und Schlussfolgerungen aus den Vorträgen zu ziehen. Wir freuen uns auf weitere, spannende und lehrreiche Beiträge.
Verantwortlich: Ralf Köhler, Martin Pusch, Christian Wolter

Aufgrund des globalen Wandels verändern sich unsere Fließgewässer rapide. Relevante Umweltfaktoren, welche die Gemeinschaften verändern, sind unter anderem Erwärmung, reduzierter Abfluss, Strukturveränderungen, Schadstoffe und Sauerstoffzehrung. Für ein effizientes Gewässermanagement müssen die ökologischen Folgen dieser Stressoren in ihrer Auswirkung auf die Gemeinschaft bewertet werden. In vielen Fällen ist eine derartige Bewertung noch immer eine Herausforderung. Eine besondere Schwierigkeit ist es, die kombinierten Wirkungen der vielfältigen Stressoren zu erfassen und vorherzusagen. Im Rahmen dieser Session werden Fallbeispiele dargestellt, die einen Zusammenhang von Stressoren und ökologischen Wirkungen aufzeigen. Weiterhin werden Konzepte aufgezeigt die zu einer Bewertung des Zusammenspiels multipler Stressoren führen können. Insgesamt soll somit ein breites Spektrum von Monitoring-Untersuchungen und Monitoring-Konzepten die Weiterentwicklung der Fließgewässerbewertung anregen.
Verantwortlich: Matthias Liess

Freshwater systems are continuously loaded with potential and actual pathogens originating from point and non-point sources. This includes protozoans, viruses, and bacteria with antibiotic resistant strains being of particular concern. Climate change is expected to affect the input, survival and proliferation of these organisms not least because of increasing water temperature and poor dilution of effluents during prolonged periods of drought. The session welcomes contributions from projects studying the dynamics and patterns of pathogens or antibiotic resistance determinants in freshwater systems. We look forward to presentations about monitoring, lab- and field-scale experiments, mathematical modeling, methodological developments as well as opinions and visions related to the field.
Verantwortlich: Thomas Berendonk, Thomas Petzoldt, David Kneis

Plastik als Umweltproblem wird zunehmend in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Besonderes Augenmerk gilt dem Mikroplastik (Plastik < 5 mm), das von Organismen ingestierbar ist und wegen seiner großen Oberfläche Schadstoffe adsorbieren kann. Obwohl ein Großteil des marinen Plastiks terrestrische Quellen hat, sind Forschungen im limnischen Bereich unterrepräsentiert, auch was den Transport von Plastik verschiedener Größen in Flüssen betrifft. (Mikro)plastik ist heutzutage in nahezu jedem terrestrischen, marinen und limnischen Habitat zu finden, aber die unterschiedlichen Transportmuster und mögliche Wirkungen auf limnische Organismen sind unzureichend verstanden. Plastik akkumuliert aufgrund seiner Persistenz nicht nur in der Wassersäule, sondern auch in Sedimenten und wird von Tieren gefressen bzw. für den Bau von biologi-schen Konstruktionen wie larvalen Röhren benutzt. Während viele Studien mögliche ökotoxikologische Aspekte von Mikroplastik behandeln, gibt es vergleichsweise wenige Studien zu den ökologischen Effekten von Mikro-plastik in limnischen Ökosystemen. Es ist kaum bekannt, wie aquatische Organismen auf Mikroplastik reagieren, welche Effekte die Aufnahme von Mikroplastik auf die Physiologie aquatischer Organismen hat und wie sich Mikroplastik in der Nahrungskette anreichern kann. Daher soll in dieser Session der Fokus auf Transport, Quellen und Senken sowie den biologischen Wirkungen von (Mikro)plastik im ökosystemaren Zusammenhang gelegt werden. Auch methodische Beiträge sind willkommen.
Verantwortlich: Sonja M. Ehlers, Friederike Gabel, Jochen H. E. Koop, Jan Maxein, Katrin Wendt-Potthoff

Seit langem sind Sanierung und Restaurierung wichtige Instrumente des Wasserqualitätsmanagements von Standgewässern. Obwohl bei den meisten angewendeten Verfahren und Ansätzen seit Jahrzehnten Erfahrungen vorliegen, erfordert jede einzelne Maßnahme individuelle Ausgestaltungen, die sich aus den individuellen Eigenschaften des jeweiligen Standgewässers und den jeweiligen Rahmenbedingungen (z.B. Nutzungsziel für das Gewässer, verfügbare Finanzen, Akzeptanz in der Bevölkerung) ergeben. Entsprechend sind Erfahrungen aus durchgeführten Maßnahmen eine sehr wichtige Ergänzung zu den verfügbaren Regeln und Empfehlungen. Die Session soll als Plattform für den Austausch über gewonnene Erfahrungen dienen. Willkommen sind Beiträge zu allen Aspekten der Sanierung und Restaurierung von Standgewässern wie z.B. Auswahl des Sanierungs-/Restaurierungsansatzes, Planung, Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen, Auswahl und Dosierung von Behandlungsmitteln, Technik/Technologie der Ausbringung von Behandlungsmitteln, Erfolgskontrolle, öffentliche Akzeptanz sowie Berichte über die kurz-, mittel- und langfristigen Erfolge/Misserfolge von durchgeführten Maßnahmen. Obwohl zumeist die Eutrophierung und ihre Begleiterscheinungen Anlass für die Sanierung und Restaurierung von Standgewässern sind, soll die Session nicht auf diesen Problemkreis beschränkt sein. Beiträge zu anderen Wasserqualitätsproblemen (z.B. Versauerung, spezielle Kontaminationen aus Altlasten und Zuflüssen) sind ebenso willkommen.
Verantwortlich: Martin Schultze, Olaf Mietz

