Die Arbeitsbeitsgruppe Umweltradioaktivität
Die Arbeitsgruppe Umweltradioaktivität betreibt bzw. unterstützt Forschungsarbeiten zur Beschreibung und Aufklärung von Zuständen und Prozessen in der Umwelt. Dabei stützt sie sich auf die Nutzung von Radionukliden, die in der Umwelt natürlich vorhanden sind oder anthropogen in sie eingetragen wurden.
Neben der Ausarbeitung und Umsetzung von wissenschaftlich innovativen Ideen stehen die Entwicklung leicht handhabbarer Untersuchungsmethoden sowie der Entwurf entsprechender problemangepasster Labor- und Feldmesstechnik im Mittelpunkt des Interesses.
Die wissenschaftliche Kompetenz der Arbeitsgruppe Umweltradioaktivität umfasst:

(i) die Messung der Aktivitätskonzentration von Radionukliden im Low-Level-Bereich in gasförmigen, flüssigen und festen Medien
(ii) die umfassende Interpretation der jeweiligen Messergebnisse
(iii) deren Einordnung in den jeweiligen Untersuchungsrahmen.
Dabei werden, in Abhängigkeit des jeweiligen Anwendungsfeldes, sowohl Labor- als auch Felduntersuchungen vorgenommen.
Kompetenzfelder
Bestimmung von Low-Level-Aktivitätskonzentrationen natürlicher und anthropogen in die Umwelt eingetragener Radionuklide und deren Nutzung als Umwelttracer zur Untersuchung umweltrelevanter Prozesse und Zustände
- Nutzung des natürlich im Grundwasser vorhandenen Radons (222Rn) als Tracer für die Untersuchung von Grundwasserströmungsprozessen
- Nutzung des in natürlichen Wässern vorhandenen Radons (222Rn) und Radiums (223Ra, 224Ra, 226Ra, 228Ra) als Tracer für die Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen Grund- und Oberflächenwässern
- Nutzung des natürlich in Bodengas und Grundwasser vorhandenen Radons (222Rn) als Verteilungstracer für die Lokalisierung und Einschätzung residualer NAPL-Kontaminationen in Böden und Aquiferen
- Entwicklung einfach handhabbarer und feldtauglicher Methoden (incl. Entwicklung mobiler Grätetechnik) zur on-site-Bestimmung der Radonkonzentration in Grund- und Oberflächenwässern (incl. Entwicklung mobiler Gerätetechnik)
- Nutzung radiogener Ungleichgewichte zwischen Aktivitätskonzentrationen einzelner Glieder der natürlichen Zerfallsreihen als Prozessindikatoren (238U, 226Ra, 210Pb u.a.)
- Nutzung anthropogen in die Umwelt eingetragener Radioisotope zur Datierung limnischer Sedimente (137Cs)
- Nutzung feinster alpha-aktiver Partikel ("hot particles") als Indikatoren zur Identifizierung von Schwermetallquellen in Bergbaudistrikten