Kompetenzzentrum für Boden,
Grundwasser & Flächenrevitalisierung

Boden und Grundwasser

Reaktives Material zur in-situ Sanierung von Quecksilber im Grundwasser

Quecksilberschadensfälle sind im Vergleich zu denen anderer Metalle oder organischer Schadstoffe vergleichsweise selten, stellen aber aufgrund der hohen Toxizität des Quecksilbers (Hg) und seiner Verbindungen ein oft großes Umweltproblem dar. In Deutschland kam es durch die Verwendung von Hg(II)-Chlorid (HgCl2)-Lösung zur Imprägnation von Holz in einigen Fällen zu schwerwiegender Kontamination von Böden und Grundwässern. Teilweise stellen diese Hg-Schadensfälle langfristige Kontaminationsquellen für das Grundwasser dar, weil der Schadensherd oft nicht mehr entfernt werden kann. Weltweit existiert zudem eine Anzahl großer Hg kontaminierter Areale meist in Verbindung mit Bergbauaktivitäten, die langfristig große Umweltprobleme darstellen. Aufgrund der Größe der Areale und der oft fehlenden finanziellen Mittel für aufwendige Sanierungsmaßnahmen sind hier innovative kostengünstige Verfahren zur Eingrenzung bzw. Verhinderung der weiteren Schadstoffausbreitung gefragt.
Zur Dekontamination von Hg-kontaminiertem Grundwasser kommen im Prinzip die bekannten aktiven (Pump and treat) oder passiven (reaktive Wände) Maßnahmen in Frage; entscheidend ist hierbei die Anpassung von Filtermaterialien an die im Grundwasser vorliegende dominante Hg-Spezies. Gerade beim Hg ist die Charakterisierung der wirksamen Spezies von zentraler Bedeutung, da Hg zum einen in der Natur intensiven Speziestransformationsprozessen unterliegt, zum anderen sich die verschiedenen Spezies stark in ihrer ökologischen Wirksamkeit und ihrem Sorptionsverhalten im Grundwasserleiter unterscheiden.

Ziel: Die Unterstützungsmaßnahmen zum Hg-Reaktor im Rahmen von TASK sollen dazu dienen ein sowohl hocheffizientes wie robustes und kostengünstiges Verfahren zur Hg-Entfernung aus dem Grundwasser (oder anderer Wässer), basierend auf der Amalgamierung von Hg durch Messingspäne, zu konzipieren. Die Wirksamkeit von Messingreaktoren zur langfristigen Hg-Entfernung aus dem (Grund)wasser soll an realen Hg-Schadensfällen untersucht werden. Neben der Wirksamkeit des Amalgamierungsverfahrens für die spezielle Anwendung an Hg-Chlorid-Schadensfällen sollen auch die Anwendungsmöglichkeiten für andere Hg-Schadensfälle (andere dominante Hg-Spezies) geprüft werden.

TASK Unterstützungsmaßnahme:

1. Recherche und Auswertung von Quecksilberschadensfällen im Hinblick auf das Marktpotenzial für das Hg-Reaktor-Verfahren

Im Rahmen des Projektes soll eine Marktübersicht über bereits bearbeitete oder potentielle Hg-Schadensfälle, bei denen eine Anwendung der Hg-Reaktor Technik in Frage käme, erstellt werden. In einem ersten Teil des Projektes soll ein Überblick über geographische und branchenspezifische Schwerpunkte mit Hg-Schadensfällen sowie den betroffenen Ressourcen und bisherigen Problemlösungen erstellt werden. Die Recherchen umfassen Deutschland, EU-Ausland mit Osteuropa sowie Nord-/ und Südamerika, Asien, Australien und ggf. Russland. Aus den Ergebnissen dieser ersten Projektphase wird eine erste Einschätzung der weltweiten Problematik und der möglichen Nachfrage nach innovativen neuen Verfahren, wie für den Hg-Reaktor auf Basis eines Messingfilters, erfolgen. In der zweiten Projektphase sollen im Rahmen einer Detailprüfung an ausgewählten Beispielfällen vertiefende Studien zur Einschätzung der Marktchancen des Hg-Reaktors und seiner Einsatzmöglichkeiten durchgeführt werden.
Zeitraum: 11/2010 – 03/2011

Kooperationspartner:

Quelle: www.hpc.ag

HPC AG
Nördlinger Straße 16
D - 86655 Harburg
Tel.: +49 (0) 9080 999-0
Fax: +49 (0) 9080 999-249
Mail: info@hpc-ag.de

Video: Task Brasilien

"Biedenkopfer Meilensteine: Auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung - PLACES"

Die Broschüre steht nun zum Download bereit.

DLI-Tool zur Vordimensionierung einer thermischen in situ-Sanierung mittels Dampf-Luft-Injektion (DLI)

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TASK "Arbeitshilfe zum Phytoscreening"

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Optimierung der Standortentwicklung ökologisch belasteter Grundstücke.

TASK Leitfaden „Thermische in situ-Sanierungsverfahren (TisS) zur Entfernung von Schadensherden aus Boden und Grundwasser“

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