Climate change leads to lower water volumes in rivers and lakes. This entails the danger of higher concentrations of salts and trace substances such as organic pesticides, pharmaceuticals, microplastics or nanoparticles. This session will focus on the effects of reduced water runoff and water levels in rivers and lakes on water quality and subsequently on freshwater organisms (e.g. benthic invertebrates, micro- and macroalgae and fish). We welcome experimental studies and evaluations of monitoring data as well as corresponding modelling, especially with relevance for practical management decisions.
Verantwortlich: Elisabeth Berger, Ralf B. Schäfer

Die Stechmückenforschung fristete in Deutschland jahrzehntelang ein Nischendasein. Dies änderte sich u.a. durch das Auftreten der Asiatischen Tigermücke und anderer Neozoa sowie der Ausbreitung verschiedener Pathogene durch heimische Stechmückenarten. Seither erschienen zahlreiche Publikationen zu faunistischen, taxonomischen oder epidemiologischen Fragen. Die gewässerökologischen Aspekte blieben jedoch weitestgehend unbeachtet. Zugleich beleuchten Kontroversen über ökologische Folgen üblicher Stechmückenbekämpfungen die vielfältigen Berührungspunkte zwischen klassischen Themenfeldern der Gewässer-, Auen- und Renaturierungsökologie mit typischerweise von anderen Fachkulturen betrachteten Fragen zum Risiko durch stechmückenübertragene Krankheitserreger. Diese Session hat deshalb zum Ziel, einen interdisziplinären Blick auf Stechmücken zu werfen. Dabei besteht nicht nur die Möglichkeit, Forschungsergebnisse zur Ökologie von Stechmücken in natur-nahen, ruralen oder urbanen Biotopen vorzustellen. Intendiert ist auch, aktuelle Erkenntnisse über die Bedeutung von Stechmücken als Vektoren zu bündeln, Forschungsergebnisse zu Effekten der Stechmückenbekämpfung zu diskutieren und Konfliktfelder zwischen Naturschutz und Stechmückenökologie aufzuzeigen.
Verantwortlich: Ellen Kiel

Das Vollenweider‐Modell ist das weltweit gebräuchlichste Modell zur Abschätzung des Trophiegrades von Stand-gewässern aus der Flächenbelastung des meist limitierenden Nährstoffs Phosphor. Obwohl Vollenweider selbst vor einer ungeprüften Übertragung gewarnt hat, wird dieses empirische Modell wegen des Fehlens entsprechender Alternativen auch für das Trophiemanagement von Gewässern angewendet, für die es nicht entwickelt wurde. Dazu zählen z.B. Tagebauseen, die wegen der hohen Konzentrationen an potentiellen Phosphorbindungspartnern wie Eisen, Aluminium und Calcium eine hohe P‐Retention aufweisen können. Für die Trophieausprägung ist die Transformation des Phosphors in Phytoplanktonbiomasse relevant, deren Effizienz durch das Verhältnis von Chla zu TP quantifiziert werden kann. Während in der Mehrzahl der natürlichen Seen dieses Verhältnis unter 0,5 liegt, steigt es in hocheutrophen Flachseen auf Werte über 1, in sauren Tagebauseen sogar auf 5. Diese Trophie-session lädt zu Beiträgen ein, die entsprechend der Reynoldschen These “What Vollenweider couldn't tell us” (Reynolds 1992) abweichende Muster in den trophischen Reaktionen von Gewässern thematisieren. Schwerpunkte der Session sollen die Abhängigkeit der aquatischen Primärproduktion von der Nährstoffverfügbarkeit, dem Licht und weiteren Faktoren einschließlich top down‐Mechanismen sein. Von besonderem Interesse sind auch Fallstudien von Gewässersystemen, die nicht in die üblichen Modellvorstellungen passen.
Verantwortlich: Brigitte Nixdorf, Björn Grüneberg, Michael Hupfer

