Programm und Satzung von LTER-D

Zusammenfassung des LTER-D Programms

Das deutsche Netzwerk für ökologische und ökosystemare Langzeitforschung (LTER = Long Term Ecological Research) soll die Effizienz der deutschen Forschung auf diesem für die Umweltsicherung wichtigen Gebiet durch Synergieeffekte steigern.
Die Folgen des globalen Wandels betreffen neben den ökologischen Systemen auch die menschlichen Gesellschaften, ihre Wirtschafts- und Sozialsysteme sowie die Nutzungsstrategien für natürliche Ressourcen. Die einzelnen Komponenten dieser Entwicklung wirken auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen zusammen. Die wissenschaftliche Analyse dieser Probleme bezieht sich häufig auf kurze Zeitspannen, obwohl gerade langfristige Beobachtung und langfristiges, vorsorgendes Denken und Handeln implizite Bestandteile des Nachhaltigkeitsprinzips sind. Die kurzfristige Anlage vieler Forschungsprojekte resultiert zwangsläufig aus den typischen Förderungsdauern (2-5 Jahre) von Projekten durch die Träger der Forschungsförderung. LTER-D will sicherstellen, dass auch über die Dauer von Einzelprojekten hinaus Daten dauerhaft sichergestellt und zugänglich gemacht werden können. Die zeitlichen Horizonte gegenwärtiger Umweltschutz-Programme (z.B. Wasserrahmenrichtlinie) oder die Handlungszeiträume von Klimaszenarien sind langfristig angelegt, sie umfassen Spannen von weit mehr als 20 Jahren. Die Umsetzung dieser Programme, die Erarbeitung nachhaltiger Management-Strategien und die Prüfung der Szenarien erfordern ein umfassendes und tiefes Grundlagenwissen, das nur von Beobachtungen auf vergleichbaren Zeithorizonten und einer entsprechenden Datenbasis abgeleitet werden kann.
Der deutsche LTER-Verbund ist auf eine starke Einbettung in internationale Aktivitäten ausgerichtet. Hieraus ergeben sich viele Vorteile für alle Beteiligten, z.B. der Zugang zu internationalen Datenbeständen, die Kooperation mit ausländischen Kollegen, die Durchführung gemeinsamer Projekte sowie die Erarbeitung von überregionalen Vergleichsstudien. Die Arbeiten zielen auf eine Integration in das kontinentale Netzwerk LTER-Europe, das globale ILTER-Netzwerk sowie in die entsprechenden europäischen Forschungsverbünde.