Initiiert durch die EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) fordert das deutsche Wasserrecht auf Bundes- und Landesebene (z.B. WHG, OGewV, GrwV) für alle meldepflichtigen Wasserkörper bis zum festgelegten Zielerreichungstermin den „guten“ ökologischen und „guten“ chemischen Zustand (die OWK betreffend) bzw. den mengenmäßig und chemisch „guten“ Zustand (die GWK betreffend). Bei Gewässernutzungen besteht ein Verschlechterungsverbot und das Gebot der Zielerreichung, zumindest dürfen Maßnahmen dieser nicht entgegenstehen. Dadurch steigt in der Praxis der Bedarf an der Erstellung von Gewässerentwicklungskonzepten (GEK) und Fach-beiträgen nach EG-WRRL. Diese Session soll eine Plattform bieten für den Erfahrungsaustausch zur aktuellen Praxis von Anforderungen, inhaltlicher Ausgestaltung und rechtlicher Würdigung solcher GEK und Fachbeiträge, und deren Einfluss auf die behördliche Genehmigungspraxis. Diskutiert werden können dabei auch Konzepte und Vorschläge von „Musteranleitungen“ zur bundesweiten Vereinheitlichung solcher Fachgutachten. Fachleute von Behörden, Ingenieur- und Planungsbüros und aus der Wissenschaft, die sich mit der Umsetzung der EG-WRRL befassen, sind herzlich eingeladen, sich mit ihren Erfahrungsberichten, Ideen und Konzepten sowie mit kontroverser Fachdiskussion zum Thema der Session einzubringen.
Verantwortlich: Doris Lange, Johannes Kranich, Kai-Uwe Ulrich

Seen und Talsperren unterliegen unterschiedlichen, teilweise gegensätzlichen Nutzungsansprüchen. Die Bewirtschaftung der Gewässer versucht diese Ansprüche unter vertretbarem Aufwand von Ressourcen zu erfüllen. Der Wandel unserer Umwelt durch Klimaerwärmung, sich verändernde Eintrittswahrscheinlichkeiten für Extremereignisse oder auch direkte anthropogene Eingriffe erschweren zunehmend eine ausgewogene Bewirtschaftung. Dies wurde u.a. in den außergewöhnlichen Dürrejahren 2018 und 2019 deutlich. Öffentlich wahrnehmbar war in den Sommern 2018 und 2019 vor allem die Frage nach ausreichendem Wasser in den Fließgewässern, der Absicherung des Trinkwasserbedarfs sowie des steigenden Wasserbedarfs der Landwirtschaft. Hieraus erwachsen steigende Nutzungsansprüche für Wasserspeicher wie Talsperren und Seen, die vorhandene Gewässernutzungen konterkarieren können. Dies erfordert neue Strategien zur Sicherung einer nachhaltigen Nutzung. Hierbei spielt die Einheit von Standgewässer, Einzugsgebiet, Fließgewässernetz und anthropogenen Nutzungen eine tragende Rolle, deren Gesamtheit es zu berücksichtigen gilt. Konkurrierende Nutzungen bedürfen einer Priorisierung, die im Idealfall Wissens-basiert vorzunehmen ist. Schließlich sind auch wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen, z.B. um Aufwendungen für alternative Handlungsoptionen (z.B. strengere Schutzmaßnahmen, andere Bewirtschaftungsweisen oder zusätzliche Aufbereitungskosten) gegeneinander abzuwägen.
Verantwortlich: Hartmut Willmitzer, Kathrin Jäschke, Tilo Hegewald, Thomas Berendonk, Karsten Rinke

Xenobiotika aus der Landwirtschaft können nicht nur an Land und in Fließgewässern zum Rückgang von Biodiversität beitragen, sondern auch in stehenden Gewässern, werden bislang aber als mögliche Ursache von Verschlechterungen z.B. in Seen kaum in Betracht gezogen. So bleiben langfristig negative Trends ohne erkennbare sonstige Belastung oder ausbleibende Restaurierungserfolge im historischen Vergleich oft rätselhaft. Mit akuten, leicht als toxische Effekte zu erkennenden Phänomenen wie z.B. Ausfällen von submersen Makrophyten bei extremen Eintragsereignissen ist seltener zu rechnen, häufiger zu erwarten sind unauffälligere Verschiebungen in Artenspektren aufgrund unterschwelliger und multipler abiotischer und biotischer Effekte. Die Session soll einen Überblick über den Wissenstand geben, Defizite aufzeigen und zur Entwicklung lösungsorientierter Ansätze beitragen. Was wissen wir über diffuse Einträge von Xenobiotika in stehende Gewässer, ihren Verbleib, ökotoxikologische Wirkungen und den Stellenwert für den Artenschutz? Wie weit werden WRRL-Routinen Xenobiotika-Effekten in stehenden Gewässern gerecht, wie ließen sie sich ergänzen? Welche aus der 20jährigen Erfahrung mit Fließgewässern entwickelte Konzepte sind für stehende Gewässer anwendbar? Wie lassen sich Zielkonflikte bei der Minimierung von Einträgen aus der Fläche lösen?

Ein anschließender Workshop bietet ausreichend Gelegenheit für Diskussionen und Schluss-folgerungen.
Verantwortlich: Christiane Krambeck, Ralf Köhler